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Nordkorea: Atomwaffen Atomkraftwerk und der Energiegipfel

09.09.2006
An die Medien

Die Welt heute wieder ein Stück unsicherer geworden. Heute, am Tag des Berliner Energiegipfels hat Nordkorea nach eigenen Angaben einen unterirdischen Atomwaffentest durchgeführt.

Stuttgart. Der Atomwaffentest in Nordkorea und die beunruhigende Debatte und Eskalation um mögliche zukünftige iranische Atomwaffen zeigt überdeutlich den engen Zusammenhang zwischen der zivilen Nutzung der Atomenergie und der Atombombe. Ein Zusammenhang, der von Atomkonzernen und Atomparteien gerne verdrängt wird. Die USA, Großbritannien, Frankreich, Russland, China, Indien, Pakistan, Israel und jetzt auch Nordkorea haben es mit Hilfe der so genannten friedlichen Nutzung der Atomenergie geschafft in den Besitz von Atomwaffen zu gelangen.

Jedes Atomkraftwerk, wie auch der neue Siemens Euroreaktor EPR, vergrößert die Gefahr für den Weltfrieden. Doch der mahnend erhobene Zeigefinger Richtung Nordkorea und Iran ist fragwürdig, wenn hinter diesem Zeigefinger eigene atomare Anlagen und Waffen stehen. Woher kommt die Anmaßung der Atomstaaten, anderen Ländern das verbieten zu wollen, was sie selber haben? Wie der Kolonialismus lässt sich eine weltweite atomare Zweiklassengesellschaft auf Dauer nicht aufrechterhalten. Wer im eigenen Land Atomkraftwerke betreibt und weiter betreiben will, liefert dem Rest der Welt leider genug Gründe, neue Atomkraftwerke und Atomwaffen zu bauen, fördert die legale und illegale Verbreitung von Atomwaffen und gefährdet so diesen Planeten und alles Leben.

Auch aus diesen Gründen fordert der BUND auch den schnellen, nationalen und internationalen, Ausstieg aus der Gefahrtechnologie Atomenergie. Atomwaffen sind immer Atomkraftwaffen.

Der lauter werdende Wunsch mancher Politiker, auch auf dem heutigen Energiegipfel, die Energieprobleme der Welt mit Hilfe der Atomenergie zu lösen ist unrealistisch und gefährlich.

    Eine "gefahrfreie Nutzung" der Atomenergie würde voraussetzen:

  • eine perfekte, fehlerfreie Technik

  • den perfekten, fehlerfreien, guten Menschen innerhalb und außerhalb des Atomkraftwerkes

  • keinen Terrorismus auf der gesamten Erde

  • eine sichere Lösung des Atommüllproblems (Atommüll muss Hunderttausende von Jahren gelagert werden)


Keine einzige dieser Voraussetzungen trifft zu, wie leider auch der aktuelle nordkoreanische Atomwaffentest zeigt.

Michael Spielmann

Axel Mayer


Mehr Informationen zur Atomenergie


Dieser Artikel wurde 239 mal gelesen und am 26.2.2007 zuletzt geändert.
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