BUND Ortsgruppe / Bezirksgruppe Nördlicher Kaiserstuhl (Endingen, Sasbach, Riegel, Forchheim...)

Einige Infos zu den Aktivitäten der BUND Ortsgruppe / Bezirksgruppe Nördlicher Kaiserstuhl


Kontakt:
BUND Ortsgruppe Nördlicher Kaiserstuhl / Ulrike Friedrich / Jechtinger Str. 3 / 79361 Sasbach /
Tel.: 07642/37 94



BUND Bezirksgruppe Nördlicher Kaiserstuhl
Barbara Schmidt, Venusberg 4, 79346 Endingen




Herrn Minister Rudolf Köberle Ministerium für Ländlichen Raum,
Ernährung und Verbraucherschutz
Kernerplatz 10
70182 Stuttgart

24.3.2010

Sehr geehrter Herr Minister Rudolf Köberle

Beschwerde


Am 16.3.2010 fand in Forchheim am Kaiserstuhl, eine Veranstaltung der Gemeinde zum Thema Gentechnik statt. Die Gemeinde hatte beim Ministerium um zwei „unabhänige und neutrale“ Experten gebeten und das Ministerium hatte Herrn Thomas Würfel und Prof. Dr. Gunter Neuhaus empfohlen. Auch ich war als Vertreterin des Bund für Umwelt und Naturschutz im Publikum bei dieser Veranstaltung in Forchheim und ich war erschrocken über die einseitige Pro-Gentechnikhaltung der beiden Experten, die Stuttgart empfohlen hatte. Unabhängige und neutrale Fachleute sollte das Ministerium doch schicken. Gut und klug, dass die Gemeinde Forchheim zusätzlich den kritischen Experten Rüdiger Stegemann eingeladen hatte.

Entlarvend und typisch für den Abend ist ein Zitat des Genlobbyisten Gunther Neuhaus. Er sagte laut Badischer Zeitung in Forchheim: „Was die konventionelle Züchtung in Jahren entwickelte, gehe bei Gentechnik sofort. Bekanntestes Beispiel ist die gentechnische Veränderung von Mais. Die Pflanze erhält das Gen des Bacillus thuringiensis“. Doch eine Pflanze ist eine Pflanze und ein Bacillus ist ein Bakterium. Pflanzen, Bakterien, Tiere und Menschen gezielt zu vermischen ging mit der bisherigen Züchtung einfach nicht und das war gut so. Heute kann eine Gentomate Viren- oder Bakteriengene enthalten, ja sogar Fisch-Gene, damit sie auch im Winter wächst.

Ich möchte mich beschweren, dass Ihr Ministerium Gentechnikbefürworter empfiehlt, wenn um unabhängige Experten gebeten wird.

Bitte sorgen Sie dafür, dass bei ähnlichen Veranstaltungen zukünftig wirklich neutrale Experten empfohlen werden. Wenn es diese nicht gibt, sollten Sie zumindest eine Pro- und eine Contra Stimme empfehlen, damit sich die Menschen ein unabhängiges Bild machen können.

Mit freundlichen Grüßen
Barbara Schmidt BUND Nördlicher Kaiserstuhl






Aktiv: BUND Nördlicher Kaiserstuhl



vom 01.07.2008:

Bienenvergiftung durch falsch angewendete Gifte Firma Bayer und „grünwaschende“ Fernsehwerbung


Sehr geehrte Damen und Herren im Deutschen Werberat,
die falsch angewendete Saatgutbeize der Firma Bayer hat in diesem Frühsommer eine massive Bienenvergiftung am Oberrhein ausgelöst. Durch ein Pflanzenschutzmittel des Herstellers Bayer CropScience sind mehrere tausend Bienenvölker in der Rheinebene zwischen Lörrach und Rastatt abgetötet worden. Insgesamt 700 Imker haben bis Anfang Juni Schadensmeldungen bei den zuständigen Behörden eingereicht, berichtet das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg. Rund 11.500 Bienenvölker sind betroffen, das heißt: sie sind entweder ganz oder teilweise dezimiert.
In der Zeit, in der das massenhafte Bienensterben stattfand gab es im ZDF häufig eine Fernsehwerbung der Firma Bayer.
Bayer ist laut dieser Fernsehwerbung: „Bessere Umwelt, besserer Sex, besseres Leben.“
Während diese Werbung im Fernsehen lief, starben bei uns massenhaft die Bienen durch ein Bayergift. Es ist aus unser Sicht unglaublich, dass während des Bienensterbens diese „grünwaschende“ Bayer Fernsehwerbung nicht gestoppt wurde.

Wir möchten uns hiermit über diese Werbung beim Deutschen Werberat beschweren.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Henner Wenzel & Barbara Schmidt


Antwort des Deutschen Werberats:


BUND Bezirksgruppe Nördlicher Kaiserstuhl
Frau Barbara Schmidt
Herrn Dr. Henner Wenzel

24.07.2008 – MP/ger

Fernsehwerbung der Firma Bayer „Bessere Umwelt …“

Sehr geehrte Frau Schmidt,
sehr geehrter Herr Dr. Wenzel,

wir beziehen uns auf Ihr Schreiben vom 3. Juli 2008, in dem Sie sich gegen einen Fernsehspot der Firma Bayer beschweren.
Wir bedauern, dass wir auf Ihre Eingabe erst jetzt zurückkommen, aber die Beschaffung der Werbemaßnahme hat einige Zeit in Anspruch genommen.

Zwischenzeitlich hat uns das ZDF auch mitgeteilt, dass der Spot nur während der Zeit der Fußball-Europameisterschaft eingesetzt, also nur bis Ende Juni ausgestrahlt wurde. Entsprechend seiner Verfahrensordnung kann der Werberat nur solche Werbemaßnahmen auf Verstöße gegen seine Verhaltensregeln überprüfen, die aktuell noch geschaltet werden. Auch Ihre Beschwerde erreichte uns erst nach Auslaufen der Werbemaßnahme Anfang Juli.

Wir bedanken uns für Ihren Hinweis und verbleiben

mit freundlichen Grüßen
Meike Peters


vom 19.03.2008:

Erfolgreicher Start: BUND-Projekt “Endinger Seenplatte”


An diesen Frühlingstagen sind an vielen Stellen im Land UmweltschützerInnen des BUND und anderer Verbände unterwegs um Amphibien zu retten. Die bedrohten Kröten und Frösche werden über die Straße getragen.
Von den zur Zeit bekannten Amphibien stuft die “Rote Liste” mit 1808 nahezu ein Drittel aller Arten als bedroht ein. Mindestens 35 Arten gelten offiziell sogar als bereits ausgestorben. Als Ursachen für die hohe Gefährdung werden Chemikalien in der Umwelt (Pestizide, Schwermetalle, Stickstoffdünger) und die Zerstörung der Lebensräume genannt. Eine neue US-amerikanische Studie zeigt einen signifikanten Zusammenhang zwischen hoher Amphibiensterblichkeit und dem weltweit meistverwendeten Unkrautvernichtungsmittel „RoundUp“ des Agrochemie-Konzerns „Monsanto“ auf.
Um für diese auch am Kaiserstuhl gefährdeten Tierarten etwas zu tun, hat die BUND Bezirksgruppe jetzt ein kleines Schutzprojekt im schönen Endinger Erletal gestartet.
Dieses feuchte, nasse und quellenreiche Tal oberhalb der Sportplätze ist im eher trockenen Kaiserstuhl eine Besonderheit. Im Erleweiher laichen Amphibien zwar auch, dort dezimieren allerdings die Fische die Amphibienbestände und näher an der Stadt werden Jung-und Alttiere häufig überfahren.
Die Idee ist, dort wo es keine Straßen und keine Fische gibt, Ersatzlaichgewässer anzulegen. Das Projekt “Endinger Seenplatte” bedeutet nicht, dass es sich ab sofort lohnen würde auch am Nördlichen Kaiserstuhl irgendwann den Segelschein zu machen... Wenn in Zukunft 40 Quadratmeter Tümpel ausgehoben sind ist das viel, aber auch viel für die bedrohten Amphibien in unserer Heimat.
Die Details des Projekts werden zur Zeit mit dem staatlichen Naturschutz abgestimmt. Dabei mussten die Naturschützer des BUND die Erfahrung machen, dass solche Abstimmungsprozesse mit den Behörden manchmal ganz schön kompliziert und langwierig sein können.
Dennoch gab es an einer geeigneten Stelle im Erletal, an einer kleinen, tiefen Senke schon in diesem Jahr die Möglichkeit einen ersten Probelauf zu starten.
An einem der letzten Wochenenden wurde von BUND-Aktiven, die bestehende Senke mit Hilfe von Schaufel und Spaten vertieft und ein erster, kleiner Tümpel geschaffen.
Jetzt, zwei Wochen später ist das erste Ersatzlaichgewässer schon angenommen worden. Fünf dicke Laichklumpen schwimmen auf der kleinen Wasserfläche.
Zwischen dem oberen Erletal und den Waldflächen des Katharinenberges gibt es keine trennende Strassen. Beste Voraussetzungen also für das Überleben von Fröschen, Kröten und anderen bedrohten Amphibien.
Bewahrender Naturschutz und politischer Umweltschutz... in diesem Spannungsfeld bewegt sich der BUND und mit ihm auch die BUND Gruppe am Nördlichen Kaiserstuhl. Die Ersatzlaichgewässer im Erletal zeigen einen Teil dieses Spektrums und der BUND-Arbeit auf.
Wer seinen Kindern “echten Froschlaich” zeigen will sollte jetzt nicht unbedingt durch das Naturschutzgebiet im oberen Erletal “trampeln”. In einigen Gräben direkt oberhalb der beiden Erleweiher kann von den Wegen aus auch Laich “besichtigt” werden. Es ist durchaus wichtig auch Kindern so etwas zu zeigen. Denn nur was man kennt, wird man zukünftig auch schützen.

Weblinks Kaiserstuhl:




Ein Blick über den Rand des Kaiserstuhls: