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Umweltgeschichte & Regionalgeschichte in Südbaden, Elsass, Nordschweiz und am Oberrhein nach dem Jahr 2000

Ab dem Jahr 2000:
Regionalgeschichte mit dem Schwerpunkt Umweltgeschichte in Südbaden, Elsass, Nordschweiz und am Oberrhein



Erfolge und Niederlagen, Fortschritte wie unverändert negative Entwicklungen
bestimmen das Bild der regionalen Umweltgeschichte im Dreyeckland: Da ist das alte badische Waldgesetz und die Besetzungen der AKW-Bauplätze in Wyhl, Gerstheim und Kaiseraugst, der Bugginger Genacker, der Widerstand gegen die Schwarzwaldautobahn, den Giftmüllofen Kehl und die Flachglasfabrik in Hombourg, der BUND-Erfolg gegen die Rheinverschmutzung durch die Usine Kaysersberg, und viele wichtige, nicht so spektakuläre Aktionen. Damit die regionale Umweltgeschichte nicht in Vergessenheit gerät, setzen wir hier unsere Informationen ab dem Jahr 2000 fort.
Hier geht`s zur Regionalgeschichte vor dem Jahr 2000


ab 2000
Zunehmender Widerstand am Hochrhein gegen die Pläne der Schweizer NAGRA , ein atomares Endlager in Benken am Rheinfall zu errichten

2000
Die zunehmende "Aldisierung" verdrängt auch in Südbaden mehr und mehr die kleinen und mittleren Ladengeschäfte des Einzelhandels. Folgen dieser Konzentrationsprozesse im Einzelhandel sind die Verödung der Innenstädte, Verlust von Arbeitsplätzen und Verlust von Lebensqualität. Gerade in kleinen Gemeinden und Dörfern wird die Versorgung des nicht automobilen Teils der Bevölkerung gefährdet.

21. September 2001
Chemieunfall und die Explosion in Toulouse. In einer Düngemittelfabrik kommt es zur Explosion von Ammoniumnitrat. Bei der Explosion werdengroße Teile der Stadt beschädigt. 31 Menschen sterben. Die Katstrophe wird medial "gut" gemanagt und löst so ein erstaunlich geringes öffentliches Interesse aus.

Juli 2002
Mit Dieter Salomon wird in Freiburg erstmals ein GRÜNER Oberbürgermeister einer Großstadt.

2002
Die Pläne zu Hochwasserrückhaltung und Naturschutz am Rhein, das Integrierte Rheinprogramm (IRP) , kommen südlich von Breisach in ein konkretes Stadium (Planfeststellung für "90 Meter Streifen"). Nicht zuletzt durch langjährige Lobbyarbeit der Umweltverbände werden die alten, technokratischen Pläne natur- und menschenverträglicher ausgestaltet. Örtlicher Widerstand verzögert das wichtige Projekt für den Hochwasserschutz am Rhein.

10. September 2002 GAU in der "modernsten, sichersten" Giftmülldeponie Stocamine / Elsass
Die "modernste und beste" Giftmülldeponie Frankreichs, die Stocamine, wurde 1999 im Elsass in Betrieb genommen. BUND und Alsace Nature hatten immer wieder auf die Gefahren hingewiesen. Am 10. September 2002 war dann ein Brand in der „sichersten“ Deponie Frankreichs in 500 Metern Tiefe in einem Stollen des Salz-Lagers ausgebrochen. Dort befanden sich 45.000 Tonnen "nicht brennbare" Industrieabfälle befanden, darunter Zyanid, Asbest, Arsen, sowie chrom- und quecksilberhaltige Substanzen. Das Feuer konnte erst zweieinhalb Monate später gelöscht werden. Umweltverbände von beiden Rheinseiten hatten die „neue“ Deponie schon im Planfeststellungsverfahren massiv kritisiert, waren aber nicht gehört worden. Wie so häufig haben die "Experten" und Behörden die Bedenken der Umweltschützer als Panikmache abgetan. Wie so häufig werden nicht die Verursacher sondern die Steuerzahler zur Kasse gebeten.
Mehr Infos


25. September 2002
Erster Spatenstich bei der Müllverbrennungsanlage TREA in Bremgarten , obwohl noch kein Konzept für die Abwärmenutzung vorliegt. Der BUND macht massiv Druck, um diese Energieverschwendung zu verhindern. Erstaunlicherweise gibt es keinerlei öffentliches Interesse an den massiven, unerklärlichen Preisunterschieden zwischen Müllverbrennungsanlagen. Die geplante MVA TREA - Bremgarten, ausgelegt für 150 000 Jahrestonnen, soll 80 Millionen Euro kosten. Die alte MVA Ulm, ausgelegt für 101 000 Jahrestonnen, hatte noch 400 Mio DM gekostet.

Oktober 2002
Gründung des Fördervereins Zukunftsenergien, Solarregio Kaiserstuhl e.V. mit Sitz in Wyhl. Der Förderverein setzt sich unter der Überschrift "Kaiserstühler Bürger mobilisieren für Zukunftsenergien" für einen besseren Klimaschutz durch Projekte vom Bürger aus ein.

November 2002
Großer Erfolg für die Umwelt und den BUND - Gericht setzt in Sachen Kalihalde Buggingen das Verursacherprinzip durch: Die Kali und Salz AG muss die Kalihalde, aus der jährlich 4.200 Tonnen Salz ausgewaschen worden sind, sanieren.

17. Dezember 2002
Erneuter schwerer Chemieunfall bei der Firma Rhodia in Chalampé. Nach einer langen Phase des Vertuschens und Verheimlichens wird nach und nach bekannt, dass ca. 1200 Tonnen Cyclohexan ausgetreten und größtenteils ins Grundwasser versickert sind. Das entspricht dem Inhalt der Kesselwagen eines 300 Meter langen Zuges. Und das in einem Betrieb, der stündlich 28 Tonnen Blausäure produziert.

30. März 2003
Hans Filbinger gegen Windenergie. In einer Großanzeige der Badischen Zeitung stellt sich u.a. auch Ministerpräsident, AKW-Befürworter und Marinestabsrichter a.D. Hans Filbinger gegen die Nutzung der Windenergie. Seine Meinung "Wenn das AKW Wyhl nicht gebaut wird, gehen in Baden Württemberg die Lichter aus" scheint er geändert zu haben.

April 2003
Heftige Proteste auch in der Schweiz, dem Elsass und Südbaden gegen den englisch - amerikanischen Irak Krieg um Macht, Öl und Einfluss im Irak. Der Irak-Krieg ist eine Zuspitzung der weltweiten Kämpfe um Ressourcen.

03. April 2003
Im Vorfeld einer Abstimmung zum Thema Atomausstieg in der Schweiz veröffentlicht die "objektive, neutrale" HSK (Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen) eine geschickt manipulierende Presseerklärung unter der Überschrift: "Die schweizerischen Kernkraftwerke weisen einen hohen Schutz bei einem vorsätzlichen Flugzeugabsturz auf". Eine Studie der deutschen "Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit" über die Terror-Anfälligkeit grenznaher Atomkraftwerke, zeigt für fast baugleiche AKW das Gegenteil und straft somit die HSK lügen. So besteht der Verdacht, dass die HSK (Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen) die anstehende Volksabstimmung manipulieren wollte.

2003
Auch im Internationalen Jahr des Süßwassers bleibt die Wasser-, Grundwasser- und Trinkwassersituation im Rheingraben mehr als problematisch. An beinahe der Hälfte der Wasserpegel am Südlichen Oberrhein sind ein oder mehrere Grenzwerte für Trinkwasser (Salz, Nitrat, Atrazin....) überschritten.

26. Juni 2003Greenwash am OberrheinDas französische Atomkraftwerk Fessenheim erhält in Paris für "Schutz von Fauna, Flora und Orchideen um das Kernkraftwerk, für Mülltrennung u.a." die Umweltzertifizierung nach ISO 14001. Nach ähnlichen Alibiaktivitäten der Firmen Ciba, Stracel und EnBW ein weiteres schönes Beispiel für Greenwash in der Region.

Juli 2003
Mit der Gründung des so genannten Umweltvereins "Au fil du Rhin" (dt.: "Am Rhein entlang") in Fessenheim durch EnBW und EDF versuchen die beiden AKW-Betreiber den Begriff der Nachhaltigkeit für sich zu besetzen und die Umweltbewegung zu spalten. Auch die Kampagne für den Euroreaktor EPR, der von Siemens und Framatome irgendwann in Fessenheim gebaut werden soll, läuft unter dem Deckmäntelchen der Nachhaltigkeit. Das Trinationale Umweltzentrum Weil (TRUZ) lässt sofort nach Bekanntwerden der Hintergründe die Mitgliedschaft in "Au fi du Rhin" ruhen.

August 2003
Ein amerikanischer Maisschädling, wird erstmals im Elsass und im Baselland gefunden. Die gefunden 4 Exemplare von (Diabrotica virgifera) werden mit einer heftigen Giftdusche empfangen. 1,5 Tonnen Insektizide werden in einer umweltgefährdenten Hubschrauberaktion alleine im Elsass ausgebracht. 250 Menschen demonstrieren bei einer Regenschirmdemo in Hegenheim (F).Nur in der Schweiz wird der Maiswurzelkäfer kostengünstig und umweltfreundlich mit Fruchtfolgen bekämpft.

September 2003
6 Atomtransporte aus dem havarierten Schweizer Kernkraftwerk Lucens rollen insgrenznahe Zwischenlager für Atommüll nach Würenlingen (ZWILAG). Am 21.1.1969 hatte es im AKW Lucens einen schweren Reaktorunfall mit Kernschmelze gegeben. Seit diesem Schweizer Atomunfall ist die Atomlobby und die HSK (Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen) bemüht die Erinnerung an dieses Ereignis zu löschen.

26. September 2003
Eine hervorragende neue Studie "Erkundung des tiefen rheinnahen Grundwasserleiters zwischen Fessenheim und Breisach" bestätigte die alten Argumente des BUND zum Thema Grundwasserversalzung durch den Kaliabbau. Es ist allerdings unerklärlich, warum diese gute Studie, die 900 000 Euro gekostet hat, von den Europäischen SteuerzahlerInnen (u.a. Interreg II Gelder) finanziert wurde und nicht von der Firma Kali Salz AG und den französischen Kaliminen, den bekannten Verursachern der Versalzung. Warum wird bei großen, mächtigen Umweltverschmutzern das Verursacherprinzip nicht angewendet und warum sind hier die Behörden auf beiden Rheinseiten so mutlos? Es ist ein skandalöses Gerechtigkeitsdefizit, wenn das Verursacherprinzip stets nur bei kleinen Umweltsündern zum Zuge kommt.

12. Oktober 2003
Bei einer Kundgebung der Bürgerinitiative MUT fordern 7000 Menschen von der Bahn einen Tunnel unter den Maisfeldern des Markgräflerland.

November 2003
Nitratarmes Wasser für Endingen und Weisweil - Nach Sasbach musste auch die Stadt Endingen am Kaiserstuhl und die Gemeinde Weiweil einen millionenschweren neuen Brunnen bohren. Der Brunnen war nötig geworden, weil die Grenzwerte für Nitrat dauerhaft überschritten waren. Der teure neue Brunnen zeigt das Scheitern des Versuchs, den Düngemitteleintrag der Landwirtschaft ins Grundwasser zu reduzieren.

November 2003
Der schweizerisch - deutsche Luftstreit um den Anflug auf den Flughafen Zürich eskaliert. Die alten Nationalismen und traurige Feindbilder auf beiden Rheinseiten überlagern den Regio / Dreyeckland Mythos. In diesem Konflikt und der Art wie er ausgetragen wird, scheitert auch ein kleines regionales Stück Europa.

16. Januar 2004
Auch die Landesregierung lehnt die Skihalle in Sasbachwalden wegen negativer Umweltfolgen ab.

24. Januar 2004
Premiere in Fessenheim: Bei einem weltweit bisher einmaligen Störfall gelangen 300 Liter Harz in den Primärkreislauf des Atomkraftwerks. Obwohl die Betreiber EDF und EnBW keinerlei Ahnung haben, ob und wie sich das Harz im radioaktiven Primärkreislauf auswirkt, lassen sie aus Gewinngründen das Atomkraftwerk weiter in Betrieb und informieren die Öffentlichkeit mit den üblichen Verspätungen und Verharmlosungen. Vier Mitarbeiter werden beim Austausch von Filtern leicht radioaktiv verseucht. Da die Kraftwerksleitung keinerlei Lehren aus dem ersten Vorfall zieht, werden am nächsten Tag nochmals 3 Mitarbeiter leicht verstrahlt. Die Kraftwerkssprecherin Anne Laszlo behauptet geringe Strahlendosen wären ungefährlich und vergleicht die Inhalation der radioaktiver Substanzen mit dem Herunterfallen eines Hammers. Hier die Presseerklärung des BUND dazu.

24. April 2004
Über 2000 Menschen aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz demonstrieren in Breisach und Fessenheim, gegen das marode Kernkraftwerk,gegen AKW - Laufzeitverlängerung, gegen den geplanten Europäischen Druckwasserreaktor von Siemens und gegen "Au fil du Rhin", die grüngestrichene Tarnorganisation der EDF und EnBW. Die Aktion ist Start der alternativen "Tour de France" für den Atomausstieg.

Sommer 2004
Nach dem Hitze- und Dürrejahr 2003, häufen sich am Oberrhein auch im Jahr 2004 wieder die extremen Wetterereignisse. Da ist einerseits eine grosse Trockenheit im ersten Halbjahr, andererseits aber auch kleinräumige heftige Gewitter und Unwetter mit Starkniederschlägen und massiven Hagelschäden, insbesondere im Markgräflerland. Diese ersten Anzeichen der Klimaveränderung führen aber zu keinem Bewustseinswandel. Die Landesregierung und das Regierungspräsidium kämpfen für die EnBW gegen die Windräder am Schauinsland und Politiker aller Parteien sehen die Lösung der ökonomischen Probleme weiterhin nur im zerstörerischen, unbegrenzten Wachstum.

Sommer 2004
Der Streit um die Zollfreie Straße bei Basel eskaliert. Mit einer Besetzung versuchen Menschen des Großraumes Basel, den unötigen Straßenbau durch das wertvolle Naturgebiet zu verhindern.

Herbst 2004
Die Ökohauptstadt und Umwelthauptstadt Freiburg wird Sieger des Wettbewerbs "Zukunftsfähige Kommune" 2003 / 2004.

November 2004
Die Trea Breisgau, die regionale Müllverbrennungsanlage im Gewerbepark Bremgarten geht in Betrieb und verschwendet unglaubliche Abwärmemengen. Der Druck des BUND und die Bemühungen der Betreiber konnten diese Abwärmeverschwendung nicht verhindern. 50 Megawatt Abwärme werden in Zeiten weltweiter Klimaveränderungen in die Umwelt geblasen. Aber ein Megawatt Abwärmeleistung entspricht auf das Jahr gerechnet einer Energiemenge von ca. 870 000 Litern Erdöl/Jahr. (870 000 x 50 = 43 500 000 Liter Erdöl/Jahr!!!) Täglich wird eine Abwärmemenge entsprechend 119178 Liter Erdöl in die Umwelt geblasen. 50 MW Abwärme entsprechen dem Wärmebedarf von 52.083 Niedrigenergie-Wohnhäusern. Mehr Informationen zum Thema finden Sie hier

2004
Der Hunger tötet weit mehr Menschen als jeder gegenwärtig geführte Krieg oder Terroranschlag. Jean Ziegler, UNO-Berichterstatter für das Recht auf Nahrung schreibt in einem Bericht für die UNO, dass täglich 100 000 Menschen wegen fehlender Nahrung sterben. Im Jahr 2004 stirbt jede Sekunde ein Kind unter fünf Jahren an den Folgen des Hungers. Im Jahr 2004 litten gemäß Ziegler 842 Millionen Menschen an chronischer Unterernährung. Die Tendenz ist steigend: Vor zwei Jahren waren es noch 826 Millionen Menschen gewesen. Nicht nur am Oberrhein wird dieses Thema ähnlich intensiv verdrängt, wie die Konzentrationslager in der Nazizeit.

Januar 2005
Nach über 50 Jahren laicht zum ersten Mal wieder ein Lachs in der Kinzig.

März 2005
In den letzten 10 Jahren haben sich die Preise für atomar-fossile Energien mehr als verdoppelt, während sie sich für Erneuerbare Energien halbiert haben.

8. März 2005
Ein enttäuschendes VGH-Urteil in Sachen Bugginger Grundwasserversalzung bestätigt wieder einmal die Erfahrung, dass in Sachen Umwelt zumeist nur die „kleinen Sünder“ bestraft werden. Wer sich als Umweltverschmutzer teure Anwälte leisten kann (wie die Kali und Salz AG) kommt meistens ungeschoren davon. Die Sanierung der Altlast „Abraumhalde Buggingen“ wird durch dieses Urteil der Allgemeinheit aufgebürdet und das Verursacherprinzip ausgehebelt.

29. April 2005
Die Umweltverbände am Oberrhein und auch der BUND fordern in Sachen Neukonzessionierung des Kraftwerks Kembs mehr Wasser in den Restrhein zu leiten. Das älteste, südlichste Wasserkraftwerk am Oberrhein bei Kembs befindet sich im Besitz der EDF und die Konzession läuft im Jahr 2007 aus. Damit die Ziele internationaler Programme wie "Rhein 2020" (aus dem Rhein einen Fluss voller Lachse zu machen), die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie und des Hochwasserschutzprogramms der IKSR erreicht werden können, fordern die Umweltorganisationen, dass der Mindestabfluss im Restrhein 100m3/s beträgt und die Abflüsse das ganze Jahr über an die Abflüsse z.B. am Pegel bei Basel oder Rheinfelden angepasst werden (naturnahe statt konstante Abflüsse). Aus dem „Restrhein“ muss wieder ein naturnaher Fluss für Mensch, Lachs, Kormoran und Eisvogel werden.

11. Mai 2005
Der Ausstiegsbeschluss der rot-grünen Bundesregierung führt zur Abschaltung des Atomkraftwerk Obrigheim. Fast gleichzeitig wird ein schwerer Atomunfall in der britische Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield bekannt. Das Regierungspräsidium Freiburg und der Regionalverband Südlicher Oberrhein verstärken ihre Verhinderungsplanung gegen Windräder in Südbaden und setzen so die politischen Vorgaben der Stuttgarter Atomparteien und der EnBW um.

Juni 2005
Der Benzinpreis erreicht auch in Südbaden mit Preisen von bis zu 1,25 Euro/Liter Superbenzin seinen bisherigen Höchststand. Das weltweit knapper werdende Öl löst beim abhängigen Patienten Mensch klassische Suchtsymptome aus. Statt Energie zu sparen und Alternativen zu fördern rufen wachstumsgläubige Politiker nach einer intensiven Ölförderung und nach der noch härteren Energiedroge Atomenergie.

17. Juni 2005
Der Trinationale Atomschutzverband TRAS der Bevölkerung um das AKW Fessenheim wird von Vertretern aus Frankreich, Deutschland und aus der Schweiz in Basel gegründet.

22. Juni 2005
Die Schweizer Atomlobby manipuliert eine Internet Abstimmung über die Sicherheit von AKW. Eine Internetumfrage der Zeitung "Schweizer Beobachter" zur Frage „Sind die Schweizer AKW sicher?" wurde aus der Zentrale der Hauptaktionärin des AKW Leibstadt, der NOK, gezielt manipuliert. Dies ist die erste nachgewiesene Manipulation einer Online-Abstimmung einer Zeitung durch die Atomlobby.

September 2005
Der Bundestagswahlwahlkampf steuert mit Getöse seinem Höhepunkt entgegen. "Unbegrenztes Wachstum ist dauerhaft möglich und die einzige Lösung aller Probleme" ist die nicht hinterfragte, zentrale Botschaft von FDP und CDU, aber auch fast aller anderen Parteien. Der BUND Regionalverband kritisiert die Mythen vom unbegrenzten Wachstum in einem Thesenpapier. Bei einem anhaltenden Wachstum von 3% verdoppelt sich das Bruttosozialprodukt alle 23 Jahre, bei 5% sogar bereits alle 14 Jahre. Und eine Menge, die exponentiell wächst, vertausendfacht sich jeweils nach der zehnfachen Verdoppelungszeit. Dauerhaftes exponentielles Wachstum einer Wirtschaft ist nicht möglich und führt zwangsläufig zur Selbstzerstörung.

November 2005
In den Vorstädten Frankreichs, in Paris aber auch im Elsass, in Straßburg und Mulhouse brennen Autos. Zur Umweltverschmutzung kommt immer auch die Innenweltverschmutzung. In trostlosen Vorstädten, mit fehlgeplanter Massenmenschhaltung, kumuliert eine verfehlte Einwanderungspolitik und eine ungerechte Verteilung von Chancen und Arbeit zu massiven Jugendkrawallen. Während eine verfehlte Politik, auch in Deutschland, auf eine Verlängerung der Wochen- und Lebensarbeitszeit setzt, bleibt ein größer werdender Teil der Menschen dauerhaft und gänzlich ohne Arbeit. Die Krawalle sind auch ein Menetekel zukünftiger sozialer Entwicklung. Info: Ökologie neue Armut und soziale Gerechtigkeit

Dezember 2005
Nach der öffentlichen Auflage des Entsorgungsnachweises für ein politisch gewolltes, geologisch schlechtes Atommüllendlager am Rheinfall (Benken) gehen rund 3800 Stellungnahmen ein. Die vielen Einsprüche sind ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit der Umweltorganisationen im Dreyeckland.

10. Dezember 2005
Der Friedensnobelpreis wird im Rathaus von Oslo an die IAEO/IAEA verliehen. Eine Initiative aus Südbaden löst eine weltweite Protestkampagne gegen diese Fehlentscheidung des Nobelpreiskomitees aus. Mit dem Friedensnobelpreis für die IAEA wird der atomare Bock zum Gärtner gemacht.

Jahresende 2005
Im Jahr 2005 hat in Freiburg die Zahl der Suizide, im Vergleich zu 2004 um 55 % zugenommen. Im Jahr 2005 hat in ganz Baden Württemberg die Zahl der Selbstötungen von 1366 auf 1422 zugenommen. Wachstumsgesellschaften mit zunehmender sozialer Destabilität zeichnen sich u.a. durch eine hohe Selbsttötungsrate aus.Info: Umwelt, neue Armut und soziale Gerechtigkeit

2006
Der Atomkonzern EnBWschmückt sich seit dem Jahr 2006 mit dem„Umwelt“zertifikat nach ISO 14001. Der Konzern, der seinen Strom u.a. aus überalterten, umweltbelastenden und gefährlichen Atomanlagen bezieht, versucht sich so ein grünes Image zu geben.

Winter 2006
Nachdem im Jahr 2005, nach 50 Jahren, der ersten Lachslaich in der Kinzig gefunden wurde, gab es 2006 nach über 100 Jahren den ersten Lachslaich in der Murg.

Januar 2006
Zu Beginn des Jahres 2006 lag die Staatsverschuldung bei ca. 1469 Milliarden EURO und die Neuverschuldung nimmt zu (im Jahre 2004 ca. 69 Mrd. EURO neue Schulden). Die Verschuldung pro Kopf der Bevölkerung betrug etwa 17.000 EURO. Der Staat gab jeden siebten Steuer-Euro für Zinsen aus. In einer Zeit in der die bestehende Infrastruktur in Deutschland fast nicht mehr unterhalten werden kann, fordern auch südbadische Politiker immer unsinnigere neue, teure Projekte (Parkhaus am Feldberg, neue Straßen, Flugplatz Lahr...). Wenn diese, mit Schulden gebauten, Projekte dann irgendwann endlich abgezahlt sind, beginnen die teuren Reparaturen.

Januar 2006
Erfolg für Mensch und Umwelt am Oberrhein. Die Straßburger Hausmüllverbrennungsanlage wurde nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen endlich entgiftet. Nach jahrzehntelangen Protesten von Umweltschützern von beiden Seiten des Rheins wurden 35,8 Millionen Euro in die absolut notwendige Entgiftung der MVA gesteckt. Luftreinhaltung, technischer Fortschritt und bessere Umweltgesetze fallen nicht vom Himmel, sie wurden und werden immer auch von UmweltschützerInnen erstritten.
Nach Angaben der Betreiber sollen statt bisher vier nun nur noch 0,1 Nanogramm Dioxine pro Kubikmeter Abluft "freigesetzt" werden. Stand der Technik sind tatsächlich die in ersten Messungen erreichten 0,01 Nanogramm Dioxine pro Kubikmeter Abluft. Auch im Bereich Stickoxide und Stäube gab es große, erfreuliche Fortschritte.

Anfang des Jahres 2006
hat das Amtsgericht Mulhouse (F) ein skandalöses Urteil in Sachen Umwelt verkündet. Hintergrund war die gravierende Grundwasserverschmutzung vom Jahreswechsel 2002 – 2003 bei der Rhodia in Chalampé. Unbemerkt war damals die unglaubliche Menge von 1200 Tonnen (!) Cyclohexan „ausgetreten“ und teilweise ins Grundwasser versickert. Nur 7500 Euro Bußgeld für 1200 Tonnen Cyclohexan im Grundwasser muss die Firma Rhodia in Chalampé jetzt zahlen.

Februar 2006
Auch in Freiburg und Südbaden gibt es Streiks von Beschäftigten des öffentlichen Dienstes gegen die geplante Arbeitszeitverlängerung. In Zeiten in denen durchRationalisierung, Effizienzsteigerung und Globalisierung die Arbeit immer weniger wird, sollen die „Noch“-Beschäftigten immer länger arbeiten, anstatt die weniger werdende Arbeit besser zu verteilen. Einer gestressten, überarbeiteten, gleichzeitig aber abnehmenden Zahl von Beschäftigten stehen immer mehr Arbeitslose, Dauerpraktikanten, Ein-Euro-Jobber und andre „Working Poor“ gegenüber. U.a. die sozialen Folgen einer solchen Politik, in der die Schere zwischen Arm und Reich und zwischen Arbeitslosen und Arbeit habenden immer größer wird, haben 2005 in Frankreichs Vorstädten zu massiven Krawallen und sozialer Destabilität geführt. Ausgerechnet im rot-grünen Freiburg werden Leiharbeiter als Streikbrecher eingesetzt um den Streik zu unterlaufen. Erschreckend ist der massive Einfluss neoliberaler ThinkTanks auf die öffentliche Debatte. "Arbeitszeitverlängerung schafft Arbeitsplätze", diese Lebenslüge ist der Tenor der Berichterstattung und "Zwei und zwei ist fünf", könnte man hinzufügen.

6. Februar 2006
Weil - Basel - Baubeginn für Zollfreie Straße: 110 Bäume entlang des Wieseflusses wurden gefällt, um der umstrittenden „Zollfreistraße“ Platz zu machen.

März 2006
Französische Politiker gegen AKW Fessenheim: Im Elsass haben 110 gewählte Abgeordnete verschiedener Parteien und verschiedener politischer Ebenen - Europaparlament, Gemeinderäte, etc. - die Stilllegung des Kernkraftwerks Fessenheim gefordert.

21. März 2006
Das Amtsgericht Mulhouse (F) verkündet ein skandalöses Urteil in Sachen Umwelt. Hintergrund war die gravierende Grundwasserverschmutzung vom Jahreswechsel 2002 – 2003 bei der Rhodia in Chalampé. Unbemerkt war damals die unglaubliche Menge von 1200 Tonnen Cyclohexan ausgetreten und teilweise ins Grundwasser versickert. Nur 7500 Euro Bußgeld für 1200 Tonnen Cyclohexan im Grundwasser muss die Firma Rhodia in Chalampé jetzt zahlen. Im Vergleich mit Urteilen bei kleinen Umweltstraftaten kann wohl von einem großzügigen "Mengenrabatt" ausgegangen werden.
Presseerklärung des BUND

Frühsommer 2006
Das französische AKW Fessenheim hat keine Kühltürme und setzt zu hundert Prozent auf die für die Betreiber EDF und EnBW profitable, für den Rhein aber höchst problematische Flusswasserkühlung. Im warmen Frühsommer 2006 wurde die kritische Hitzemarke beinah erreicht. Der Rhein darf durch die beiden Kraftwerksblöcke im Juni, Juli und August um skandalöse 4 °C und im September, Oktober, November, März, April und Mai um 6,5 °C erwärmt werden. Im Dezember, Januar und Februar darf der Rhein sogar um 7 °C wärmer werden. Bis auf 30 °C darf das Atomkraftwerk den Rhein aufheizen. Wenn alle Kraftwerke am Rhein auf Kühltürme verzichtet hätten, wäre der Rhein biologisch tot..

Herbst 2006
Der Ruf nach einem Rückzug Deutscher Soldaten aus Afghanistan wird lauter. Das so genannte «Kommando Spezialkräfte» der Bundeswehr KSK wird ohne ausreichende parlamentarische Kontrolle in Afghanistan eingesetzt. Wer Menschenrechte schützen will, darf diese nicht bei "Enduring Freedom" verletzen oder sich zum Helfershelfer von Menschenrechtsverletzungen machen.

Herbst 2006
Die Wälder am Oberrhein und im Schwarzwald sind auf Grund der Trockenheit, des Klimawandels und der Luftschadstoffe in einem verheerenden Zustand. Das öffentliche und veröffentlichte Interesse am Thema ist minimal.

2006
Geheimgehaltene Genmaisverursuche am Oberrhein hat die Genlobby von 1999 bis 2004 durchgeführt. Dies wurde 2006 bekannt. Ein (nie zugegebenes ) Ziel solcher Versuche ist es, eine Kontamination der umliegenden Felder zu erreichen. Inseln gentechnikfreier Nahrungsproduktion stören die Gewinninteressen der Industrie und ihrer Lobby in den Parlamenten. Irgendwann sollen die VerbraucherInnen nur noch die Wahl zwischen stark und leicht gentechnisch veränderten Nahrungs-mitteln haben. So soll Zwangsakzeptanz für Genfood geschaffen werden.

Dezember 2006
AKW Fessenheim und Terrorgefahr: Einen geheimen Brief der Umweltverbände in Sachen „Schutz des AKW Fessenheim vor Terrorgefahren“ wurde von Behördenvertretern leider veröffentlicht. Der BUND und die grenzüberschreitenden Umweltverbände wollen die Schließung eines Dammweges beim AKW Fessenheim. Von diesem Weg aus trennt nur noch der Seitenkanal des Rheins, ein lächerlich niedriger Zaun und dünner Beton einen möglichen Angreifer vom radioaktiven Reaktorkern und vom noch schlechter geschützten Zwischenlager für Atommüll. Erschreckend ist die Tatsache, dass überall der Überwachungsstaat ausgebaut und BürgerInnenrechte eingeschränkt werden. Dort wo allerdings konkrete Gefahren bestehen, schlafen AKW Betreiber, Behörden und Politik.

Jahreswechsel 2006 - 2007
Die Mehrwertsteuer wird erhöht. Die Konzerne zahlen immer weniger Steuern und die Steuerlast wird auf die kleinen und mittleren Einkommen umverteilt

Jahreswechsel 2006 - 2007
Rekord bei den weltweiten Militärausgaben
Die Kriegsführung der USA im Irak und in Afghanistan hat die weltweiten Rüstungsausgaben im Jahr 2006 auf ein Rekordniveau getrieben. Sie erreichten nach Schätzungen des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri mehr als 1,2 Billionen Dollar. Auch der Waffenhandel zieht wieder an. Hinter den USA und Russland war Deutschland 2006 der drittgrößte Exporteur von Militärmaterial.
1204 Milliarden Dollar betrug die Summe der Militäretats, das sind 184 Dollar (136 Euro) pro Kopf der Weltbevölkerung und elf Dollar mehr als im Jahr davor. Um die von der UNO festgelegten Milleniumziele zu erreichen, zu denen unter anderem die Eliminierung von extremer Armut und Hunger, universale Grundschulausbildung und die Reduzierung der Kindersterblichkeit zählen, wären 135 Milliarden Dollar nötig, rund 20 Dollar pro Weltbürger — eine Investition, die "nicht nur die Lebensbedingungen verbessern, sondern indirekt auch die internationale Sicherheit stärken würde" , meint Sipri.
Im letzten Jahrzehnt stiegen die Rüstungsausgaben um 37 Prozent, "hauptsächlich durch die kostspieligen Militäroperationen der USA in Irak und Afghanistan" , stellt Sipri fest. Mit einem Anteil von 46 Prozent steht das Pentagon für nahezu die Hälfte der weltweit ausgegebenen Rüstungsgelder. Quelle: Badische Zeitung 12.6.2007

Januar 2007
Das Nuklearforum Schweiz lässt seine Atompropaganda von Burson Marsteller organisieren.Es gibt keine menschengemachte Klimaveränderung und wegen dieser drohenden Klimakatstrophe brauchen wir dringend mehr Atomkraftwerke“ lauten die recht widersprüchlichen Werbebotschaften von Burson Marsteller, einer der weltgrößten PR Agenturen, die jetzt auch für das Schweizer Nuklearforum arbeitet.

Februar 2007
Die Überlegungen neue Kernkraftwerke in die Schweiz nach Beznau, Leibstadt oder Mühleberg zu bauen werden konkreter

März 2007
Erstmals seit 1912 ist der sichere Nachweis über ein Vorkommen der Wildkatze in Baden-Württemberg gelungen. Die Untersuchungen der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt haben ein Vorkommen der scheuen Tiere rund um den Kaiserstuhl bestätigt

April 2007
Eine Metall- und Schrottverwertungsanlage der Skandal - Firma GDE-Guy Dauphin Environnement soll im elsässischen Nambsheim gebaut werden. Monatlich sollen 32 750 Tonnen Schrott verarbeitet werden. In der Hauptwindrichtung liegen die Tourismus- und Weinbaugebiete des Tunibergs und des Kaiserstuhls. Die umweltbelastende Schwerindustriezone nördlich von Fessenheim soll massiv ausgebaut werden

April 2007
Die Werbung für umweltschädliches elektrisches Heizen, für Elektroöfen und Nachtspeicherheizungen nimmt zu. Die Energiekonzerne versuchen neue Abhängigkeiten zu schaffen

April 2007
Es häufen sich Hinweise auf einen drohenden Krieg gegen den Iran: Dieser Iran - Krieg wäre ein Atom-kraft-waffen-krieg!

April 2007
Deutsche Tornados sind im Süden Afghanistans im Kriegseinsatz. Die Entscheidungen über eine noch stärkere Beteiligung Deutschlands an diesem Krieg, am Hindukusch wird ohne große öffentliche Debatte gefällt. Noch gibt es erst vereinzelte Proteste

Mai 2007
Der BUND, der NABU und die AGUS sagen Nein zu TREA II. Sie lehnen eine zweite Müllverbrennungsanlage im Markgräflerland ab. Die Badische Zeitung berichtet nicht über den Verbändeprotest.

Mai 2007
In den größten Dopingskandal der deutschen Radfahrgeschichte sind auch Ärzte der Universitätsklinik Freiburg verwickelt. Flächendeckendes Doping ist auch ein Ausdruck einer perversen Leistungsgesellschaft.

31.Mai 2007
Industriegesteuerte Scheingewerkschaft aufgeflogen. Der in Haft sitzende Ex-Chef der „konzernfreundlichen“ Gewerkschaft AUB, Wilhelm Schelsky, hat sein öffentliches Schweigen gebrochen und den Vorstand des Münchener Siemens-Konzerns schwer belastet. "Ich war verdeckt als Lobbyist für Siemens tätig. Es gab einen klaren Auftrag aus der Konzernspitze. Der Plan kam aus dem Zentralvorstand" , sagte der industriegelenkte Boss der Scheingewerkschaft AUB dem Magazin Stern. Industriegelenkte Schein – Bürgerinitiativen und industriegelenkte Umweltverbände wie „Entlang des Rheins / au fil du rhin“ gibt es schon länger.

2007
Gegen die Eindeichung der Ill
Während in Deutschland viele Bäche und Flüsse zu eingedeichten Kanälen geronnen sind, gibt es in Frankreich immer noch viele unbegradigte, naturnahe Gewässer, die natürlichen Hochwasserschutz bieten.
Die französische Ill am Südlichen Oberrhein tritt im Frühjahr häufig über die Ufer und überflutet große Flächen ohne Schäden anzurichten. Doch jetzt wollen französische Planer auf Druck der Landwirtschaft die alten deutschen Fehler nachmachen. Die Ill soll eingedeicht werden. Alsace Nature, der große elsässische Umweltverband wehrt sich gegen diese Pläne die Hochwasserschutz und Naturschutz gefährden.

2007
Nie waren die Schornsteine grüner... Je mehr der Klimawandel 2007 politisch in den Vordergrund rückte, desto „grüner“ wurden die Anzeigen der Kohle- und Atomkonzerne , insbesondere der EnBW. Die Forderung nach Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke dient auch der psychologischen Entlastung vieler Politiker der Atom- und Kohleparteien. Sie tragen die Hauptverantwortung für die bisherige und zukünftige Verschwendung von Energie, Rohstoffen und für die drohende Klimaveränderung. Die Werbeabteilungen der Atomkonzerne bieten ihnen jetzt eine schöne Illusion, mit der sie sich scheinbar aus der Verantwortung stehlen können.
hier

Sommer 2007
Keine zweite Müllverbrennungsanlage TREA II und keine Müll(fern)transporte nach Bremgarten.
50 Megawatt Abwärme, d.h. täglich das Wärmeäquivalent von 120 000 Litern Erdöl, wird von der TREA I ungenutzt an die Umwelt abgegeben. 2007 war in Bremgarten eine zweite MVA in Planung, für die der Müll aus großer Entfernung herangekarrt worden wäre. Politischer Druck verhindert diese Fehlplanung.

Sommer 2007
Die geplante, „Stinkefabrik“ (Auto-Schredderanlage) problematische am Rhein bei Nambsheim (F) wird (vermutlich) nicht gebaut. Das Problem der geplanten 456 Hektar Industriezone nördlich von Fessenheim aber bleibt.

Sommer 2007
Der "Maiswurzelbohrer“ ist 2007 am Oberrhein erstmals angekommen. Jetzt entscheidet sich, in welche Richtung sich die Landwirtschaft langfristig entwickeln wird. Wird der Monokulturwurzelbohrer mit Gift und Genmais oder mit ökologisch und ökonomisch sinnvollen Fruchtfolgen bekämpft? Die in der Schweiz praktizierten Fruchtfolge ist eine erfolgversprechende Alternativen zu Gifteinsatz und Genmais.

Sommer 2007
In diesem Jahr rückte die Bedrohung des AKW Fessenheim durch Erdbeben und Terrorismus in den Vordergrund. Auf der ungesicherten Ostseite des Atomkraftwerks gibt es einen für jedermann nutzbaren Fahrweg mit „freiem Blick“ auf das Atomkraftwerk.

Sommer 2007
Endlich wird eine der problematischsten Altlasten in Südbaden saniert: die ehemalige Teninger Müllkippe an der Autobahn. Die im Volksmund "Schuttloch" genannte Deponie zeigt exemplarisch, wie leichtfertig und verantwortungslos in der Vergangenheit mit gefährlichen Giften umgegangen wurde. Ärgerlich ist aber auch, dass wie so häufig die Allgemeinheit für die Kosten aufkommt. 5,2 Mio. Euro soll die jetzt geplante Sanierung kosten, für die das Land (zu 86,25%) und die Gemeinde - also immer wir SteuerzahlerInnen - zahlen müssen.

Dezember 2007
Drei illegale Werbeschilder an der Autobahn werden abgebaut.
Die BUND-Initiative gegen die illegale „Verschilderung“ der Landschaft war erfolgreich. Ein IKEA-Schild in Teningen und zwei große Werbebanner bei Hartheim (Mc Donalds) an der Autobahn werden abgebaut.

Kritik an französischem Atomexport und Sarkozy
Gemeinsam mit der französischen CSFR hat der BUND in einer Medienmitteilung den französischen Staatspräsidenten Sarkozy kritisiert. Er versteht sich nicht nur als Staatspräsident, sondern auch als „Außendienstmitarbeiter der EDF“ und will Atomkraftwerke an den libyschen Staatspräsidenten Ghaddafi und auch in andere Spannungsgebiete verkaufen. Doch die Beispiele Pakistan, Nordkorea und evtl. auch Iran zeigen: Wer AKW hat, kann in Kürze auch Atomwaffen haben. So gefährdet Herr Sarkozy mit seinen atomaren Exportwünschen langfristig den Frieden auf diesem Planeten. Die Medien hatten an dieser Meldung kein großes Interesse. Umso häufiger war er mit seiner damaligen Geliebten und jetzigen Frau Bruni in der Presse. Wir hatten der großen Illusionsmaschine das falsche Futter gegeben. Wer interessiert sich für langfristige Gefährdung von Umwelt und Frieden, wenn über hübsche Affären berichtet werden kann?

Frühsommer 2008
Ein massives, verheerendes Bienensterben schädigt ca. 11500 Bienenvölker am Oberrhein. Hintergrund sind wieder einmal Pleiten, Pech und Pannen bei der Bekämpfung des Maiswurzelbohrers.

Bayer, Poncho, Bienen, Mais
Die Bienenvergifter haben einen Namen: Verantwortlich für die Produktion der Saatgutbeize „Poncho“, mit dem "Wirkstoff" genannten Nervengift Clothianidin, ist die Firma Bayer CropScience. CDU Landwirtschaftsminister Hauk steht wie immer fest an der Seite der Agrochemielobby.

2008 Eine weltweite Finanzkrise wird zur weltweiten Wirtschaftskrise
Diese Krise ist auch eine Umweltkrise, die Krise eines nicht nachhaltigen und nicht zukunftsfähigen Systems, ein Teilzusammenbruch der Raubbauwirtschaft.

Spätsommer 2008
Die so genannte Kontrollkommission CLS des französischen AKW Fessenheim hat einen neuen Vorsitzenden. Der bisherige Vorsitzende Pierre Schmitt wurde abgelöst durch den Bürgermeister von Ensisheim und Generalrat Michel Habig. "Herr" Habig ist ein vorbestrafter Brandstifter. Er hat die alte Geschichte der Pogrome am Oberrhein fortgesetzt und die Wohnwagen von Roma angezündet. Es ist eine Peinlichkeit, politische Dummheit und Blamage ersten Ranges für das Elsass, Herrn Habig weiterhin mit öffentlichen Ämtern zu betrauen.

Das Jahr 2008 war das Jahr einer traurigen „Rechthaberei“ für die Umweltbewegung
Viele alte Aussagen und Thesen des BUND und der Umweltbewegung wurden bestätigt. Wir hatten in der Vergangenheit immer gesagt, dass große Autos und Benzinschlucker nicht zukunftsfähig sind. Wir haben vor Cross Border Leasing gewarnt und schon vor Jahrzehnten mit dem Club of Rome auf die Endlichkeit der Rohstoffe und der atomaren wie fossilen Energievorräte hingewiesen. Während die Endlichkeit von Gas und Erdöl zwischenzeitlich offen diskutiert und anerkannt wird, wird die Beschränktheit der Uranvorräte von den Konzernen und Lobbyisten (vorerst) mal wieder bestritten.

18. Januar 2009
Wolfgang Clement und Dagmar Metzger, beide indirekt im Sold der RWE und EON stehend, gewinnen für die Atomkonzerne und das AKW Biblis, die Wahl in Hessen.

2009
EnBW und EDF wollen das AKW Fessenheim durch eine so genannte OSART Mission der IAEO grünwaschen. Initiiert wurde diese "Kontrolle" auch durch südbadische Atomlobbyisten.

2008 Die weltweite Finanzkrise / Wirtschaftskrise weitet sich aus
Die Krise ist auch ein Teilzusammenbruch der globalen Raubbauwirtschaft.

27. Juli 2009
1500 Soldaten der Deutsch-Französischen Brigade marschieren, teilweise mit aufgepflanztem Bajonett, durch Müllheim. Ca. 200 DemonstrantInnen protestieren gegen den Militäraufmarsch und gegen den Militäreinsatz in Afghanistan . Klatschende Angehörige der Soldaten, örtliche Prominenz und jubelnde Militärbegeisterte zeigen die wieder einmal die archaische Faszination, die von Waffen und "Kriegern" ausgeht.

27. September 2009
Bei der Bundestagswahl gewinnen die Atomkonzerne EnBW, RWE, Vattenfall und E.ON und ihre Lobbyisten in den Atomparteien FDP und CDU. Der Atomausstieg soll auf Druck der Konzerne rückgängig gemacht werden.

3. Oktober 2009
Friedlich - Freundlich - Selbstbewusst und Stark!“ demonstrieren ca. 10 000 französisch-deutsch-schweizer UmweltschützerInnen in Colmar gegen das französische Atomprogramm und insbesondere gegen das altersschwache Atomkraftwerk Fessenheim. Der Präfekt Pierre-André PEYVEL und Gilbert MEYER, der Bürgermeister von Colmar, versuchen mit allen Mitteln
die Kundgebung zu behindern. 3000 französische Polizisten verwandeln Colmar in eine Festung und zeigen was der Atomstaat Frankreich zu bieten hat.

Oktober 2009
Im EDF - EnBW AKW Fessenheim wurde am 20.10.2009 festgestellt, dass gerade 20 000 Liter Dieselöl (für die Notstromaggregate) ausgelaufen waren. 14 000 Liter gingen direkt ins Grundwasser, auf dem eine 2 Zentimeter dicke Ölschicht schwimmt. Das korrodierte Rohr war im Rahmen der „großen Fessenheiminspektion“ erst wenige Wochen zuvor, am 28.9.09 “gründlich“ untersucht worden...

4. November 2009
Die Weltnaturschutzunion (IUCN) stellt die aktuelle Rote Liste der weltweit bedrohten Tiere und Pflanzen vor. 17.291 und damit mehr als ein Drittel der 47.677 untersuchten Arten sind vom Aussterben bedroht. Die Liste erfasst nur einen Bruchteil der weltweiten Artenvielfalt. Der WWF geht davon aus, dass mehr als 10 Millionen Tier- und Pflanzenarten den Planeten besiedeln. Deshalb ist auch die Zahl der gefährdeten Spezies noch viel größer.

29. November 2009
Die Schweiz ist das erste Land der Welt, das die Errichtung von neuen Minaretten untersagen will. Nach einer aggressiven Kampagne verbucht die rechtspopulistische SVP einen erschreckenden Erfolg: Rund 58 Prozent der Bürger, bei einer Wahlbeteiligung von 54 Prozent, sagten Ja zu einem Bauverbot. Die Angst vor dem Fremden lässt sich (nicht nur in der Schweiz) hervorragend instrumentalisieren. Das Abstimmungsergebnis zeigt wie der Fundamentalismus, nicht nur in muslimischen Ländern, weltweit zunimmt und den Frieden bedroht. Das Zeitalter der Aufklärung liegt nicht hinter uns, sondern, wenn wir Glück haben, vor uns.

Vom 7. bis 18. Dezember 2009
fand in Kopenhagen die gescheiterte UN-Klimakonferenz statt. Das skandalöse Scheitern des Klimagipfels hat viel mit der "erfolgreichen" Arbeit der weltweit gut organisierten Klimaskeptiker zu tun. Die Strippenzieher der Öl-, Kohle-, und Autokonzerne haben insbesondere in den USA "gute Arbeit" geleistet.

2009 Die Katastrophe hat längst begonnen
Gerne wird in den Medien und der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert ob der Welt (und Südbaden) ökologische oder andere Katastrophen drohen. Doch Realität ist, dass diese Katastrophe schon stattfindet, nur eben bisher noch nicht bei uns am Oberrhein und vor allem gut verdrängt. Von 2008 bis 2009 stieg global die Zahl der chronisch hungernden Menschen von 850 Millionen auf über eine Milliarde. Dies ist eine unvorstellbare Katastrophe die u.a. ökologische und ökonomische Ursachen hat und es ist auch eine Verteilungsfrage.

Im Internationalen Jahr der Biodiversität 2010
sind Feldlerchen und Rebhühner in vielen Gebieten der Rheinebene bereits verschwunden. Der große Brachvogel und der Kiebitz stehen hier vor dem Aussterben.
Die Artenvielfalt am Oberrhein ist bedroht.

1. September 2010
Das französische Atomkraftwerk Fessenheim hat seit dem 1. September 2010 eine eigene, aus 38 Personen bestehende Polizeitruppe, „zum Schutz vor Katastrophen und Zwischenfällen“.
Die Idee alternde Atomanlagen mit Polizeitruppen zu schützen entspringt einem rückwärtsgewandten Sicherheitsdenken aus der Vor-AKW-Zeit. Die Polizisten sollen die Illusion von Sicherheit erzeugen. Vor den realen Gefahren des alternden AKW schützen sie die Bevölkerung aber nicht.
Info

28. September 2010
Die schwarz-gelbe Atomkoalition hat am 28.10.2010 die Forderung der Atomkonzerne EnBW, RWE, Vattenfall und E.ON erfüllt und und im Bundestag eine Verlängerung der Gefahrzeiten für die deutschen Atomkraftwerke durchgewunken. Der schon zuvor bekannt gewordene Geheimvertrag zwischen der CDU / CSU / FDP Regierung und den Atomkonzernen zeigt beinah mafiös anmutende, demokratiegefährdende Verstrickungen zwischen CDU / CSU / FDP und den Konzernen.
Die Bundesregierung verlängert die Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke um durchschnittlich 12 Jahre. Bleibt es bei dieser skandalösen Entscheidung, dann geht das letzte deutsche AKW frühestens 2040 vom Netz. Es ist zu erwarten, dass die AKW noch länger betrieben werden sollen und dies nach dem Prinzip der Salamitaktik durchgesetzt werden soll. Die Entscheidung bedeutet mehr Atommüllproduktion, mehr Kinderkrebs in der Umgebung von Atomkraftwerken und insbesondere mehr atomares Risiko durch überalterte Atomanlagen. Es bedeutet aber auch satte Profite für die Atomkonzerne auf Kosten der Allgemeinheit.
Der riskante Betrieb von Atomkraftwerken funktioniert nur in Ländern, in denen die politisch Verantwortlichen nicht damit rechnen müssen, im Falle eines schweren Unfalls zur Rechenschaft gezogen zu werden.

9. Dezember 2010
Im Burda Media Tower in Offenburg die Trinationale Metropolregion Oberrhein gegründet. „Eine Metropolregion ist eine stark verdichtete Großstadtregion von hoher internationaler Bedeutung.“ (aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie) Eines der Ziele der Metropolregion Oberrhein ist eine rasche Verwirklichung der europäischen Verkehrsprojekte am Oberrhein (Verkehrsdrehkreuz Oberrhein) Die "Natur am Oberrhein" kommt als Feigenblatt zum Schluss und von Nachhaltigkeit kein Wort. "Fortschritt am Oberrhein" war bisher fast immer die Metapher für Verkehrslärm, Flächenverbrauch, Zersiedelung, Zerstörung von Kultur, Natur und Lebensräumen und Heimatverlust. Infos: hier

11. März 2011
Die atomare Katastrophe in Fukushima trifft auch in Südbaden auf eine höchst aktivierte und motivierte Umwelt- und Anti-Atombewegung. Die von der schwarz gelben Bundesregierung umgesetzte Gefahrzeitverlängerung für AKW, die massiven Konflikte um das überteuerte Protz- und Immobilienprojekt Stuttgart 21, ein rückwärtsgewandter Ministerpräsident Mappus und die anstehenden Landtagswahlen haben schon vor dem Atomunfall zu einer Vielzahl von Aktionen und Demonstrationen geführt. Während aus den Reaktoren in Fukushima Radioaktivität und aus den Verlautbarungen von Tepco, AREVA, IAEA und der japanischen Regierung Lügen quellen vervielfältigen sich Aktionen und Demonstrationen in Südbaden aber auch im Elsass und der Nordschweiz.
  • In direkter Folge der Reaktorkatastrophe wird die CDU-FDP Landesregierung und Ministerpräsident Mappus abgewählt. 57 Jahre ununterbrochene Regierungsbeteiligung der CDU in Baden-Württemberg sind zu Ende.
  • Mit Winfried Kretschmann wird der erste GRÜNE Ministerpräsident. GRÜN-rot kommt an die Regierung (und wähnt sich fälschlicherweise an der Macht).
  • In der Schweiz nehmen die Proteste gegen die geplanten neuen AKW, im Elsass der Widerstand gegen das AKW Fessenheim zu. In einer gemeinsamen grenzüberschreitenden Aktion blockieren am 25.4.2011 viele 1000 DemonstrantInnen 11 Rheinbrücken zwischen Straßbourg und Bodensee und am 28.5.11 demonstrieren in Freiburg ca. 8000 Menschen gegen die Atomenergienutzung.
  • Auch die Schweiz beschließt den Neubau von AKW einzustellen.


30.6.2011
Der Bundestag beschließt den Atomausstieg bis zum Jahr 2022. Union, FDP, SPD und Grüne stimmten gemeinsam mehrheitlich für eine entsprechende Änderung des Atomgesetzes. Die nach dem Atomunfall in Fukushima stillgelegten acht Atomkraftwerke Biblis A und B, Neckarwestheim 1, Brunsbüttel, Isar1, Unterweser, Philippsburg1 und Krümmel dürfen nicht wieder ans Netz. Neun AKW gefährden auch in Zukunft Mensch, Natur und Umwelt. Sie strahlen weiter und gehen bis 2022 vom Netz: 2015 Grafenrheinfeld, 2017 Gundremmingen B, 2019 Philippsburg II, 2021 Grohnde, Brokdorf und Gundremmingen C. Im Jahr 2022 Isar II, Neckarwestheim II und Emsland. Der angefallene Atommüll wird noch ca. eine Million strahlen.

27.11.2011
Der Volksentscheid gegen das Protzprojekt Stuttgart 21 ist gescheitert. CDU, FDP, der "Betonflügel" der SPD und die Bau- und Tunnellobby (Herrenknecht...) haben sich durchgesetzt. Was im Abstimmungskampf von den Medien nie thematisiert wurde waren die ungleich langen Spieße der Befürworter und der Gegner. Wäre die direkte Demokratie ein Vogel, so könnte sich dieser nur hüpfend vorwärts bewegen, denn er hätte Geld in den Flügeln... Die Lobbyisten hatten sicher das 20 fache an Geld für ihre Kampagnen zur Verfügung und sie haben erfolgreich mit Habgierargumenten geworben. Angesichts dieses Ungleichgewichts hat die Umweltbewegung gut gekämpft und teilweise (in Südbaden und Freiburg) auch erfreuliche Erfolge erzielt.
Die Umweltbewegung hat auch in der Vergangenheit immer wieder Niederlagen einstecken müssen. Langfristig waren das dann fast immer folgenschwere und teure Niederlagen für alle Menschen. Ob die Bausumme die versprochenen 4,5 Milliarden übersteigt wird die Zukunft zeigen.

2010, 2011, 2012... Die Wirtschafts- und Finanzkrise spitzt sich zu
Eine Kritik und Analyse des BUND wird in den neuen Medien intensiv diskutiert. Die alten Medien verweigern sich dieser Debatte. Thesen die aufzeigen, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise auch damit zu tun haben können, dass wir in einer kritischen Endphase einer zerstörerischen globalen Wachstumsblase leben, werden von Medien nicht gerne diskutiert, die diese Mythen immer noch täglich verbreiten.

Holzindustrie gegen Nationalpark Nordschwarzwald
Endlich soll das nationalparklose Baden Württemberg einen kleinen Nationalpark im Schwarzwald erhalten. Doch die Lobbyisten der Holzindustrie, FDP und strukturkonservative Seilschaften kämpfen mit Geld, Macht und vorgeschobenen Naturschutzargumenten gegen den Naturschutz.

7.5.2012
Der Sozialist François Hollande wird zum französischen Präsidenten gewählt und löst Herrn Sarkozy ab. Sarkozy war der klassische Atomlobbyist und Vertreter des „atomaren Dorfes“ in Frankreich, der sich massiv für die Gefahrzeitverlängerung des französischen AKW Fessenheim engagierte. François Hollande hat versprochen das AKW Fessenheim bis zum Jahr 2017 abzustellen. Info

Das Jahr 2012
mit den multiplen Krisen, nicht nur in Südeuropa, mit globalen Kriegen (über die wir einseitig und parteiisch informiert werden) und Kriegsgefahren, war ein ökonomisches und ökologisches Krisenjahr. Die zunehmenden Folgen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise sind politische Verwerfungen, Arbeitslosigkeit, Armut, Gewalt, Hunger und Kriegsgefahren. Unsere undogmatische BUND-Krisen-Kritik und Ursachenanalyse wurde in in den "neuen Medien" und im Internet intensiv diskutiert.
Die „alten Medien“ haben diese Kritik, die aus dem klassischen linken und rechten Lagerdenken ausbricht, nicht aufgegriffen. Wer immer noch die alten Mythen vom „unbegrenzten dauerhaften Wachstum“ wiederkäut und als Problemlösung anbietet, der scheut davor zurück, darüber nachzudenken, dass dieses auf „unbegrenztem dauerhaftem Wachstum“ beruhende System vielleicht an seine ökonomischen und ökologischen Grenzen gestoßen ist und die verkündeten Heilserwartungen nicht mehr erfüllt und auch zukünftig nicht erfüllen wird. Während ein Teil der Welt hungert, wandern in Deutschland 50% der Nahrungsmittel auf den Müll. Wachstum ist nur noch möglich, weil immer unnötigere Produkte mit einer gezielt "eingebauten" verkürzten Produktlebensdauer produziert werden, während gleichzeitig die Endlichkeit der atomar-fossilen Energievorräte immer deutlicher wird. Während Menschen und Fabriken immer effizienter arbeiten, fragt keiner, wohin eigentlich die Effizienzrendite verschwindet. Das gute Leben mit einem massiv verringerten Input an Energie und Rohstoffen wäre möglich. Es wird unsere Aufgabe sein, stärker als bisher die Frage nach dem Bruttosozialglück in den Mittelpunkt unseres Handelns zu stellen.

Dezember 2012
"Stuttgart 21-Kosten nähern sich zehn Milliarden! Die Kosten für den Tiefbahnhof in Stuttgart laufen aus dem Ruder. Ein Bahn-Manager spricht von sechs Milliarden, eine Beratungsfirma von zehn" berichtet die Welt Es gibt einen ärgerlichen Satz der in fast allen Zeitungen steht. Dieser Satz lautet: "Das Projekt wird teurer als erwartet".
Doch Stuttgart 21 wird nicht teurer als erwartet, es wird teurer als vor der Volksabstimmung versprochen. Das ist ein wesentlicher Unterschied.
Auf eine makabere Art bestätigen sich jetzt auch nach und nach alle unsere Befürchtungen beim Stuttgarter Protzprojekt. Entgleisende Züge, mangelhafter Brandschutz, explodierende Kosten... Viele vorhergesagte Probleme werden erschreckend schnell traurige und teure Realität.




Heute: Das Zeitalter des Raubbaus und der Barbarei
Die Menschen der Umweltbewegung am Oberrhein (Südbaden, Elsass, Nordschweiz) haben viel erreicht. Luft und Wasser sind tatsächlich sauberer geworden. Das bedeutet aber nicht mehr und nicht weniger, als dass die weltweiten Zerstörungsprozesse hier in unserer Region ein wenig langsamer ablaufen als anderswo. "In einem Jahr verbrauchen wir gerade weltweit so viele fossile Rohstoffe, wie die Erde innerhalb einer Million Jahre herausgebildet hat." Quelle: Zukunftsfähiges Deutschland 2008. Gleichzeitig erzeugen wir Atommüll der eine Million Jahre sicher gelagert werden muss. Immer noch gehören auch wir am Oberrhein zu den, zumeist unzufrieden gehaltenen, 20% der Menschheit, die 80% der Energie und Rohstoffe verschwendet und die damit für den Großteil der weltweiten Umweltverschmutzung verantwortlich sind. Und die restlichen 80% der Welt (insbesondere China und Indien) sind gerade dabei unser zerstörerisches Modell einer Raubbauwirtschaft nachzuahmen. Zur Umweltzerstörung kommt im Zeitalter der Globalisierung ein zunehmend ungehemmter Konsumismus, eine Gefährdung der Demokratie, Ungerechtigkeit und Sozialabbau und eine verstärkte Innenweltverschmutzung. Hundertfünfzig Jahre Industrialisierung haben dazu geführt, dass die in vielen Millionen Jahren geschaffenen Energievorräte und die Rohstoffreserven der Welt zu Neige gehen und gleichzeitig haben wir u.a. mit Atommüll Gifte produziert, die über eine Million Jahre sicher gelagert werden müssen. Das menschengemachte Artensterben
und der Klimawandel nehmen zu und eine Milliarde Menschen hungert. Die nachfolgenden Generationen werden unser Zeitalter eine Zeit des Raubbaus und der Barbarei nennen. Die Zukunftsaufgabe auch der regionalen Umweltbewegung wird es sein, aufzuzeigen, dass unbegrenztes Wachstum begrenzte Systeme zerstört. "Gut leben statt viel haben" ist die Zukunftsdevise. Es gilt, eine tatsächlich nachhaltige Entwicklung einzuleiten.

Axel Mayer

Für Ergänzungen und Berichtigungen sind wir dankbar.
hier: Regionale Plakate und Umweltplakate im Internet



Hier finden Sie den umweltpolitischen Jahresrückblick des Bund für Umwelt und Naturschutz am Südlichen Oberrhein für Südbaden, Elsass und Nordschweiz
für die Jahre 2012, 2011, 2010, 2009, 2008, 2007, 2006, 2005, 2004, 2003, 2002, 2001, 1999...





Für Infos zu den Atomanlagen, einfach auf die Grafik klicken!












Umweltgeschichte / Regionalgeschichte in Südbaden, Elsass, Nordschweiz und am Oberrhein nach dem Jahr 2000







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Dieser Artikel wurde 2530 mal gelesen und am 8.12.2012 zuletzt geändert.