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Schließung von Fessenheim: François Hollande leider sehr unkonkret

12.03.2012
Schließung von Fessenheim im Jahr 2012 „nicht ausgeschlossen“?

30 Kilometer südwestlich von Freiburg und 30 Kilometer südöstlich von Colmar stehen die beiden alten französischen AKW-Reaktoren von Fessenheim. Die zwei ältesten Druckwasserreaktoren Frankreichs wurden 1977 und 1978 in Betrieb genommen. Die Nutzung der Atomenergie, gerade auch in Fessenheim, ist eine Gefahr für Mensch und Umwelt, insbesondere auch weil das AKW schlecht gesichert in einem Erdbebengebiet liegt. Ein Dammbruch des höher liegenden Rheinkanals könnte das Kraftwerk überfluten. Die außen liegenden "Abklingbecken" sind besonders stark gefährdet. Das Fundament der Anlage weist eine Dicke von nur 1,5 Metern auf. Dies ist somit die dünnste Fundamentierung aller französischen Kernkraftwerke und eine Sanierung käme die französische EDF und die deutsche EnBW extrem teuer. Die aktuell diskutierte "Verstärkung" der Bodenplatte um 50 Zentimeter ist lediglich eine kosmetische Maßnahme die der Aufhübschung des Schrottreaktors dienen soll.

Der grenzüberschreitende Widerstand gegen das altersschwache französische AKW hatte im Fukushima-Jahr 2011 gerade auch im Elsass massiv zugenommen und dieser Widerstand verstärkt sich. Bei einem Regierungswechsel in Frankreich stünde das AKW Fessenheim auf der rot-grünen Schließungsliste. Von einer sofortigen Schließung war bei Hollande allerdings von Anfang an keine Rede, versprochen wurde eine "Schließung innerhalb der Wahlperiode des Präsidenten".

Noch unkonkreter sind jetzt aktuelle Pressemeldungen: "Im Falle seines Wahlsieges will der französische Sozialist François Hollande das umstrittene Atomkraftwerk Fessenheim an der Grenze zu Deutschland allerdings nicht sofort stilllegen. Die Abschaltung werde „ein bisschen Zeit“ brauchen, sagte der für Energie im Hollande-Team zuständige François Brottes der Wirtschaftszeitung „Les Echos“. Der erste Satz widerspricht nicht den bisherigen Äußerungen des Präsidentschaftskanddaten. „Ein bisschen Zeit“ ist allerdings eine sehr vorsichtige Formulierung und dem "atomaren Dorf" in Frankreich geschuldet. Das undemokratische „atomare Dorf“ gibt es nicht nur in Japan sondern auch in Frankreich. An der Spitze stehen die EDF und AREVA. Die bilden eine dauerhafte habgiergeprägte Atomallianz aus Parteien, Regierung, Medien und den Technokraten und halten die gut dotierten Posten in den staatlichen Aufsichtsgremien und der Nuklearwirtschaft besetzt. Es ist traurig, dass gerade die Gewerkschaften in Frankreich ein zentraler Teil des undemokratischen „atomaren Dorfes“ sind. Und der Einfluss der Gewerkschaften auf die Sozialisten ist stark.

Nach Ansicht von BUND-Geschäftsführer Axel Mayer geht es den Gewerkschaften vor allem um die gigantischen Summen mit denen der Atomkonzern EDF die Gewerkschaften seit vielen Jahren „schmiert“. „So zahlt der Konzern seit 1946 jedes Jahr ein Prozent seines Umsatzes an die Sozialkasse CCAS. Diese hat rund 3700 Beschäftigte und besitzt Ferienzentren, Sanatorien und Restaurants, in denen sich EdF-Mitarbeiter mit ihren Angehörigen für wenig Geld verwöhnen lassen können. Zudem ist die CCAS eng mit der mächtigen, kommunistisch orientierten Gewerkschaft CGT verflochten. Mit Hilfe der einprozentigen Abgabe hat sich EdF über Jahrzehnte das Wohlwollen der Gewerkschaft erkauft", sagt ein Branchenkenner. Vor allem diesen Geldern sei es zu verdanken, dass die Kommunistische Partei Frankreichs noch existiere.“ berichtet "Die Zeit"

„Eine Ankündigung im Wahlkampf macht zwar noch keine französische Energiewende“ sagt BUND-Geschäftsführer Axel Mayer. „Ein bisschen Zeit bis zur Abschaltung“ reicht der Umweltbewegung nicht als Zeitangabe. Da hätten wir es doch gerne ein wenig konkreter. Der Bund für Umwelt und Naturschutz schaut dennoch vorsichtig optimistisch auf die Wahl in Frankreich.
Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer
Fessenheim-Info: hier


Schließung von Fessenheim im Jahr 2012 „nicht ausgeschlossen“?





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Dieser Artikel wurde 648 mal gelesen und am 13.3.2012 zuletzt geändert.