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Sicherheitskonzept für Loveparade und Katastrophenschutzplan für AKW

28.07.2010
Nachtrag:
Diese Pressemitteilung findet sich zwischenzeitlich an erfreulich vielen Stellen im Internet. Die "bürgerlichen Medien" haben, wie zu erwarten, nicht reagiert. Der Philosoph Günther Anders nannte dieses Wegschauen Apokalypseblindheit.



Von Sicherheitskonzepten und Katastrophenschutzplänen


"Sicherheitskonzept" und Loveparade in Duisburg: Eine Tragödie - und keiner will's gewesen sein.
"Notfallschutz" und Atomkraftwerke: Eine mögliche Tragödie - und keiner wird's gewesen sein.


Der so genannte Notfallschutz für Atomanlagen lässt sich zumindest in einem Punkt mit dem so genannten „Sicherheitskonzept“ für die Loveparade in Duisburg vergleichen. Das Duisburger Sicherheitskonzept war unzureichend und unrealistisch. Die Notfallschutzpläne für AKW sind unzureichend und unrealistisch.

Notfallschutz / Katastrophenschutz & AKW

Der AKW-Katastrophenschutz schützt vor einem „Kataströphchen“, nicht aber vor den weiträumigen katastrophalen Folgen eines unwahrscheinlichen, dennoch aber morgen schon möglichen schweren Atomunfalls. Die bisherige Notfallschutzplanung für Atomunfälle ist unrealistisch und ein politischer Kniefall vor den Atomkonzernen E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW. Insbesondere die viel zu kleinen Evakuierungsradien gehen an der erschreckenden Dimension eines Super-GAUs weit vorbei.
Der aktuelle Katastrophenschutzplan für Atomunfälle (aus sprachhygienischen Gründen heute in schönstem Neusprech "Notfallschutzplan", genannt) kann bei kleineren Atomunfällen, die erst nach mehreren Tagen zu einem Entweichen von Radioaktivität führen, zu einem gewissen Schutz der Bevölkerung beitragen. Er kann und soll auch Panikreaktionen verhindern, also beruhigen. Er soll vor allem Akzeptanz für Atomkraftwerke und Laufzeitverlängerung schaffen.

Bei schweren Atomkatastrophen, beim Super-GAU, bei denen nach kurzer Zeit ein Großteil des radioaktiven Inventars schnell entweicht, bieten die jetzigen, unrealistischen Katastrophenschutzpläne nur eine minimale Hilfe. Solche Unfälle, deren Eintrittswahrscheinlichkeit gering ist, die aber dennoch jeden Tag möglich sind, sprengen (wieder einmal) das Vorstellungsvermögen der planenden Behörden.

Sie sind im Plan "nicht vorgesehen“...


Nicht nur aus diesen Gründen fordert der BUND eine Energiewende mit schnellem Atomausstieg. Solange dies nicht geschehen ist, fordern wir eine Katastrophenschutzplanung, die diesen Namen auch verdient und Katastrophen- und Evakuierungsübungen, die sich am realen Gefahrenpotential von Atomanlagen und nicht an den Wünschen der Atomkonzerne orientieren.

Axel Mayer BUND-Geschäftsführer


Mehr Infos am Beispiel des deutschen Notfallschutzplanes für das AKW Fessenheim: hier
http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/katastrophenschutz-fessenheim-akw.html












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Dieser Artikel wurde 1129 mal gelesen und am 4.8.2010 zuletzt geändert.