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Rede / Stocamine-Demo in Wittelsheim 2.6.2012

02.06.2012

unten im Text finden Sie den Redebeitrag von BUND-Geschäftsführer Axel Mayer



BUND Regionalverband, Wilhelmstr. 24a, 79098 Freiburg
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

0761/30383, bund.freiburgbund.net, www.bund-freiburg.de

An die Medien am Südlichen Oberrhein
mit der Bitte um Ankündigung und Berichterstattung



Am 2. Juni gibt es um 15 Uhr in Wittelsheim (F) eine Kundgebung gegen Stocamine
und zur Rückholung des Giftmülls aus der maroden Deponie



Treffpunk am Wasserturm von Wittelsheim (route de Reiningue, Hauptstrasse) um 15 Uhr
zur Landkarte
Seit September 2010 warnen vom französischen Staat angestellte Experten, dass Giftmüll aus der "modernsten und sichersten", mittlerweile allerdings durch einen Brand zerstörten Giftmülldeponie Stocamine (F) schon in 100 bis 150 Jahren das Grundwasser am Oberrhein vergiften könnte. Diese Nachricht war ein Schock für den BUND, denn gemeinsam mit elsässischen BI`s und Alsace Nature hatten wir lange und leider vergeblich gegen dieses Projekt gekämpft. Wir warnten vor den massiven Gefahren und vor Billiglösungen und organisierten Einsprachen und Proteste. Auf der anderen Seite gaben Behörden, Betreiber und "Experten", wie immer bei solchen Projekten, Entwarnung.
Es ist dieser eine Satz, den UmweltschützerInnen immer wieder hören und der in den Medien in solchen Zusammenhängen häufig zu lesen ist: "Nach übereinstimmender Ansicht der Experten gibt es keinerlei ernstzunehmende Gefahren". Jetzt gefährdet der Brand eines Teils der 44.000 Tonnen angeblich "nicht brennbaren" hochgiftigen Giftmülls das Grundwasser vor unserer Tür und die Verantwortlichen werden (wieder einmal) nicht angemessen bestraft.
Die Giftmülldeponie Stocamine (F) und das Atommülllager Asse (D) sind zwei Beispiele, die zeigen, wie unverantwortlich mit den giftigsten Giften des Industriezeitalters umgegangen und wie Zukunft gefährdet wird. Bei der Asse und der Stocamine gilt gleichermaßen: Kurzfristige Billiglösungen sind nicht enkelgerecht und kommen uns langfristig sehr teuer.

Die elsässischen BI´s rufen am 2. Juni zu einer Kundgebung in Wittelsheim (F) auf:

Kommt zahlreich um von den französischen Behörden die Rückholung des Giftmülls zu verlangen bevor es zu spät ist !


Das Grundwasser am Oberrhein kennt keine Grenzen. Darum hat der Vorstand des BUND-Regionalverbandes Südlicher Oberrhein in seiner Sitzung beschlossen, den Aufruf der französischen Umweltgruppen in alter Tradition zu unterstützen und auch zur Kundgebung auf zu rufen.

Axel Mayer, Geschäftsführer


Info
BUND Stocamine Info
Homepage der franz. Bürgerinitiativen
deutschsprachige Seiten der Homepage der franz. Bürgerinitiativen




Asse – Stocamine: Ein Grußwort



Grußwort von BUND-Geschäftsführer Axel Mayer bei der Stocamine Demo am 2. Juni 2012 in Wittelsheim


Liebe französische Freundinnen und Freunde,

Ich bringe Euch Grüße

Grüße aus Deutschland

und Grüße vom BUND, einer Umweltorganisation mit 400 000 Mitgliedern

(AmiEs de la Terre Deutschland)

Was will ein Deutscher hier bei der Stocamine-Kundgebung in Wittelsheim?

Die Stocamine ist Euer Problem in Frankreich

Die Stocamine ist aber auch unser Problem in Deutschland


Wir leben zusammen am Oberrhein

Wir atmen die gleiche Luft

Wir trinken das gleiche Grundwasser


Der Schutz des Grundwassers ist nicht französisch

Der Schutz des Grundwassers ist nicht deutsch

Der Schutz des Grundwassers ist unser gemeinsames Anliegen

Wir, wir Menschen sind Europa


Darum war der BUND schon von Anfang an bei den Stocamine-Protesten dabei

Grenzüberschreitend gemeinsam haben wir vor den Stocamine-Gefahren gewarnt


Man hat nicht auf uns gehört

Wir waren die üblichen Bedenkenträger, Kostentreiber und Fortschrittsverweigerer

Der nicht brennbare Giftmüll war in der modernsten Deponie absolut sicher


Die Prognosen waren falsch

Der nicht brennbare Müll hat gebrannt

Der Giftmüll gefährdet das Grundwasser


Die Verantwortlichen haben lächerliche Strafe bekommen

Der Chef der Stocamine wurde zu einer Geldstrafe von 5.000 Euro verurteilt.

Wer im Elsass gentechtechnisch veränderte Reben herausreißt zahlt 50.000 Euro Strafe

Die großen Umweltsünder, Luft- und Wasservergifter kommen ungeschoren davon


Es gibt ein deutsches Sprichwort:

Die Kleinen hängt man und die Großen lässt man laufen

Das ist kein Vorurteil, keine Stammtischparole

Das ist immer wieder erlebte Realität eines seit bald vierzig Jahren aktiven Umweltaktivisten Info

Da gibt es zwischen Deutschland und Frankreich keinen Unterschied

Das Zeitalter von „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ liegt in der Zukunft


Auch in Deutschland gibt es eine Stocamine

Unsere Stocamine heißt Asse und liegt in Norddeutschland


In der Asse liegen 126.000 Fässer Atommüll

Die Asse war sicher

Die Asse war genau so „sicher und trocken“ wie die Stocamine


Jetzt laufen täglich 12 000 Liter Wasser in die absolut trockene Asse

126.000 Fässer mit schwach und mittel radioaktivem Abfall müssen hoch geholt werden

Über 2 Milliarden Euro soll das kosten


Es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen Asse und Stocamine


  • Erst wurden industriefreundliche Billiglösungen gesucht

  • Erst wurde gelogen und verharmlost

  • Dann wurden die Kritiker verlacht und bekämpft

  • Dann passierte das, was nicht geschehen durfte

  • Kein Verantwortlicher wurde richtig bestraft

  • Die Billiglösungen kommen uns teuer zu stehen

  • Nicht die verantwortlichen Konzerne bezahlen

  • Wir alle bezahlen



Wenn der Staat (nicht nur bei Asse und Stocamine!) auf uns Umweltschützer gehört hätte, dann hätte er Milliarden sparen können.
Manchmal träume ich den "schweinischen Traum" dem Staat 5% dieses Geldes in Rechnung zu stellen
Ich würde dann vermutlich im achten Stock des Freiburger BUND-Hochhauses im Penthaus arbeiten....


Bei der Asse und der Stocamine gibt es jetzt zwei ähnliche Überlegungen

  • kurzfristig billig ist es, den Müll unten zu lassen

  • kurzfristig teuer ist es, den Müll hoch zu holen



Die Billiglösungen sind nicht enkelgerecht

Die Billiglösungen kommen die nachfolgenden Generationen teuer zu stehen

Darum unterstützt der BUND Eure Forderung

Das Gift muss aus der Erde

Billiglösungen können wir uns nicht leisten

Ich danke Euch

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer
BUND-Stocamine-info





Axel Mayer, président du BUND Fribourg

Chers amis français,

Stocamine n’est pas uniquement votre problème à vous en France
Stocamine est aussi notre problème à nous aussi en Allemagne.
Nous vivons ensemble dans cette région au bord du Rhin
Nous respirons le même air
Nous buvons la même eau, tirée de la même nappe phréatique.
La protection de la nappe phréatique n’est pas uniquement une affaire française 
Ce n’est pas non plus uniquement une affaire allemande
La protection de la nappe phréatique, c’est une affaire qui nous concerne tous,
Nous sommes l'Europe
C’est pourquoi, nous les membres du BUND, dès le début, nous avons manifesté notre opposition au projet Stocamine
Au-delà de la frontière, ensemble avec les associations alsaciennes, nous avons dénoncé le danger que représentait Stocamine.
On ne nous a pas écouté.
Comme d'habitude, nous étions qualifiés de sceptiques, d'opposants au progrès.
Les déchets dangereux non inflammables étaient en toute sécurité dans la plus moderne des décharges existantes.
Seulement voilà, les prévisions se sont avérées fausses
Les déchets dangereux non inflammables ont brûlé et mettent en danger la nappe phréatique
Les responsables ont écopé d’une peine ridicule,
Le directeur de Stocamine a été condamné à une amende 5000 euros.
Celui qui en Alsace arrache une vigne transgénique, se trouve condamné à une amende de 50.000 euros.
Les gros pollueurs, ceux qui empestent l’air et empoisonnent l’eau s’en sortent à bon compte.
Il existe en allemand un dicton qui dit « on arrête les petits et on laisse courir les gros »
Ce n’est pas un préjugé, ce n’est pas non plus une parole de bistrot.
C’est toujours la même et triste réalité.
Aucune différence entre l’Allemagne et la France
Le temps du slogan « Liberté, Egalité, Fraternité », est toujours pour plus tard !
En Allemagne aussi il y a un Stocamine,
Notre Stocamine s’appelle Asse et se trouve dans le nord de l’Allemagne.
Dans la mine, à Asse, on a entreposé 126.000 fûts de déchets radioactifs
Asse était sûre,
aussi sûre que Stocamine
A présent l’eau coule dans la mine d’Asse.
On doit retirer les 126.000 fûts déchets radioactifs,
Cela va coûter plus de 2 milliards d’Euro.
Il y a beaucoup de similitudes entre Asse et Stocamine
Au départ on a menti et banalisé,
Ensuite est arrivé ce qui ne devait pas arriver.
Aucun responsable n’a vraiment été condamné
Les solutions bon marché nous coûtent très cher
Ce ne sont pas les entreprises responsables qui payent
Nous, tous les citoyens devons payer
À Asse comme à Stocamine, on peut se faire les mêmes réflexions :
- à court terme, il est économe de laisser les déchets au fond
- à court terme il est coûteux de remonter les déchets

Les solutions bon marché ne sont pas faites pour nos petits-enfants,
Les solutions bon marché vont coûter très cher aux générations futures.
C’est pourquoi le BUND soutient la revendication du Collectif Destocamine du déstockage total de tous les déchets de Stocamine.
Les déchets doivent être recyclés dans la mesure du possible et le reste doit être déposé dans un endroit sûr et accessible, si possible dans le pays qui a produit les déchets.
Dans le pire des cas cela peut être en Allemagne, si là le stockage est effectivement et objectivement sûr.
Ce poison doit être sorti de terre.
Nous ne pouvons pas nous permettre d’accepter des solutions à bas prix, il en va de notre dignité



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Dieser Artikel wurde 1516 mal gelesen und am 30.1.2014 zuletzt geändert.