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Bürgerinitiativen von der Industrie gesteuert? ("Wattenrat" - "Bundesverband Landschaftsschutz" Nachtrag)

Aktueller Nachtrag:

Eine erstaunliche und ziemlich verspätete "Reaktion" des "Wattenrats" auf diese alte Dokumentation eines Vortragsmanuskripts der Fachautorin Claudia Peter finden Sie unten angehängt. Auf die detaillierte und mit Quellenangaben belegte Kritik der unabhängigen Fachautorin Claudia Peter (deren Text wir dokumentiert haben) geht der Wattenrat leider nicht ein. So schreibt der Wattenrat zwar: "Es gibt zwei Gerichtsurteile (Trier und Gießen), die eindeutig feststellen, dass dem BLS keine Nähe zur Stromwirtschaft nachzuweisen ist." Frau Peter beschreibt allerdings nicht "die Nähe zur Stromwirtschaft" sondern belegt die Nähe einiger Vertreter des "Bundesverbands Landschaftsschutz zur Aluminiumindustrie.

Von einer seriösen Presseerklärung hätten wir erwartet, dass zumindest aufgezeigt worden wäre, dass es sich bei diesem Text um die Dokumentation einer BUND-externen Journalistin handelt. Dennoch wollen wir Ihnen die Presseerklärung des Wattenrats nicht vorenthalten, denn Text und die Wortwahl ("durchideologisierte Windkraft-Stalinisten") sprechen für sich.

Eine Information, warum wir Windenergie brauchen, finden Sie hier





Ein Vortragsmanuskript der Fachautorin Claudia Peter



Kennen Sie die erfolgreichste industrienahe Tarnorganisation
in der heutigen Umweltpolitik? Die meisten von ihnen werden von dem Namen bisher nicht gehört haben, wohl aber von dem Schaden, den diese Organisation bereits angerichtet hat. Es dreht sich um den Bundesverband Landschaftsschutz (BLS). Die Organisation agitiert erst seit zehn Jahren gegen die Windkraft in Deutschland. Sie hat es in dieser Zeit geschafft, das einflussreichste politische Magazin Deutschlands förmlich zu kapern1. Das beginnt 1998, als BLS-Protagonisten im Spiegel mit abstrusen Behauptungen zu Wort kommen. So darf etwa Otfried Wolfrum, ein Vermessungstechniker von der in der Klimaforschung eher unbekannten Fachhochschule Darmstadt, im Spiegel die Frage stellen, ob Kohlendioxid überhaupt zur Erderwärmung beitrage.

In diesem Stil geht es weiter im Spiegel.
Schlagzeilen wie „Keine Zukunft für die Windkraft“ oder „Die grosse Luftnummer“ sprechen Bände. Den größten Eklat gab es in diesem Frühjahr. Spiegel-Chefredakteur Aust strich höchstpersönlich einen bereits geschriebenen Artikel seiner langjährigen Umweltredakteure Harald Schumann und Gerd Rosenkranz. Begründung: Grundsätzlich sei es Aufgabe der Chefredaktion, unsinnige und nicht der Realitätsprüfung standhaltende Geschichten nicht zu drucken2. Die Geschichte endete spektakulär: Schumann und Rosenkranz – zwei seit Jahrzehnten beim Spiegel tätige Journalisten – verließen das Blatt. Ihren Artikel stellten sie ins Internet. Alle Welt sollte ihre Arbeit vergleichen können mit dem Text, der dann tatsächlich erschien.

Denn der Spiegel ließ das Thema nicht fallen.
Er fand zwei andere Journalisten, die eine Titelgeschichte nach dem Gusto des Chefs schrieben. Darin fand sich das haarsträubende Zitat, Windräder seien „die schlimmsten Verheerungen seit dem 30jährigen Krieg“. Der 30jährige Krieg, nur zur Erinnerung, tötete ein Drittel der Bevölkerung im heutigen Deutschland. Es fanden seither auch noch ein paar andere Ereignisse statt, die die Landschaft in Deutschland ein bisschen verheerten: Der Erste Weltkrieg, der Zweite Weltkrieg ... alles nicht so schlimm wie Windräder. Auf exakt dieser Linie „argumentiert“ der BLS. Steinkohle, Braunkohle, Hochspannungsmasten... alles nicht der Rede wert. Der einzige Feind der deutschen Landschaft heisst Windkraft.

Wer nun ist dieser so ungewöhnlich schlagkräftige Verband?
Gegründet erst Ende 1994, hat er bis 2002 Windkraftanlagen im Wert von etwa 300 Millionen Euro verhindert3. Schwesterorganisation mit identischen Propagandatechniken gibt es heute in vielen Ländern Europas. Die bekannteste ist „Country Guardian“ in Großbritannien. Einer der Gründer dort war Sir David Ingham, ehemaliger Pressesprecher Margaret Thatchers, gleichzeitig im Vorstand einer Organisation, die sich „Supporters of Nuclear Energy“ nennt4.

Das Rezept der Windkraft-Gegner ist einfach:
Überall, wo lokale Windkraftanlagen entstehen sollen, melden sich in Windeseile „Bürgerinitiativen“ zu Wort. Deren Sprecher sind in der Regel unbekannte Leute, die nie zuvor in der Lokalpolitik eine Rolle gespielt haben. Sie werden erst verschreckt und dann trainiert von Argumentationsbroschüren des BLS. Als Referenten zum Thema Windkraft laden sie dann häufig die Führungsfiguren des BLS ein. Wo die direkte Einflussnahme des BLS endet und echtes Bürgerengagement beginnt, ist dabei schwer abzuschätzen. Fest steht: Mit Hilfe unbekannter, aber nie versiegender Geldquellen ist es dem BLS gelungen, an Dutzenden von Windkraft-Standorten eine St.-Florians-Dynamik aufzubauen, die friedliche Dörfer in bisher kaum gekannter Weise spaltet.

Einer der eifrigsten Reisenden für den BLS
ist bis heute der Bonner Rechtsanwalt Thomas Mock. Er hatte die Freundlichkeit, von seinem Arbeitsplatz aus viele Faxe mit BLS-Material zu verschicken. Der Journalist Michael Franken fand heraus, wo Mock arbeitete5. Die Faxe kamen von einem Gerät in den Vereinigten Aluminiumwerken. Für diese Firma, eine Tochter des damals noch selbständigen bayerischen Energiekonzerns VIAG, war Mock tätig. Er selbst redete sich auf ein Versehen hinaus. Die Anti-Windkraft-Arbeit sei seine Privatsache.

So ist es bis heute.
Mock ist deutschlandweit als „Experte“ für Windkraftgegner unterwegs, manchmal vier- bis fünfmal in der Woche. Aber seinen Arbeitgeber hat er gewechselt. Monitor-Journalist Sascha Adamek entdeckte ihn in diesem Frühjahr auf dem Podium einer Hamburger CDU-Initiative gegen die Schließung des dortigen Atomkraftwerks6. Dort wurde er vorgestellt als Vertreter des Konzerns Hydro-Aluminium. Hydro ist Deutschlands drittgrößter Aluminiumkonzern. Die Stromrechnung macht bei Aluminiumhütten 40 Prozent der Kosten aus. Deswegen sind Windkraft und Einspeiseverordnung (die Einspeiseverordnung ist Bestandteil des EEG) nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz ihnen ein Greuel. Sie bleiben lieber bei der Atomkraft. Denn die exorbitanten externen Kosten und Risiken tragen dort andere: der Steuerzahler, die Natur, die Menschen in den Uranabbaugebieten und zukünftige Generationen.

Man kann feststellen:
Auf dem Umweg über das schlecht getarnte trojanische Pferd BLS hat die Alu-Industrie heute den Spiegel in der Tasche. Denn von den beruflichen Verpflichtungen des Herrn Mock stand dort nie ein Wort. Nie stellte das doch dem investigativen Journalismus verpflichtete Blatt die Frage, woher denn dieser Verband das Geld habe, acht Tage nach Bekanntwerden eines Windkraft-Standortes mit Tausenden mehrseitigen Broschüren zur Stelle zu sein. Nie fragte er, weshalb die Protagonisten dieser Vereinigung monatelang durch Deutschland reisen können, um die Botschaft von der schrecklichen Windkraft auch noch ins letzte Schwarzwalddorf zu tragen.

Wer diese einfachen Fragen stellt,
hat alle Chancen, industriegesponsorte Gruppen von echten Bürgerinitiativen zu unterscheiden. Schon ein Vergleich der Positionspapiere wirkt oft ziemlich erhellend. Dazu kommt das Einmaleins der Recherche: Wo ist der Verein eingetragen? Wer sind die Gründungsmitglieder? Wie sieht die Satzung aus? Wie hoch ist das Vereinseinkommen aus Mitgliedsbeiträgen? Wie sieht der Finanzbericht aus? Das sind ganz selbstverständliche Fragen. Deswegen ist die eigentlich interessante Frage: Weshalb werden sie nicht gestellt?

Warum fallen Leute wie Stefan Aust
auf derart durchsichtige Methoden herein? Herrmann Scheer hat in der TAZ eine nach meiner Meinung überzeugende Antwort gegeben7. Er macht „Neozyniker“ in Deutschland aus, Menschen, die den Gedanken an die Möglichkeit sozialer und ökologischer Reformen aufgegeben haben. Ihre „geistige Kapitulation“ vor den ach so mächtigen Sachzwängen – ich paraphrasiere Scheer - verursache bei den Betroffenen aber ein schlechtes Gewissen. Schließlich haben sie ja auch mal Ideale gehabt. Dieses schlechte Gewissen müssen unsere Neozyniker dauernd beruhigen. Deswegen tritt in ihrer Wortwahl so häufig diese unterdrückte Wut und Aggressivität zutage, die sich auch in den Anti-Windkraft-Pamphleten des BLS niederschlägt.

Dieses Zusammentreffen unendlich reicher Wirtschaftslobbies mit den aggressiven Ideologen von der neozynischen Seite ist die größte Gefahr für die Erfolge der Umweltpolitik – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Denn die Konzerne haben das Geld und die Techniken, um die Wut der Neozyniker für sich zu nutzen.


Zunächst, stellen sie gerne fest:
Wir selbst sind die besten Umweltschützer. Atomkraftwerke sind architektonische Offenbarungen, Klärschlamm ist gesund8, mit solchen Slogans versuchen sie, Punkte zu machen. Mit teilweise bemerkenswertem Erfolg. ...Ein Beispiel: der Chef von bp, John Browne (das wird jetzt übrigens klein geschrieben und heißt „beyond petroleum“, nicht mehr British Petroleum). Browne wurde vom Time Magazine in diesem Jahr wegen seines angeblichen Umwelt-Engagements zum Manager des Jahres gekürt, als „Global Green Oilman“9. Der Grund: BP hat erkannt, dass die Ölquellen versiegen und in erneuerbare Energien investiert. Wie übrigens auch andere Ölkonzerne. Aber an der Situation der indigenen Stämme in den Öl-Fördergebieten Kolumbiens hat sich nichts geändert. Sie leben immer noch in unvorstellbarer Armut in einer ölverseuchten Umwelt10. Und die von BP in Großbritanien verteilten Schulbücher zu Themen wie Luft- und Wasserverschmutzung vertiefen vorsichtshalber nicht die Frage, was fossile Brennstoffe wie Öl zur Erderwärmung beitragen.

Die Medien in den Industriestaaten
sind offensichtlich schon beeindruckt, wenn ein Ölmanager erwähnt, dass es auch andere Energiequellen gibt als Petroleum und dafür seine Stirn in Denkerfalten legt. Im Englischen gibt es dafür einen treffenden Ausdruck: Greenwash. Auf Deutsch: Die PR-Materialien werden einmal kurz Korrektur gelesen und lindgrün angestrichen. Für ein paar nette Artikel langt das. Aber Umweltschützer mit ihrer langjährigen Erfahrung lassen sich davon selten beeindrucken. Für sie haben die Konzerne etwas anderes in petto: eine in den USA entwickelte und dort seit Jahren bestens funktionierende Strategie des divide et impera – teile und herrsche, oder eher: spalte und herrsche. Der Arbeitsauftrag lautet, „aus Idealisten Realisten machen, die Realisten auf die eigene Seite ziehen und die Radikalen isolieren.“11 Teile eins und zwei dieser Strategie haben auch in Deutschland schon ein paar Mal funktioniert. Ich erinnere nur an Jens Katzek, den ehemaligen BUND-Referenten für Bio- und Gentechnologie, der jetzt für die Gentech-Industrie Anzüge trägt. Doch andererseits sind in Deutschland schon häufiger Umweltverbände aus sogenannten Dialog-Veranstaltungen ausgestiegen. Sie wollten kein rechtes Verständnis für die Sorgen der Industrie entwickeln.

Damit sind wir bei dem Teil der Strategie,
der in Deutschland noch geübt wird: „Radikale“ isolieren. Was das bedeuten kann, lässt sich in den USA und Großbritannien schon besichtigen. Um Umweltorganisationen in der Öffentlichkeit schlecht zu machen, braucht man zunächst Informationen über sie. Da gibt es eine ganze Anzahl Möglichkeiten12:

  • Möglichkeit 1: Garbology.
    Das bedeutet schlicht und ergreifend: Müll sammeln. In Holland schlich sich ein Spion bei mindestens 30 Organisationen aus der Umwelt- und Dritte Welt-Bewegung ein und bot sich an, ihr Altpapier zu entsorgen. Angeblich wollte er den Erlös einer Hilfsorganisation in Afrika spenden. Das ging acht Jahre lang, bis er aufflog. Die betroffenen Gruppen wunderten sich sehr, dass ihre internen Informationen plötzlich an Industrieverbände und Zeitungen gelangten. Des Rätsels Lösung: Der Spion arbeitete für eine private Sicherheitsfirma, die General Security Consultancy in Amsterdam. Die Firma sammelte das Material und verkaufte es weiter. So etwas kann sehr gefährlich werden. Das zeigt das Beispiel des Fascism Research Collective. Diese Gruppe beobachtet die Aktivitäten rechtsradikaler Splittergruppen in Holland. Einige Mitglieder mussten entdecken, dass Faschisten ihre Namen und Privatadressen kannten.

  • Möglichkeit 2: Undercover-Agenten
    McDonalds trieb diese Methode zur Kabarett-Reife. Anfang der 90er Jahre machte die Gruppe Greenpeace London (nicht zu verwechseln mit der großen Organisation Greenpeace) mit Flugblättern gegen den Fress-Konzern mobil. Zu den Treffen kamen nie mehr als 10 Leute. McDonalds beauftragte Detektive, die Gruppe auszuspionieren. Nachweislich waren sechs Undercover-Agenten aktiv. Die sechs wussten nichts voneinander und haben sich fleißig gegenseitig bespitzelt. Zutage kam das bei einem Prozess, den McDonalds gegen zwei Mitglieder von Greenpeace London anstrengte. Die Firma blamierte sich dabei bis auf die Knochen.


Diese Spionage gibt es nicht nur in England,
obwohl sie oft von dort ausgeht. Das deutsche Beispiel trägt den Namen Manfred Schlickenrieder. Schlickenrieder war ein langjähriger Angestellter der Firma Hackluyt, der vorher beim deutschen Verfassungsschutz beschäftigt war. Hackluyt ist eine Sicherheitsfirma, gegründet von Ex-Agenten des britischen Geheimdienstes. Ziel: Sie wollen für die Industrie dasselbe tun wie früher für ihre Regierung: Informationen beschaffen, die man in keinem Internet-Archiv findet. Schon 2001 zählte ein Viertel der größten britischen Unternehmen zu Hackluyts Kunden. Schlickenrieder war für Hackluyt in ganz Deutschland und der Schweiz unterwegs. Die Aktivisten kannten ihn als progressiven Filmemacher. Seine Kamera öffnete ihm viele Türen. Doch in Wahrheit wanderten Berichte über die Aktivitäten der Organisationen zuverlässig nach London – in die Hackluyt-Zentrale. Zu den Ausspionierten zählt unter anderen auch Greenpeace Deutschland. Es war eine kleine kommunistische Organisation aus der Schweiz, der Revolutionäre Aufbau, die Schlickenrieder schließlich enttarnte.

Sind solche Agenten erst einmal eingeschleust,
kann man sie auch anders verwenden. Folgendes Szenario ist jederzeit denkbar: Eine Gruppe bekommt ein neues, auffallend engagiertes Mitglied. Das Mitglied hat Ideen für eine Kampagne gegen eine Firma, die die Gruppe bisher nicht beachtet hat. Doch er oder sie kann auch von der Konkurrenz geschickt sein. Denn die freut sich natürlich, wenn ein Mitbewerber die Umweltbewegung auf dem Hals hat. Wenn man genug Informationen gesammelt hat, kann man daran gehen, die Aktivisten einzuschüchtern und zu diskreditieren. Auch da gibt es verschiedene Methoden.

  • Möglichkeit 1: SLAPPS.
    Das Wort klingt im Englischen wie slaps (Schläge) und ein Schlag sind sie auch für die Betroffenen, diese Gerichtsverfahren mit furchterregenden Schadenersatzforderungen. SLAPPS steht für Strategic Lawsuits against Public Participation. Einmal habe ich so etwas selbst erlebt. Ein Jahr, nachdem mein Buch „Deckmantel Ökologie“13 herausgekommen war, schickte eine der dort portraitierten Gruppen, der Bundesverband für fachgerechten Natur- und Artenschutz BNA, eine Klageschrift. Der Verband forderte sowohl vom Verlag als auch von mir 50.000 Mark sowie das Einstampfen sämtlicher Exemplare des Buches. Es war ein dilettantischer Versuch. Der Anwalt von Droemer-Knaur schrieb zwei Briefe und die Organisation zog drei Tage vor dem Gerichtstermin ihre Klage sang- und klanglos zurück.

    Solche Verfahren landen selten vor Gericht. Ihr Ziel ist, die Aktivisten schon im Vorfeld einzuschüchtern. Denn wer riskiert schon für ein bisschen Umweltschutz lebenslange Schulden? Und wer riskiert Gesundheit und Leben? Wir sind bei der nächsten Methode:

  • Möglichkeit 2: Einschüchterung
    Im Extremfall bedeutet das: Schierer Terror. In den USA wurden einige Umweltschützer bedroht. Dort wurde die Debatte um Naturschutz und Landnutzung in den späten 80er und frühen 90er Jahren mit harten Bandagen geführt. Auf der einen Seite stand das „Wise Use Movement“, ein loser Zusammenschluss von Grundstücksspekulanten, Bergbau- und Holzunternehmen sowie Off-Road-Motorsportclubs. Auf der anderen Seite Earth First!, eine Umweltinitiative, die schon mal Bäume mit Nägeln spickte, um sie vor den Holzfällern zu retten. „Wise Use“, der weise Gebrauch der Natur, gilt dann als weise, wenn er Unternehmen zu Gewinnen und Motorsport-Freaks zu Geschwindigkeitskicks verhilft.


Gruppen aus dieser Szene veröffentlichten Namen und Adressen von Earth First!-Aktivisten.
Es war einer der ersten Fälle, in denen dazu das Internet benutzt wurde. Die Gruppen waren auch so freundlich, genaue Ratschläge zu geben, wie man die Umweltschützer drangsalieren könne. Einige nahmen das ernst. Earth-First! Mitglied Judi Bari erhielt monatelang Drohbriefe von einem „Rächer des Herrn“. Er drohte ihr mit dem Tod. Am 23. Mai 1990 explodierte in ihrem Auto eine Bombe, als sie auf dem Weg zu einem Earth First!-Treffen war. Dem FBI gelang das Kunststück, das Opfer noch im Krankenhaus zu verhaften. Sie habe die Bombe selbst ins Auto gepackt, lautete die Beschuldigung. Drei Jahre später ließ das FBI diese Beschuldigung fallen. Es gab nicht den Schatten eines Beweises. 1997 starb Judi Bari an den Spätfolgen ihrer Verletzungen. Der Rächer des Herrn läuft frei herum. Er wurde nie ermittelt.14 Das ist der bis heute extremste Fall von Terror gegen Umweltschützer in den USA. Aber bei weitem nicht der Einzige. Oft genügte es, Umweltschützern die Leichen ihrer vergifteten Hunde vor die Haustür zu legen, um sie zum Wegziehen zu bewegen. Hier sieht man, wohin die Koalition zwischen mächtigen Unternehmerlobbies und neozynischen Fanatikern führen kann. Geradewegs in den Terror. In den letzten Jahren ist die Zahl solcher Vorfälle in den USA übrigens stark zurückgegangen. Kein Wunder. Wise Use hat jetzt Regierungsmacht. Die Regierung Bush hat in den ersten drei Jahren über 200 Umweltgesetze entweder aufgeweicht oder ganz abgeschafft.15 Ihre Propaganda wirkt wie abgeschrieben von Wise Use. Das „Healthy Forests“–Programm verschafft Holzfirmen die Möglichkeit, alte Urwälder abzuholzen. Sein „Clear Skies“-Programm führt dazu, daß die schmutzigsten Kraftwerke die Luftreinhaltevorschriften des Clean Air Act nicht mehr einhalten müssen16.

Die Erfolge in den USA
waren für die Unternehmerseite so ermutigend, daß sie versuchten, auf die gleiche Weise in Europa aktiv zu werden, ohne Rücksicht auf Unterschiede in politischem System und Mentalität. Das waren trübe Kopien. Ein Beispiel für viele: die Waste Watchers.17

Die Waste Watchers wurden 1992 gegründet.
Man beachte den Namen. „Watcher“ – Beobachter – sind unparteiisch, kritisch, furchtlos. Es gab Human Rights Watch, Helsinki Watch und eben die Waste Watchers. Doch die waren ganz anders. Ihr Initiator war nur wenige Wochen vor der Gründung noch Pressesprecher von Tetra Pak Deutschland gewesen. Das war den Hamburger Journalisten bekannt; deswegen gab er es lieber gleich zu. Doch diesen lukrativen Posten hatte er angeblich aufgegeben, um sich als engagierter Bürger für die verfemte Müllverbrennung einzusetzen. Was er verschwieg: Mindestens vier der der übrigen sechs Gründungsmitglieder der Waste Watchers hatten ebenfalls berufliche Verbindungen zu Tetra Pak. Ein fünfter war der Schwiegervater des Ex-Pressesprechers.

In den USA ist es gang und gäbe,
daß Unternehmen „Front Groups“ (Tarnorganisationen) gründen. Seht her, ist die Botschaft, es gibt ehrsame Bürger, die sich ohne ein finanzielles Interesse auf unsere Seite schlagen. Es gibt in der PR-Sprache sogar einen Fachausdruck für diese Methode: Astroturf (engl. für Kunstrasen). Das soll ausdrücken, daß es sich um eine Kunstwelt handelt: Unternehmen kaufen sich für ein paar Millionen Dollar den Anschein demokratischer Partizipation an ihrer Unternehmenspolitik.

Lieblingsfeinde von Astroturf-Gruppen sind immer die anderen Umweltverbände.
So auch bei den Waste Watchers. Sie schütteten auf Umweltmessen Müllberge auf und schrieben dazu auf riesige Plakate, an diesen Müllbergen seien der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND), Greenpeace & Co. schuld, weil sie die Segnungen der Müllverbrennung verhinderten. Ein Zeitungsfoto war so etwas immer wert. Später folgte der schöne Satz, der BUND zeige in seiner Müllpolitik „diktatorische Ansätze“ und „systemverändernde Umtriebe“. Ob es diese maßlose Hass-Rhetorik á la Wise Use war oder die vielfachen personellen Verbindungen zu Tetra Pak – jedenfalls verschwanden die Waste Watchers schon 1995 lautlos von der Bildfläche. Vorher aber hatte ich noch eine unheimliche Begegnung: Eines Morgens klingelte es an meiner Wohnungstür in einem südbayerischen Dorf. Der Geschäftsführer der Waste Watchers aus Hamburg, jener Ex-Pressesprecher von Tetra Pak, stand vor der Tür. Er wollte mit mir sprechen, unangemeldet, sofort und in meiner Privatwohnung. Das fand ich nicht so gut. Ich schlug das Café nebenan vor und sagte, ich würde das Gespräch auf Band aufnehmen. Das fand er nicht so gut. Ich sah nur noch einen blauen Miet-Mercedes entschwinden.

Diese lächerliche Parodie einer Front Group
fand in Deutschland nur wenige Nachahmer. Die wenigen, die es heute gibt, sind allerdings etwas smarter. So ist der Bundesverband Landschaftsschutz nach zahlreichen Veröffentlichungen über seine Industrieverbindungen heute aus dem Internet verschwunden. Stattdessen gibt es jetzt den Landesverband Landschaftsschutz Niedersachsen. Kein dummer Schachzug. Wo ein Landesverband ist, müssen viele andere sein, denkt man sich. So ist es aber nicht. Es gibt nur diesen einen sogenannten Landesverband. Vor Ort mutiert er dann wieder. Da sind es dann die besorgten Bürger des Hunsrück oder die Neustädter gegen Windkraft oder, oder, oder... Diese Organisationsform entspricht genau der kleinteiligen Struktur Deutschlands und der Tendenz zur Vereinsmeierei hierzulande. So kann man erfolgreich spielen, man wäre eine Bewegung.

Doch der Erfolg ist trotz allem begrenzt.
Der eingangs erwähnte Spiegel-Artikel hat sogar die superängstliche SPD nicht davon abgehalten, am Tag nach seinem Erscheinen die Novelle des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) zu verabschieden.

Der wirtschaftliche Erfolg
der Windkraft speist das Prestige der Umweltverbände. Die Industrie hat das nicht zu ändern vermocht. Weder durch Dialog-Veranstaltungen noch durch dubiose Front Groups. Stattdessen taucht jetzt auch in wirtschaftsnahen Zeitschriften immer öfter eine Diskussion auf, die man aus alten Anti-Greenpeace-Pamphleten kennt. Umweltorganisationen, heißt es da, seien undemokratisch, der Vorstand nicht vom Volk gewählt, der Umgang mit Steuergeldern günstigstenfalls schlampig. Sie sollten, so die Forderung, sich doch regelmäßig von Rating-Agenturen durchleuchten lassen.

Diese Kampagne wird wohl der nächste Rohrkrepierer.
Zu groß ist der Imageschaden, den Unternehmensvorstände und Rating-Agenturen in den letzten Jahren erlitten haben. Den Konzernchef von Bayer hat nicht einmal die Bevölkerung Leverkusens gewählt, wieviel er verdient, weiß kein Mensch und Rating-Agenturen haben durch ihre „Überprüfungen“ Milliarden-Schwindeleien an der Börse gedeckt.

Die Umweltbewegung in Deutschland ist dagegen glaubwürdig,
sie ist angesehen und erfolgreich. Doch das darf kein Anlaß zu Überheblichkeit sein. Eine CDU/FDP-Regierung braucht keinen christlichen Fundamentalismus, um ein umweltpolitisches Rollback zu organisieren. Die Umweltbewegung ist offen für jeden und muß es bleiben. Deshalb ist sie verwundbar für Spionage aller Art. Der Trick ist, sich dessen bewusst zu sein und trotzdem nicht paranoid zu werden. Dann wird die Umweltbewegung auch aus dem nächsten Rollback gestärkt hervorgehen. Die besseren Argumente hat sie allemal.

  • 1. u.a.Spiegel-TV vom 29.3.2004: „Windmühlen-Wahn: Von umweltfreundlicher Energie zur subventionierten Landschaftszerstörung“, Spiegel Nr. 14/2004: „Warum der weitere Ausbau der Windkraft der Umwelt mehr schadet als nützt“, Spiegel Nr. 20/2003: „Windkraft: Sturmlauf gegen den Ökostrom“, Spiegel Nr. 34/1998: „Energie. Für viele Anleger ist die Windkraft ein Flop“, Spiegel Nr. 47/1997: „Rauer Wind“.
  • 2. Pötter/Kuzmany: „Eine Frage der Perspektive“, in: Tageszeitung, 6.4.2004, S. 13. Die Netzeitung hat den Spiegel-Eklat ausführlich dokumentiert, ebenso wie später eine Recherche der Journalisten-Fachzeitschrift „Message“. Darin werden vielfache lokale Verbindungen zwischen Aust und einer lokalen Bürgerinitiative von Windkraft-Gegnern aufgezeigt.
  • 3. mündliche Auskunft, Sprecher Bundesverband Windenergie, 11.4.2002
  • 4. Mail von Almut Ibler, Greenpeace GB, 3.11.2000
  • 5. Franken, Michael: „Rauer Wind. Der organisierte Widerstand gegen die Windkraft“, Aachen 1998
  • 6. Adamek, Sascha: Windkraft- das falsche Spiel der Stromlobby, Sendung am 25.3.2004
  • 7. Scheer, Herrmann: „Der Windjammer der Neozyniker“, in: Tageszeitung, 13.4.2004, S. 12
  • 8. Stauber, John: „Toxic Sludge is Good for You“
  • 9. TIME, 26 . 4 .2004, S. 30
  • 10. s. u.a.: P. Javier Giraldo: „Für das Recht, nicht verkauft zu werden Der Kampf der U´was gegen den Erdölkonzern Oxy“, in: www.kolumbien-aktuell.ch
  • 11. Andy Rowell: „Dialogue: Divide and Rule“, in: Lubbers aaO, S. 33. Siehe auch: John Stauber/Sheldon Rampton: „Toxic Sludge is good for you“, Common Courage Press Maine USA 1994.
  • 12. Ausführlich hierzu: Lubbers, Eveline ed.: „Battling Big Business“, aaO
  • 13. Peter, Claudia/Kursawa-Stucke, Joachim: „Deckmantel Ökologie Tarnorganisationen der Industrie missbrauchen das Umweltbewusstsein der Bürger.“, München 1995
  • 14. Helvarg, David: „The War against the Greens. The “Wise Use”- Movement, the New Right and Anti-Environmental Violence”, Sierra Club Books 1994
  • 15. Hierzu ausführlich: Kennedy, Robert jun.: „Crimes Against Nature“, in: AlterNet www.alternet.org, 27.11.2003
  • 16. ebda.
  • 17. Hierzu ausführlich: Peter/Kursawa-Stucke: „Deckmantel Ökologie“, aa0



Wir freuen uns diesen lesenswerten Fachbeitrag
der Journalistin Claudia Peters auf unserer Homepage dokumentieren zu dürfen. Mit dem atomaren Umweltclub von EDF und EnBW aufildurhin"" war auch der BUND mit einem industriegelenkten "Umweltdachverband" konfrontiert und konnte sich erfolgreich zur Wehr setzen.
Im Mai 2007 ist auch eine industriegesteuerte Schein – Gewerkschaft aufgeflogen. Der in Haft sitzende Ex-Chef der „konzernfreundlichen“ Gewerkschaft AUB, Wilhelm Schelsky, hat sein öffentliches Schweigen gebrochen und den Vorstand des Münchener Siemens-Konzerns schwer belastet. "Ich war verdeckt als Lobbyist für Siemens tätig. Es gab einen klaren Auftrag aus der Konzernspitze. Der Plan kam aus dem Zentralvorstand" , sagte der industriegelenkte Boss der Scheingewerkschaft AUB dem Magazin Stern.




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Aktueller Nachtrag:
Eine erstaunliche und ziemlich verspätete "Reaktion" des "Wattenrats" auf diese alte Dokumentation eines Vortragsmanuskripts der Fachautorin Claudia Peter finden Sie unten angehängt. Auf die detaillierte und mit Quellenangaben belegte Kritik der unabhängigen Fachautorin Claudia Peter (deren Text wir dokumentiert haben) geht der Wattenrat leider nicht ein. So schreibt der Wattenrat zwar: "Es gibt zwei Gerichtsurteile (Trier und Gießen), die eindeutig feststellen, dass dem BLS keine Nähe zur Stromwirtschaft nachzuweisen ist." Frau Peter beschreibt allerdings nicht "die Nähe zur Stromwirtschaft" sondern belegt die Nähe einiger Vertreter des "Bundesverbands Landschaftsschutz zur Aluminiumindustrie.
Von einer seriösen Presseerklärung hätten wir erwartet, dass zumindest aufgezeigt worden wäre, dass es sich bei diesem Text um die Dokumentation einer BUND-externen Journalistin handelt. Dennoch spricht der Text und die Wortwahl ("durchideologisierte Windkraft-Stalinisten") für sich.

Eine Information, warum wir Windenergie brauchen, finden Sie hier


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- Wattenpresse -

Pressedienst des Wattenrates Ost-Friesland

Datum: 08. Sept. 2009

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Anmerkung:

Die Regionalgruppe \"Südlicher Oberrhein\" des BUND verbreitet

Verschwörungstheorien über den Bundesverband Landschaftsschutz

(BLS). Prof.Dr. Dietmar Wolfrum, Herausgeber des drei Mal

aufgelegten Buches \"Windkraft, eine Alternative, die keine ist\"

(2001), wird zum \"Vermessungstechniker\". Vielleicht sollte die

Damen und Herren beim BUND zunächst einmal prüfen, wer alles in

die Greenwash-Organisation \"Deutsche Umwelthilfe\" einzahlt, die

auch vom BUND gegründet wurde. Der erwähnte ehemalige

Spiegelredakteur Rosenkranz agiert heute bei der DUH in der

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Peter Ahmels, ehemaliger

Vorsitzender des Bundesverbandes Windenergie ist in der DUH für

die \"Erneuerbaren Energien\" zuständig. In den BUND-Niederungen

träumt man wahrscheinlich von den Gutmenschen, die aus

\"Klimaschutzgründen\" Windparks bauen wollen, sich aber in

Wirklichkeit ihre Gesetze im Bundestag machen lassen, um noch mehr

Geld aus der Zwangsabgabe des Erneuerbaren Energien Gesetzes

abzuzocken, zu Lasten von Natur und Landschaft und zu Lasten der

betroffenen Anwohner. Das sich gegen WKA betroffene Anlieger

wehren, ist auch ohne den BLS nachvollziehbar. Nicht der BLS

spaltet die Dörfer, sondern die Raffgier einzelner Betreiber. Es

gibt zwei Gerichtsurteile (Trier und Gießen), die eindeutig

feststellen, dass dem BLS keine Nähe zur Stromwirtschaft

nachzuweisen ist. Das \"N\" beim BUND steht übrigens für

\"Naturschutz\", auch da greifen Windkraftwerke erheblich ein. Wenn

man aber vom Spurengas CO2 so benebelt ist wie beim BUND, wird das

wohl auch nicht mehr wahrgenommen. Wer sich ein Bild machen will,

mit welcher üblen Polemik der BLS sogar auf Wikipedia gemobbt wird,

rufe die Seite

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverband_Landschaftsschutz auf

und lese vor allem die Diskussionseite. Da sind einige

durchideologisierte Windkraft-Stalinisten federführend. MK


http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/tricks-der-konzerne.html



[...] \"Bürgerinitiativen von der Industrie gesteuert?

Ein Vortragsmanuskript der Fachautorin Claudia Peter

Kennen Sie die erfolgreichste industrienahe Tarnorganisation in der

heutigen Umweltpolitik? Die meisten von ihnen werden von dem Namen

bisher nicht gehört haben, wohl aber von dem Schaden, den diese

Organisation bereits angerichtet hat. Es dreht sich um den

Bundesverband Landschaftsschutz (BLS). Die Organisation agitiert erst

seit zehn Jahren gegen die Windkraft in Deutschland. Sie hat es in

dieser Zeit geschafft, das einflussreichste politische Magazin

Deutschlands förmlich zu kapern1. Das beginnt 1998, als

BLS-Protagonisten im Spiegel mit abstrusen Behauptungen zu Wort

kommen. So darf etwa Otfried Wolfrum, ein Vermessungstechniker von der

in der Klimaforschung eher unbekannten Fachhochschule Darmstadt, im

Spiegel die Frage stellen, ob Kohlendioxid überhaupt zur Erderwärmung

beitrage. [...] Mit Hilfe unbekannter, aber nie versiegender

Geldquellen ist es dem BLS gelungen, an Dutzenden von

Windkraft-Standorten eine St.-Florians-Dynamik aufzubauen, die

friedliche Dörfer in bisher kaum gekannter Weise spaltet. [..]

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Übermittelt vom Wattenrat® Ost-Friesland

Büro und Koordination: Manfred Knake

D-26427 Esens-Holtgast/Ostfriesland

Tel: +49 (0)4971 947265

Fax: +49 (0)3212-1003511

mailto:PostWattenpresse.de

www.Wattenrat.de

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Was er Wattenrat und der Bundesverband Landschaftsschutz nicht gerne hört

Sonne, Wind, Wasser: Energiealternativen
„Wenn in Deutschland die ersten Atomkraftwerke abgestellt werden, dann wird Deutschland -dreckigen Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland- importieren
und der CO² Ausstoß wird zunehmen.“
Das waren die alten Lügen der deutschen Atomindustrie und in Frankreich und der Schweiz wird diese Propaganda immer noch betrieben. Doch die Realität sieht anders aus. Trotz aller Fehler der ehemaligen (?) Atomparteien CDU und FDP beim Atomausstieg exportiert Deutschland Strom und der CO² Ausstoß sinkt. In den ersten drei Quartalen 2012 flossen im Saldo 12,3 Terawattstunden Elektrizität ins Ausland. Das entspricht der Leistung von zwei Großkraftwerken. Seit 1990 ist die Nutzung von Ökostrom im Bereich der Strom- und Wärmeerzeugung massiv gestiegen. Ökostrom erreichte in Deutschland im Jahr 2012 schon einen Anteil von 23 Prozent. Aktuell wird in Deutschland eine Kilowattstunde Solarstrom für ca. 16 bis 18 Cent erzeugt. Vor 25 Jahren kostete die KWh aus der Sonne noch 1 Euro und vor 12 Jahren noch 70 Cent. Selbst die Bundesregierung geht davon aus, dass in etwa zehn Jahren die Kilowattstunde Solarstrom für acht bis zehn Cent gewonnen werden kann, denn die Erneuerbaren Energien werden wegen der Massenproduktion der Technologien und durch Effizienzfortschritte immer preiswerter während die fossil-atomaren Energieträger immer teurer werden.
Die rund 1,3 Millionen Solarstromanlagen in Deutschland deckten 2012 nach Informationen des Bundesverbandes Solarwirtschaft rechnerisch den Jahresstromverbrauch von acht Millionen Haushalten – ein Plus gegenüber dem Vorjahr von etwa 45 Prozent. Eine Energieversorgung Deutschlands für Strom und Wärme ist mit 100 % erneuerbaren Energien möglich, und zwar ohne jegliche Importe von Energie, also nur auf Basis von Ressourcen, die in Deutschland zur Verfügung stehen. Nicht nur die Gefahren der Nutzung von Atom und Kohle sondern auch die Endlichkeit der atomar-fossilen Energievorräte erfordern eine schnelle Energiewende und echte Nachhaltigkeit.

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Dieser Artikel wurde 10516 mal gelesen und am 20.1.2013 zuletzt geändert.