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Breisgau - Südbaden - Freiburg: Die Verscheußlichung einer Landschaft - Flächenverbrauch, Zersiedelung, Siedlungsbrei & Umwelt

Über Flächenverbrauch, Zersiedelung & Siedlungsbrei






Das Paradies am Oberrhein,
der Breisgau und das Markgräferland, die reiche, vielfältige Natur- und Kulturlandschaft mit dem Naturgarten Kaiserstuhl, die sonnenverwöhnte "Toskana Deutschlands" und die "Ökohauptstadt" Freiburg... Wer kennt sie nicht, die Buchtitel, Postkarten, die Bildbände und Kalender, die eine der schönsten und vielfältigsten Landschaften dieser Republik beschreiben: Das Gebiet zwischen Rhein und Schwarzwald, zwischen Reben und Tannen, Kultur- und Naturlandschaft mit alten, historisch gewachsenen Dörfern und Städten wie Staufen, Kenzingen, Emmendingen, Waldkirch, Elzach und Breisach. Wenn wir im folgenden über das "bald verlorene Paradies am Oberrhein", über die sich beschleunigende Zerstörung dieser Landschaft schreiben, dann geschieht das nicht um Wunden aufzureissen, sondern aus einer ziemlich verzweifelten Liebe zu dieser Landschaft, ihrer Natur und zu den Menschen, die hier leben.

Der Blick ins Tal
zerstört den Mythos und zeigt die unschöne Realität. Wandern Sie an einem Abend mit klarer Sicht auf einen unserer Hausberge im Schwarzwald oder Kaiserstuhl, auf den nächtlichen Schauinsland, den Kandel oder den Belchen und schauen Sie hinab ins Rheintal. Die Oberrheinebene ist erfüllt mit Lichtpunkten: mit Autos, Häusern, Gewerbe- und Industrieflächen, Straßenlampen und den Lichtern von Freiburg. Deutlich wird aus dieser Perspektive auch, wo die Stadt ihre Arme in die Umgebung streckt, wo Dörfer und Gemeinden am Fuß der Vorberge zu einem hässlichen Siedlungsbrei zusammenwachsen.

Die wenigen, erhalten gebliebenen, historischen Altstädte und die restlichen Naturschutzgebiete am Oberrhein verbindet eines: Sie sind zunehmend Inseln in einem Meer von Scheußlichkeit.
Axel Mayer


Die Struktur und das Gesicht
des Breisgaus verändern sich. In den letzten Jahrzehnten hat es einen Landschaftsverbrauch gegeben, der größer ist, als in allen vorangegangenen Jahrhunderten zusammen. Ehemalige Bauerndörfer wie Denzlingen, Schallstadt, Hochdorf oder Teningen, idyllische Kleinstädte wie Endingen, Breisach, Kenzingen und Staufen sind weit über ihre ehemaligen Ränder hinausgewuchert. Besonders deutlich wird diese Entwicklung, wenn man auf der B3 von Freiburg nach Norden oder Süden fährt. Die Freiflächen zwischen den Gemeinden werden immer kleiner. Ähnliche Entwicklungen von zusammenwachsenden Siedlungsbändern sind in den Tälern des Schwarzwaldes, im Elztal, im Dreisamtal und im Münstertal nicht zu übersehen. Liebevoll geplante Baugebiete einzelner Gemeinden wachsen zu einem gesichtslosen Siedlungsbrei zusammen. Die viel zu kleinen Naturflächen, die der Regionalplan zwischen den Gemeinden freizuhalten versucht, werden zu Stadtparks in einer sich entwickelnden Bandstadt. Es kann nicht darum gehen, Entwicklung aufzuhalten oder eine Käseglocke über die Region zu stülpen. Es muss darum gehen, negative Entwicklungen aufzuhalten und Lebensqualität zu erhalten.

Die "Ökohauptstadt" Freiburg wuchert
ins Umland. Die alten, absolut überzogenen Pläne sind nach den intensiven Debatten vom Tisch. Doch die Entwicklung und das Wachstum Freiburgs wird in Zukunft umso stärker in den Landkreisen Emmendingen und Breisgau Hochschwarzwald stattfinden.

Spekulanten aufgepasst, denn wenn
die Stadt Freiburg Flächen spart, dann wuchert der "Speckgürtel" um Freiburg, insbesondere entlang der Regio-S-Bahn-Strecken, umso intensiver. Am schnellsten wird Freiburg wohl Richtung Breisach wachsen. Die Autobahn von Freiburg nach Breisach (B31 West) entsteht gerade...

Lärm und Gestank im Transitland Oberrhein
nehmen zu. Bei manchem Straßenbauprojekt in der Region gibt es sicher ein sinnvolles Pro und Contra. Da sind die lärmgeplagten AnwohnerInnen, die nach den neuen Straßen und Umgehungen rufen. Oft werden den AnwohnerInnen aber auch mögliche Entlastungen vorenthalten, damit so die neuen Straßen erzwungen werden. Schauen Sie sich einmal die vielen gewünschten, in Bau und Planung befindlichen Straßenbauprojekte an (sechs- und langfristig sogar achtspuriger Autobahnausbau, B31 West, L113, Ortsumfahrung in Teningen...). Und die fast immer gleichen Vertreter der Bauwirtschaft in der Politik rufen nach mehr Straßen und sehen nicht die Menschen, die unter dem zunehmenden Transitverkehr leiden. Die Straßen verbrauchen nicht nur die real in Anspruch genommene Fläche, sie verlärmen außerdem einen breiten Streifen auf beiden Seiten und belasten die angrenzenden Gemeinden, Äcker und Wiesen mit Schadstoffen. Im Zusammenhang gesehen ergeben diese vielen Straßen eine neue negative Qualität für den Breisgau, ein Bild der Zerstörung. Konsumrennbahnen der Innenstädte auch hier im Breisgau. Wer hätte vor Jahren gedacht, dass die neonschrill-scheußlichen Ortseinfahrten der elsässischen Industriestädte bei uns so perfekt nachgeahmt würden? Und auch die Windräder, die wir als Bausteine einer nachhaltigen Energieversorgung unbedingt brauchen, könnten farblich durchaus landschaftsangepasster geplant und gebaut werden. Sie müssen nicht aus weiter Entfernung in hellem Weiß vom Berg winken.

Hier einige südbadische Beispiele aus dem Jahr 2008:

- Vor wenigen Wochen kritisierte das Landratsamt Emmendingen erfreulich deutlich ein geplantes neues Baugebiet in Forchheim am Kaiserstuhl, denn in der kleinen Gemeinde gibt es viele innerörtliche Baubrachen. Die wichtige Kritik kam an, der Gemeinderat will dennoch an den überzogenen Plänen festhalten.

- Im Markgräflerland wünscht sich der Gemeindeverwaltungsverband Müllheim-Badenweiler bei der Fortschreibung des Flächennutzungsplanes 135 ha an zusätzlichen Flächen. Ähnlich überzogene Flächenwünsche gibt es auch bei der FNP-Fortschreibung im Schneckental (Gewerbegebiet Pfaffenweiler).

- Das geplante Biomassekraftwerk in Ettenheim, welches das neue Pelletswerk von German Pellets mit Wärme versorgen soll, ist zur Zeit heftig umstritten. Die Produktion von Holzpellets ist aus Sicht des BUND eine umweltpolitisch sehr sinnvolle Sache, wenn sie „anwohnerfreundlich“ realisiert wird. Doch in Ettenheim wurde der „falsche Standort“ ausgewählt. Ein Pelletswerk mit einem ganzjährig hohen Wärmebedarf gehört dorthin, wo große Abwärmemengen vorhanden sind, d. h. regional zum Beispiel in den Gewerbepark Breisgau in die räumliche Nähe der TREA. Dort ist die Wärmemenge schon vorhanden (und wird seit vier Jahren verschwendet), die jetzt das Biomassekraftwerk bringen soll.

- Im Verlauf der letzten Jahre wurden eine Anzahl Regionaler Grünzüge und Grünzäsuren des Regionalplanes gestrichen oder verkleinert.


Wenn der Europapark
seine Fläche verdoppelt und sich bis zur Autobahn ausdehnt, dann zeichnet sich nach und nach ein neues Bild von Heimat. Das ehemals Reale verschwindet im Heimatmuseum und Micky Maus bricht aus ihrem Käfig aus. McDonald's, Euro-Maus und eine Vielzahl von Fernsehprogrammen, die große Illusionsmaschine, überdecken die Wunden der Zerstörung...

Das Grundgeräusch in Südbaden
ist das beinah überall vorhandene Dauergrollen der Autobahn, der Straßen und Bahnlinien. Ein ständig vorhandenes leises Grollen und Brummen das sich je nach Windrichtung verstärkt, ein Dauerlärmpegel den die Einheimischen schon lange nicht mehr bewusst wahrnehmen. Orte der Stille gibt es nicht mehr am Oberrhein.

Warum boomt unsere Region
so heftig, während beispielsweise in den neuen Bundesländern immer mehr Menschen wegziehen und teilweise ein Drittel der Wohnungen dort leer steht? Wo liegen die Ursachen dafür, dass bei abnehmenden Bevölkerungszahlen im Bundesgebiet der Zuzug am Südlichen Oberrhein weiter anhält?

Der "Florida-Effekt"
ist sicher eine der Ursachen für die Zunahme der Bevölkerung im Breisgau. "Cause it never rains in southern California" ist einer der Gründe, warum in den USA so viele Menschen in den Sonnengürtel nach Florida und Kalifornien ziehen. Und dreissig Jahre Wetterbericht aus Hamburger Sicht (Regen und Nebel bei 15 Grad an der Küste und sonnige 26 Grad im Breisgau) und das noch verbunden mit dem Mythos der Ökohauptstadt und der "Toskana Deutschlands" sind wichtige Gründe für die innerdeutsche Wanderungsbewegung nach Süden. Nicht die gerne vorgeschobenen Ausländer und Flüchtlinge sind das Problem. Unsere eigenen gestiegenen Wohnansprüche und der verständliche Wunsch, im Sonnengürtel Deutschlands zu leben, sind die Ursache. Lösungsansätze ohne staatlichen Zwang müssen schnell gefunden werden. Manche Zuwanderer, die vor Jahren dem Moloch Mittlerer Neckarraum nach Südbaden entflohen sind, sehen heute hier die gleichen Zerstörungstendenzen wie dort vor 20 Jahren und stehen wieder vor der Frage: Wohin?

Die Blaue Banane
und ihre Folgen für die Regio. Raumplaner sehen einen Verdichtungsraum, der in Bananenform über Zentraleuropa liegt. Der Breisgau liegt mitten in dieser Zone, die in London beginnt und über Amsterdam, Frankfurt, Strassburg, Basel nach Mailand läuft. Europäische Raumplaner sehen allerdings nicht nur Vorteile: "Explodierende Bodenpreise, täglicher Verkehrskollaps, steigende Umweltbelastungen und Zersiedelung im Umland" werden als zukünftige Problemfelder aufgezeigt. Dieses theoretische Entwicklungsmodell könnte, als sich selbst bestätigende Prognose, durchaus Realität werden. Industriehungrige Gemeinden wie Neuenburg werben im Internet damit, in der Kernzone der Blauen Banane zu liegen. Entvölkerungstendenzen in ländlichen Räumen Zentralfrankreichs, in den neuen Bundesländern und die generellen weltweiten Verstädterungstendenzen sprechen für eine solche Entwicklung. Was so etwas für Mensch, Umwelt und Natur im Breisgau bedeutet, können Sie sich ausmalen. Wenn Sie nicht in der Großstadt leben wollen, dann kommt diese zu Ihnen.

Auch die regionale Raumplanung
zeigt die Verdichtungstendenzen auf. Der Regionalplan wird immer mehr aufgeweicht und ausgehebelt. Regionale Grünzüge und Siedlungszäsuren werden auf Druck der wachstumshungrigen Gemeinden zurückgenommen und aus regionalen "Freiraumkonzepten" werden Wirtschaftsförderungsprogramme.

Lediglich die Bevölkerungsentwicklung
in Deutschland widerspricht diesen Thesen. Das Statistische Bundesamt prognostiziert, dass bei einer jährlichen Zuwanderung von 100.000 Menschen nach Deutschland die Zahl der EinwohnerInnen von heute 82 Millionen auf 75 Millionen im Jahr 2030 und 64 Millionen im Jahr 2050 zurückgehen wird. Nicht nur im Osten der Republik, auch in einigen Gemeinden im Schwarzwald
nimmt die Bevölkerung bereits ab, während die Rheinebene immer stärker zugebaut wird. Bedeutet das dann langfristig gigantische Fehlinvestitionen im Breisgau, ähnlich wie wir sie im Osten der Republik heute schon haben? Je hässlicher die Region wird, je mehr der "Toskana-Mythos" schwindet, desto weniger Menschen werden dann tatsächlich hier leben wollen. Der Trend kann sich auch umkehren. Schnell noch ein wenig wuchern, bevor die Bevölkerung auch am Oberrhein abnimmt, scheint die Devise der Regionalpolitik zu sein. Bürgermeister werden ja immer noch nach der "Stückzahl" der Einwohner bezahlt.

"Breisgau wohin?"
ist die Frage. Es wird sicher nie eine auch nur ansatzweise hundertprozentige Besiedelung geben. Die jetzt vorhandenen Naturschutzgebiete, der Schwarzwald, die Rheinauen, der innere Kaiserstuhl und die nicht bebaubaren Teile der Vorbergzone werden von einer flächenhaften Zersiedelung sicher ausgespart bleiben. Zu erwarten ist allerdings ein langfristiges Ausufern der Stadt Freiburg bis Breisach, Köndringen, Bad Krozingen und an die Ränder des Tunibergs. Die von der Regionalplanung eingefügten regionalen Grünzüge und Siedlungszäsuren werden dann zu Stadtparks in diesem Siedlungsbrei. Die Situation mancher Dörfer und Kleinstädte im Umkreis von Freiburg ist vergleichbar mit der Situation von Gemeinden der Umgebung von Großstädten in den USA vor 30 Jahren. Diese sind jetzt geschluckte Außenzonen der großen anonymen Städte. Das bedeutet für den Breisgau als Zukunftsvision eine Entwicklung, wie wir sie vor längerer Zeit auch im mittleren Neckarraum hatten. Ob sich am Oberrhein eine zusammenhängende Städtestadt, eine Megapole in der Blauen Banane, entwickelt, ist offen, aber durchaus möglich.

Ein vollständiges Zuwuchern
des Breisgaus ist nicht nur wegen der schlecht besiedelbaren Schwarzwaldhänge unwahrscheinlich. Noch ziehen viele Menschen aus dem Bundesgebiet wegen des Klimas und wegen der angenehmen Wohnverhältnisse in den Süden. Doch wenn die Natur aus der Ebene verdrängt wird, wenn die Verlärmung durch Straßen, Autobahn und andere Verkehrswege zunimmt, wenn bei uns die sozialen und gesellschaftlichen Probleme auftreten, die wir aus den Ballungsräumen kennen, spätestens dann wird der Zuzug in den ehemals schönen Süden aufhören.

Zitat:
"Angenommen, der Flächenverbrauch durch Bebauungspläne von jährlich ca. 40 ha würde im gleichen Umfang fortgesetzt, so wäre bereits im Jahr 2039 eine Fläche entsprechend den ca. 1.850 ha naturnahen Flächen im Landkreis vollständig aufgebraucht. Würde der gesamte Flächenverbrauch von jährlich ca. 150 ha so weitergehen und die landwirtschaftliche Nutzfläche des Landkreises gleichermaßen wie die naturnahen Flächen betreffen, so wären diese Flächen bis in rund 200 Jahren aufgebraucht - ein Zeichen dafür, daß der Flächenverbrauch nicht mehr weiter ansteigen darf, sondern im Gegenteil deutlich verringert werden muß."
(Umweltbericht II; Landratsamt Emmendingen)




Größere Kartenansicht
Überdimensioniert und landschaftszerstörend: Die B3 bei Denzlingen

Wie soll es weiter gehen?
Wir können uns natürlich auch treiben lassen. Da ein Stück Wald opfern, dort eine neue Straße, einen Gewerbepark planen, bis die Zerstörung das Wuchern beendet. Die Scheiben, die von der "Salami"-Landschaft abgeschnitten werden, werden immer dicker.

Dennoch gibt es Lösungsansätze
die Zerstörung zu verhindern. Wir brauchen auch in der Rheinebene mehr Naturschutzgebiete - die Rheinauen und andere wertvolle Flächen müssen unter Naturschutz gestellt werden! Das von Lobbygruppen heftig bekämpfte Integrierte Rheinprogramm könnte eine Chance für mehr Natur sein. Wir werden um kleinere Bauplätze in den Baugebieten, um eine Verringerung des Abstandsgrüns in Gewerbegebieten und um Parkplätze auf den Dächern der Fabriken und Einkaufszentren nicht herumkommen. Die regionalen Grünzüge und Grünzäsuren dürfen nicht mehr angetastet werden. Wir brauchen unbedingt eine starke, konsequente Regionalplanung, obwohl wir zur Zeit genau das Gegenteil erleben. Ob immer mehr, eher undemokratische stadt- und landkreisüberschreitende Zweckverbände die richtigen Gremien für die entstehende Großstadt sind, bezweifeln wir. Eine Gewerbeansiedlung dort, wo Flächen bereits entwertet sind, beispielsweise auf den Flugplätzen in Lahr und Bremgarten, ist auch für den BUND akzeptabel. Gerade wegen der großen ungenutzten Abwärmemengen der Müllverbrennung in Bremgarten (TREA Breisgau) sprechen sogar energetische Argumente für die Bündelung der Ansiedlung. Täglich wird bei der TREA Breisgau eine Wärmemenge, die 120 000 Litern Heizöl entspricht, ungenutzt an die Umwelt abgegeben. Und viele grosse Industrieunternehmen, die Wärme abnehmen könnten, gehen auf die "ehemals" grüne Wiese der Gemeinden im Markgräflerland und nicht auf die Militärbrache des Gewerbeparks Breisgau. So kommt Flächenverbrauch zur Energieverschwendung.

Orte im Breisgau
  • Bad Krozingen
  • Breisach
  • Denzlingen
  • Ebringen
  • Elzach
  • Emmendingen
  • Endingen
  • Freiburg im Breisgau
  • Glottertal
  • Gottenheim
  • Gundelfingen im Breisgau
  • Kenzingen
  • Malterdingen
  • Staufen
  • Waldkirch
  • Herbolzheim
  • Schallstadt


  • Die Situation im Breisgau
    zeigt deutlich, dass wir auch hier an die Grenzen des Wachstums gestoßen sind. Unbegrenztes Wachstum zerstört begrenzte Systeme. Was für die Erde gilt, gilt auch für den Breisgau. Wir brauchen eine nachhaltige, umweltfreundliche Entwicklung und kein hemmungsloses Wuchern. Wir werden sicher auch Lebens- und Wohnqualität neu definieren müssen. Dafür gibt es hier auch positive Beispiele wie den Stadtteil Vauban in Freiburg. Nachhaltige Entwicklung, d.h. schonender Umgang mit den Ressourcen und den Flächen bedeutet nicht weniger, sondern mehr Lebensqualität. Die Alternative dazu heißt Wuchern des Flächenverbrauchs, Zerstörung der Lebensräume, Zersiedelung der Ebene, Verlust von Natur und Erholung und auch Verzicht auf einen Teil von dem, was jetzt das Leben hier noch lebenswert macht.

    Der BUND will
    mit diesem Informationsblatt die Probleme aufzeigen, mitplanen und mithelfen Visionen zu entwickeln. Wir sind der Meinung, dass der Flächenfraß unbedingt gestoppt werden muss! Ein wichtiger Ansatz dazu ist das Aufzeigen des Problems und eine intensive, breite und öffentliche Diskussion zu diesem Thema. In Freiburg hat sie ansatzweise stattgefunden - im Umland leider noch nicht.

    Es gibt "die sich selbst erfüllende Prophezeiung"
    Wir haben eine mögliche Entwicklung aufgezeigt, getragen von dem Wunsch, dass sie sich eben nicht erfüllt. Wir beschreiben die Megalopole, die hässliche Bandstadt, das Ende des "Paradieses am Oberrhein", um Streit um Zukunft auszulösen, damit das beschriebene, negative, sehr wahrscheinliche Zukunftsszenarium nicht Realität wird.

    Axel Mayer




    Nachtrag:
    Häufig gehe oder fahre ich durch dieses, an manchen Stellen immer noch schöne Land und sehe neue Wunden, neue Schneisen der Zerstörung, neue Verluste. Heimat zerrinnt zwischen den Fingern.
    Und ich wundere mich warum niemand schreit. Axel Mayer




    Mehr Infos:
    hier:Transitland Oberrhein - Verkehr und Verkehrsprobleme
    hier:Flächenverbrauch und Zersiedelung am Oberrhein
    Bedrohte Artenvielfalt am Oberrhein










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    Nachtrag: Gemeinden im Breisgau:
    Flächenverbrauch, Zersiedelung & Siedlungsbrei
    Bad Krozingen, Breisach, Denzlingen, Ebringen, Elzach, Emmendingen, Endingen, Freiburg, Glottertal, Gottenheim, Gundelfingen, Herbolzheim, Kenzingen, Malterdingen, Schallstadt, Staufen, Umkirch, Waldkirch,


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    Dieser Artikel wurde 9757 mal gelesen und am 10.1.2014 zuletzt geändert.