Landesverband Thüringen

22.02.2008

BUND warnt vor Kostenexplosion bei der Rhöntrasse Fulda-Meiningen

Erfurt. Der BUND Thüringen warnt vor einer Kostenexplosion beim Bau der Bundesstraße B87n von Fulda nach Meiningen. Auf Anfrage der Hessischen SPD im Landtag hat die hessische Landesregierung mitgeteilt, dass die Kosten für das Straßenbauprojekt aktuell auf 225 Mio. Euro veranschlagt werden. Noch im November vergangenen Jahres hatten die Verkehrsminister von Hessen und Thüringen, Rhiel und Trautvetter, bei der Vorstellung der Vorzugsvariante die Gesamtkosten mit 186 Mio. Euro beziffert.

„Die Kosten für die neue Transittrasse laufen völlig aus dem Ruder,“ kommentiert Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen die Entwicklung. „Innerhalb von nur drei Monaten sind Kosten um fast 40 Mio. Euro nach oben korrigiert worden, obwohl noch nicht einmal die Raumordnungsverfahren abgeschlossen sind.“

Nach Angaben von Vogel wurde das Vorhaben in den Bundesverkehrswegeplan mit 147 Millionen eingestellt. Die Kostensteigerung um mehr als 60% lege den Verdacht nahe, dass bei der Aufnahme des Straßenbauprojektes in den Bundesverkehrswegeplan die Gesamtkosten bewusst zu niedrig kalkuliert worden seien. Bei der Veranschlagung realistischer Kosten hätte das Vorhaben nach Einschätzung von Vogel keine Chance gehabt, in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen zu werden.
Nach Angaben von Vogel sind weitere Kostensteigerungen abzusehen, wenn die berechtigten Forderungen der Gemeinden an der geplanten Trasse nach mehr Lärmschutz berücksichtigt werden. Außerdem sei noch völlig unklar, wo und wie die 1,2 Millionen Kubikmeter Erdaushub, die allein bei der sogenannten Hochrhönquerung als Überschuss anfallen, entsorgt werden sollten. Auch die notwendigen Grünbrücken zur Verbindung von durch die Trasse zerschnittenen Lebensräumen und Wanderkorridoren von Wildtieren schlügen zusätzlich zu Buche.

Für Vogel ist auch die neue Kostenkalkulation in Wirklichkeit nur die halbe Wahrheit. Berücksichtigt würden nur die in den Raumordnungsverfahren untersuchten Ortsumgehungen und die Hochrhönquerung. Der darüber hinaus notwendige Ausbau der bestehenden
„Allein schon aus finanziellen Gründen ist es ein Gebot der Vernunft, die Planungen jetzt fallen zulassen und in den Papierkorb zu stopfen,“ forderte Vogel.


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