Landesverband Thüringen

Ökotipp:

Damit es keinen stummen Frühling gibt - Gärtnern ohne Gift

Frühling bedeutet Vogelgezwitscher, das Summen von Bienen, Hummeln und sonstigen Insekten. Die Überlegung, von einst, gezielt mit Hilfe der Chemie Krankheitserregern, tierischen und pflanzlichen "Schädlingen" den Garaus zu machen, hat sich als fürchterlicher Bumerang erwiesen. Ob in Grund-, Regenwasser oder in Nahrungsmitteln, Pestizidrückstände sind heute allgegenwärtig! Allein in der Bundesrepublik Deutschland werden jährlich etwa 30.000 Tonnen Pestizide auf die Felder gebracht. Anwender finden sich nicht nur in Land- und Forstwirtschaft, Wein- und Gartenbau, sondern auch bei Bahn, Post, Bundeswehr, sogar auf Friedhöfen, Gewerbeflächen, Sportanlagen, in privaten Gärten und Haushalten. Vollständiger Verzicht auf Pestizide ist im Haus- und Kleingarten besonders einfach, da keine "Rekordernten" erzielt werden müssen. Allerdings sollten auch Kommunen und staatliche Betriebe, die als Vorbilder fungieren, der Umwelt und damit letztendlich dem Menschen zuliebe auf Pestizide verzichten!

Tipp:
- Pestizidfreie Präparate bezwecken nicht die radikale Ausrottung der „Schädlinge“, sondern deren Verringerung, sie wirken, natürlichen Fressfeinden gleich, natürlich auf das biologische Gleichgewicht ein; sie stärken somit die allgemeine Widerstandskraft der Pflanzen und stoppen die Anreicherung von neuen Schadstoffen in Wasser, Boden und Lebewesen.

- Der gezielte Einsatz von Nützlingen im Obst- und Gemüsebau hat sich, ebenso wie die Anlage artenreicher Bestände, z.B. Wildblumenwiesen, Gehölze, Hecken, Tümpelweihergebüsche, bereits bewährt.

- Bedenken Sie bitte, dass alle Vogelarten Insekten, deren Eier, Larven und Raupen fressen. Allein ein Meisenpaar vertilgt bei zweimaliger Brut 75 kg Insekten! Es geht also nur darum, dass man die selbstregulativen Prozesse der Natur unterstützt und nicht darum sie künstlich und radikal zu ersetzen!

Weiterführende Literatur/Quelle:

DER RAT VON SACHVERSTÄNDIGEN FÜR UMWELTFRAGEN (RSU):
Umweltprobleme der Landwirtschaft, Sondergutachten, Verlag Kohlhammer Stuttgart und Mainz, März 1985, S.134 ff.

UMWELTBUNDESAMT:
Umweltfreundliche Beschaffung, Handbuch zur Berücksichtigung des Umweltschutzes in der öffentlichen Verwaltung und im Einkauf, Bauverlag, Wiesbaden und Berlin, 1987, S.305 f.

ERNST,A.,LANGBEIN,K.,WEISS,H.:
Gift-Grün, Chemie in der Landwirtschaft und die Folgen, KiWi Verlag, Köln, 1986, S. 211 ff.

Informationsmaterial:

BUND-Kampagne 1989/90:
"Aktion Garten ohne Gift" zur Pestizidvermeidung in Haushalt, Garten, Landwirtschaft und öffentlichem Grün,
BUND-Bundesgeschäftsstelle,
Am KöllnischenPark 1,
10171 Berlin,
Tel. 030/27 58 610

BUNDfakten:
"Bienen schwärmen für wilde Wiesen", Bestelladresse s.o.


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