Landesverband Thüringen28.11.2004Kein Transit durch die Rhön! BUND fordert Stopp der Planungen zur RhöntrasseErfurt. Der BUND Thüringen fordert Bundesverkehrsminister Stolpe auf, die Planungen für eine Transitstrasse durch die Rhön von Meiningen nach Fulda unverzüglich zu stoppen. Anlässlich eines Besuches von Minister Stolpe in Meiningen warnte der BUND Thüringen vor der Zerschneidung des Biosphärenreservates Rhön.„Eine Transitstrecke durch die Rhön wäre das Aus für das Biosphärenreservat“, fürchtet Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. In den vergangenen Jahren sei die Rhön als Biosphärenreservat zu einem sich gemeinsam entwickelnden Natur- und Wirtschaftsraum zusammengewachsen. Jetzt drohe durch den Bau der Transitstrecke eine neue Zerschneidung. „Wer will schon an einer Autobahn Urlaub machen?“, fragte Vogel mit Blick auf die Planungen für eine vierspurige Bundesstrasse durch die Rhön. Der BUND Thüringen befürchtet verheerende Auswirkungen einer solchen Trasse sowohl auf die unvergleichlichen Naturschätze in der Rhön als auch auf die Rhön als Urlaubsregion. Nach Angaben des BUND Thüringen soll mit der rund 65 km langen Bundesstrasse eine Verbindung zwischen den beiden Nord-Süd-Autobahnen A 71 und A7 geschaffen werden. Daher würden sich die Hoffnungen vieler Einwohner in der Rhön zerschlagen, mit der neuen Trasse eine Verkehrsentlastung für die Ortschaften zu enthalten. Die Trasse würde vielmehr zusätzlichen, überregionalen Fernverkehr in die Rhön leiten, der jetzt noch über die Autobahn A4 verlaufe. Dadurch drohe der sanfte Tourismus, der sich in den letzten Jahren in der Rhön zum wichtigsten Wirtschaftsfaktor entwickelt habe, massiv geschädigt zu werden. Im Naturschutz seien europäische Vogelschutzgebiete und Flora-Fauna-Habitatgebiete der EU von der Trasse betroffen. Mit dem Bau der Trasse seien Brutvorkommen des extrem seltenen und störungsempfindlichen Schwarzstorchs ebenso betroffen, wie auch Bestände des Roten Milans. Diese Art, für deren Erhalt Deutschland eine weltweite Verantwortung hat, besitzt einen seiner erbreitungsschwerpunkte in der Rhön. Auf massive Kritik des BUND Thüringen stößt die „Salamitaktik“ der zuständigen Behörden bei den Planungen zum Bau der Trasse. Durch die Anordnung von drei angeblich voneinander unabhängigen Raumordnungsverfahren sei eine Beurteilung der Gesamtauswirkungen der Trasse auf den einheitlichen Natur- und Wirtschaftsraum Rhön unmöglich. Vogel: „Mensch und Natur gehören in der Rhön zusammen. Die Politik darf nicht zulassen, dass sie durch die Diskussion um ein unsinniges Verkehrsprojekt auseinander gebracht werden.“ |
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