Landesverband Thüringen

08.12.2004

Rhöntrasse zerschneidet Biosphärenreservat

Erfurt. Der BUND Thüringen hat heute beim Besuch von Staatssekretärin Iris Gleicke in der Rhön gegen die Planungen zur Rhöntrasse demonstriert. Mit einer großen Schere machten die Umweltschützer auf die Gefahr der Zerschneidung des Biosphärenreservates durch die Straßenbauplanungen aufmerksam.

„Die Straße ginge mitten durch das Herz der Rhön“, erklärte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Mehr als 10.000 Fahrzeuge würden täglich durch das Biosphärenreservat geschleust.“

Hoffmann befürchtet durch den Bau der Transitstrecke das Aus für das Biosphärenreservat Rhön. In den vergangenen Jahren sei die Rhön als Biosphärenreservat zu einem sich gemeinsam entwickelnden Natur- und Wirtschaftsraum zusammengewachsen. Jetzt drohe eine neue Zerschneidung.

Die Umweltschützer warnen außerdem vor erheblichen Beeinträchtigungen der wertvollen Naturräume in der Rhön durch die geplante Trasse. Auswirkungen auf mindestens neun Flora-Fauna-Habitatgebiete und ein Vogelschutzgebiet des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 seien zu erwarten. Darüber hinaus seien zahlreiche weitere Schutzgebiete von regionaler Bedeutung betroffen. Im Bundesverkehrswegeplan sei der Trassse ein „sehr hohes Umweltrisiko“ bescheinigt worden.

Auf massive Kritik des BUND Thüringen stößt daher die „Salamitaktik“ der zuständigen Behörden bei den Planungen zum Bau der Trasse. Durch die Aufteilung der Trasse in sieben Teilabschnitte werde eine Beurteilung der Gesamtauswirkungen der Trasse auf den einheitlichen Natur- und Wirtschaftsraum Rhön torpediert. Durch die Prüfung und Umsetzung einzelner „unproblematischer“ Trassenabschnitte würden Zwangspunkte gesetzt, die später zu erheblichen raumplanerischen und naturschutzfachlichen Konflikten führten. Der BUND Thüringen fordert, die Auswirkungen der Rhöntrasse in ihrer Gesamtheit zu untersuchen.

„Es müssen auch Varianten geprüft werden, die außerhalb des Biosphärenreservates liegen und der ökologischen Sensibilität dieses Naturraumes gerecht werden“, forderte Hoffmann.


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