Landesverband Thüringen25.02.2004Für eine „Lebendige Werra“: Hydrologisches Modell eingeweihtErfurt. Im Hydrolabor Schleusingen trafen sich am Montag Vertreter der Bauhaus-Universität Weimar, der Thüringer Fernwasserversorgung, des Staatlichen Umweltamtes Suhl und des BUND Thüringen um ein hydrologisches Modell des Hochwasserrückhaltebeckens Grimmelshausen einzuweihen.Ziel der Ingenieure vom Hydrolabor unter Leitung von Dr. Thürmer ist eine Verifizierung der Strömungsverhältnisse bei verschiedenen Wasserständen. Dadurch soll ein optimaler Beckenablass, der die Anforderungen des Hochwasserschutzes mit denen der Ökologie vereint, entwickelt werden. Das Modell wurde im Rahmen des Projekts „Lebendige Werra“ für eine Machbarkeitstudie erstellt, die unter anderem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert wird. Mit einem anschließenden ökologischen Umbau des Rückhaltebeckens könnte die obere Werra wieder für Wanderfische wie Nase und Forelle durchgängig werden. Jens Peters, Hauptgeschäftsführer der Thüringer Fernwasserversorgung, hob die beispielhafte Zusammenarbeit von Verwaltung, BUND und der Forschungseinrichtung Hydrolabor hervor. „Der Umbau hier in Thüringen ist beispielhaft für andere Rückhaltebecken in ganz Deutschland. Deshalb hoffen wir auf einen baldigen Abschluß der Untersuchungen, damit der ökologische Umbau beginnen kann.“ Stephan Gunkel, Projektleiter „Lebendige Werra“ des BUND Thüringen: „Allein an der Werra behindern über 60 Querbauwerke die natürliche Wanderung von Fischarten. Sie sind der Hauptgrund für das Aussterben von Wanderfischarten wie Lachs und Nase. Mit dem Projekt wollen wir zeigen, daß Naturschutz und Hochwasserschutz vereinbar sind. Das Aussterben von Fischarten durch Stauanlagen soll der Vergangenheit angehören. Ein gelungener Umbau wird Signalwirkung auch für andere Flüsse haben.“ Die ökologische Durchgängigkeit wird auch von der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie zur Wiederherstellung eines guten ökologischen Zustandes der Gewässer gefordert. |
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