Landesverband Thüringen

09.03.2004

BUND Thüringen für Biosphärenreservat Südharz

Erfurt, Neustadt. Mit einer Protestaktion hat der BUND Thüringen heute in Neustadt erneut den geplanten Gipsabbau am Winkelberg in der Rüdigsdorfer Schweiz kritisiert.
Anlässlich einer gemeinsamen Kabinettsitzung der Landesregierungen von Thüringen und Niedersachsen forderte der BUND Thüringen ein länderübergreifendes Biosphärenreservat „Südharz“.

„Der Winkelberg darf nicht als Spekulierobjekt einzelner Großkonzerne den Baggern zum Opfern fallen, er muss als Zukunftskapital für eine ganze Region erhalten werden“, forderte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. Vogel weiter: „Es ist schon grotesk, wenn der Wirtschaftsminister sich gegen Gipsabbau und für die Meldung des Winkelbergs als europäisches Schutzgebiet ausspricht und der Umweltminister diese Forderung aus Rücksicht auf Wirtschaftsinteressen nicht umsetzt. Hier muss Ministerpräsident Althaus endlich für klare Verhältnisse sorgen: der Winkelberg muss FFH-Gebiet werden und die Pläne für seinen Abbau müssen endgültig vom Tisch.“

Nach Angaben des BUND Thüringen weigere sich das Umweltministerium mit Hinweis auf den sogenannten 'Gipskompromiss' bisher, den Winkelberg als FFH-Gebiet zu melden. In diesem „Kompromiss“ habe die Landesregierung der Gipsindustrie ohne förmliches Genehmigungsverfahren und ohne Beteiligung der Öffentlichkeit Zusagen für die Gipsgewinnung am Winkelberg gemacht. Obwohl der Winkelberg mit seinen orchideenreichen Trockenrasen, seinen Schluchtwäldern und den vielfältigen Karsterscheinungen das Herzstück der Rüdigsdorfer Schweiz bilde, habe man aus Rücksicht auf die Gipsindustrie auf die Ausweisung als Naturschutzgebiet verzichtet. Ebenso habe man trotz seiner Schlüsselrolle als Lebensraum für europaweit gefährdete Fledermausarten den Winkelberg bis heute nicht als Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 gemeldet.
Vogel forderte von der Landesregierung, die Chance einer Nachmeldung des Winkelberges an die Europäische Union bis Ende März nicht ungenutzt verstreichen zu lassen.

Um den Naturreichtum der Gipskarstlandschaft dauerhaft zu erhalten, rief der BUND Thüringen die Landesregierungen von Niedersachsen und Thüringen dazu auf, einem länderübergreifenden Biosphärenreservat „Gipskarst-Landschaft“ gemeinsam mit Sachsen-Anhalt zu zustimmen.
"In diesem Schutzgebiet können nachhaltige Landnutzung, Wirtschaftsförderung und die Sicherung von Arbeitsplätzen mit dem Naturschutz Hand in Hand gehen.“ sagte, Klaus-Dieter Korb, Kreisvorsitzender des BUND Nordhausen. „So kann das Landschaftskapital der Region langfristig Gewinne abwerfen, während der Gipsabbau Zukunftsperspektiven zerstört".


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