Landesverband Thüringen10.03.2004BUND Thüringen begrüßt Entscheidung von Ministerpräsident Althaus zum Thüringer Gipskarst - Landesregierung verspricht, keine neuen Tagebaue zu genehmigenErfurt. Mit großer Erleichterung hat der BUND Thüringen auf die Entscheidung des Thüringer Ministerpräsident Dieter Althaus reagiert, keine neuen Gipstagebaue im Südharz mehr zu genehmigen. Damit ist nach Einschätzung des BUND Thüringen die Gefahr einer Zerstörung der Rüdigsdorfer Schweiz und anderer wertvoller Karstlandschaften im Südharz vorerst gebannt.„Die überraschende Entscheidung hat bei uns großen Jubel ausgelöst“, erklärte Ron Hoffmann, Geschäftssführender Landesvorstand des BUND Thüringen. „Der BUND Thüringen engagiert sich seit 15 Jahren gemeinsam mit anderen Umweltgruppen und vielen Akteuren und Bürgern in der Region für den Erhalt der einzigartigen Gipskarstlandschaft.“ Hoffmann betonte noch einmal, dass die Südharzer Karstlandschaft ein weltweit einzigartiges Naturphänomen bilde. Nirgendwo auf der Welt gebe es eine vergleichbare Fülle und Ausprägung von Gipslebensräumen wie in dem schmalen, etwa hundert Kilometer langen Karstgürtel des Südharz. Um den Naturraum als Teil des Europäischen Naturerbes dauerhaft zu sichern, müssten alle Karstlebensräume in der Region als FFH-Gebiet gemeldet werden. Bisher sei der Winkelberg mit Rücksicht auf die Abbauinteressen der Gipsindustrie hiervon ausgenommen worden. Diese Lücke müsse das Thüringer Kabinett noch vor Abschluss der Gebietsmeldung Ende März schließen. Als nächsten Schritt forderte Hoffmann erneut die Einrichtung eines länderübergreifenden Biosphärenreservates „Gipskarst-Landschaft“, in dem nachhaltige Landnutzung und Wirtschaftsentwicklung Hand in Hand gehen. Klaus-Dieter Korb, Kreisvorsitzender des BUND Nordhausen, wies darauf hin, dass auch mit der Entscheidung des Ministerpräsidenten nicht alle Beeinträchtigungen der sensiblen Lebensräume ausgeschlossen seien: „Die Gefahr ist groß, dass die Gipsunternehmen auf ihren Abbauvorhaben beharren und gegen die Entscheidungen der Landesregierung klagen.“ Außerdem führten schleichende Zerstörungen wie die zur Zeit durchgeführten Holzfällungen in der Rüdigsdorfer Schweiz zu erheblichen Beeinträchtigungen der wertvollen Lebensräume, erklärte Korb weiter. Ron Hoffmann, der dem Ministerpräsident Dieter Althaus für seinen persönlichen Einsatz beim Schutz des Winkelberges dankte, forderte: „Ministerpräsident Althaus muss jetzt zu seinem Wort stehen und dafür sorgen, dass der Raubbau an der Karstlandschaft nicht wieder durch die Hintertür kommt.“ |
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