Landesverband Thüringen25.03.2004„Großangriff auf unsere Nahrung stoppen“ - Riesige Gen-Tomate tourt durch Thüringen / Attac und BUND protestieren gegen Agro-Gentechnik und die Rolle der WTOMit einer fünf Meter großen Gen-Tomate haben Mitglieder des globalisierungskritischen Netzwerks Attac und des BUND Thüringen in Jena, Rudolstadt, Meiningen, Gotha und Erfurt eine Protesttour gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel gestartet. Unter dem Motto „WTO: Hände weg von unserer Nahrung“ wollen sie gegen Gentechnik und die Rolle der Welthandelsorganisation (WTO) protestieren. „Die USA instrumentalisieren die WTO, um Europa genmanipuliertes Essen aufzuzwingen“, sagte Cornelia Reetz von Attac. „Diesen Großangriff auf unsere Nahrung wollen wir stoppen.“ Dazu sammeln Attac und BUND Einsprüche gegen die WTO-Politik auf vorbereiteten Postkarten, die im Sommer in Genf übergeben werden sollen.In der Europäischen Union, wo nach Umfragen über 70 Prozent der Menschen gentechnisch veränderte Nahrung ablehnen, verhindert derzeit ein Moratorium die Neuzulassung von Gentech-Pflanzen. Das wollen die USA zusammen mit Argentinien und Kanada durch eine Klage bei der WTO ändern. Dieser Schritt hat große Symbolkraft: Er soll auch andere Staaten - insbesondere die Entwicklungsländer - davor abschrecken, Restriktionen gegen die Gentechnik beizubehalten oder einzuführen. Attac und BUND fürchten außerdem, dass die USA nach einem Erfolg dieser Klage auch gegen die EU-weite Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel klagen könnten. „Die Welthandelsorganistion wird zum Handlanger der Agrar-Multis und ignoriert die Wünsche der Verbraucher“, kritisierte Alexandra Schubert vom BUND Thüringen. Die Agro-Gentechnik berge viele Risiken, sagte Frank Augsten, BUND-Gentechnikexperte: „Es ist noch zu wenig über die Folgen der Gentechnik auf Menschen, Tiere und Ökosysteme erforscht. Fest steht, dass die Abhängigkeit der hiesigen Landwirte von den wenigen Großkonzernen der Agrarindustrie weiter steigen wird. Außerdem ist Gentechnik auf dem Feld nicht zur Bekämpfung des Welthungers geeignet, wie die Agrar-Multis nicht müde werden zu betonen.“ Von der Thüringer Landesregierung fordern Attac und BUND eine nicht noch stärkere Verwässerung des bestehenden Entwurfs im Bundesrat. Die Landesregierung sollte sich stärker am Willen der Verbraucher und nicht an den Wünschen der Agrarindustrie orientieren. Ausdruck dessen wäre eine Unterstützung des bestehenden „Aktionsbündnis für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Thüringen“, kurz Gentechnik-Netzwerk, in dem sich inzwischen mehr als ein Dutzend Thüringer Organisationen gegen Gentechnik in der Landwirtschaft wehren. Weitere Informationen:
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