Landesverband Thüringen14.05.2004BUND Thüringen verlangt Auskunft zu Genmais-Anbau in ThüringenErfurt. Der BUND Thüringen hat heute von den Thüringer Behörden Auskunft über den Freisetzungsversuch von gentechnisch verändertem Mais in Thüringen verlangt.Der BUND Thüringen beruft sich dabei auf die Auskunftspflicht der Behörden nach dem Umweltinformationsgesetz (UIG). „Es ist höchste Zeit, dass die Thüringer Behörden dem Versteckspiel ein Ende setzen“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Die Menschen in Thüringen haben ein Recht darauf, von der Genindustrie nicht wie die Versuchskaninchen in einem Blindversuch behandelt zu werden.“ Für die Überwachung des Erprobungsanbaus ist nach Angaben des BUND Thüringen das Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz zuständig. Diese Behörde soll Mensch und Umwelt vor möglichen Gefahren, die durch den Einsatz gentechnischer Produkte entstehen, schützen. Vogel verwies darauf, dass die Behörde ohne Kenntnis der Anbauflächen ihren gesetzlichen Auftrag nicht erfüllen könne und beispielsweise die Einhaltung von Sicherheitsabständen nicht überprüfen könne. Darüber hinaus hätten landwirtschaftliche Betriebe ohne Kenntnis der Versuchsflächen keine Möglichkeit, sich gegen Verunreinigungen ihrer Produkte durch Pollenflug von den Genmais-Feldern zu schützen. Nach Angaben von Vogel wurde der Genmais mit einem Gen des Bacillus thuringiensis ausgestattet, um als sog. Bt-Mais ein Insektengift zu produzieren. Dadurch ist nicht auszuschließen, dass von dem Bt-Mais Gefahren für die Tier- und Pflanzenwelt der Nachbarflächen ausgehen. Um die Gefahren für Mensch, Tier und Umwelt besser abschätzen zu können, hat der BUND Thüringen bei den zuständigen Behörden offiziell seinen Anspruch auf Auskunft über die Lage der Versuchsflächen geltend gemacht. „Die Behörden in Thüringen müssen sich die Informationen zur Lage der Flächen verschaffen und umgehend die Öffentlichkeit und die betroffenen Landwirtschaftsbetriebe informieren“, forderte Vogel. „Es darf nicht der Eindruck entstehen, als lasse die Landesregierung der Genindustrie bei ihrer Verschleierungstaktik freie Hand.“ Vogel kündigte an, dass der BUND Thüringen notfalls gerichtlich Auskunft über den Erprobungsanbau in Thüringen erzwingen werde, falls die Behörden nicht hinreichend über den Versuchsanbau in Thüringen informierten. |
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