Landesverband Thüringen

01.07.2003

Das Grüne Herz darf nicht verscherbelt werden

Erfurt. Der BUND Thüringen kritisiert entschieden die Pläne der thüringischen Landesregierung, 8000 ha Staatswald zu verkaufen. Am kommenden Donnerstag soll der Thüringer Landtag dem Verkauf von 8000 ha Landeswald zustimmen.

„Staatswald ist öffentlicher Wald und dient damit in erster Linie den Gemeinwohlinteressen der Bürger. Ein Waldverkauf ist demnach gleichzusetzen mit einem Rückzug aus der Fürsorgepflicht gegenüber den Bürgern“, so die Bewertung von Frank Henkel, Geschäftsführender Vorstand des BUND Thüringen.

Der staatliche Waldbesitz sei keine Manövriermasse zum Ausgleich von Haushaltsdefiziten. Selbst das Thüringer Waldgesetz schreibe in § 31, Abs.4 einen unbedingten Erhalt der staatlichen Waldflächen vor. Diese Regelung dürfe unter keinen Umständen in Frage gestellt werden.
Die Gemeinwohlleistungen die der Staatswald den Menschen biete, seien heute und gerade für die Zukunft unverzichtbar. Der in großen Teilen dem Freistaat Thüringen gehörende Thüringer Wald als eines der bekanntesten Erholungsgebiete Deutschlands liefere nicht nur wertvolles Trinkwasser und saubere Luft, sondern leiste auch für den Boden – und Hochwasserschutz unbezahlbare Dienste. Gleiches gelte auch für seine Bedeutung als Lebensraum für eine artenreiche Tier –und Pflanzenwelt.

Nach einer Privatisierung würden diese Gemeinwohlleistungen nicht mehr in dieser Qualität erbracht werden können und schon gar nicht kostenlos. Die Erwirtschaftung von Gewinnen stünde dann an erster Stelle, andere Belange rückten zwangsläufig in den Hintergrund.

Der BUND Thüringen appelliert an die Abgeordneten des Thüringer Landtages, keinen wertvollen Staatswald auf Kosten künftiger Generationen zu opfern in dem er scheibchenweise verkauft wird.


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