Landesverband Thüringen

25.07.2003

Grünes Band – Historische Entscheidung für den Naturschutz in Deutschland? Bundesregierung verzichtet auf Privatisierung bundeseigener Flächen

Erfurt. Der BUND Thüringen begrüßt die Entscheidung der Bundesregierung, ihre Flächen im Grünen Band unentgeltlich den Ländern zu übertragen. Mehr als 80 % der Gesamtfläche des ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens stehen jetzt unmittelbar für den Naturschutz zur Verfügung. Der BUND Thüringen erwartet, dass die Thüringer Landesregierung jetzt dieses Chance nutzt, die einzigartige Perlenkette wertvoller Biotope im Grünen Band in Thüringen für die Zukunft endgültig zu sichern.

„Für diese Entscheidung haben wir uns seit dem Fall der Mauer eingesetzt“, erklärte Dr. Frank Augsten, Geschäftsführender Landesvorstand des BUND Thüringen. „Endlich zahlt sich das jahrelange Engagement des BUND für den Erhalt des Grünen Bandes aus. Die Übertragung der Flächen im Grünen Band ist einer der größten Erfolge in der Verbandsgeschichte des BUND.“

Der BUND Thüringen dankte nachdrücklich Bundesumweltminister Jürgen Trittin für seinen persönlichen Einsatz, der die Voraussetzung für die Entscheidung der Übertragung der Bundesflächen war.
Durch Thüringen verläuft mit 763 km knapp die Hälfte des Grünen Bandes, welches eine Gesamtlänge von 1393 km hat. Nach Schätzungen des BUND Thüringen befinden sich mehr als 80 % der Gesamtfläche von 6741 ha im Grünen Band Thüringens noch im Besitz der Bundesregierung. Hätte die Bundesregierung, wie bisher beabsichtigt, diese Flächen an private Investoren verkauft, wäre die einmalige Vielfalt dieses längsten Biotopverbunds quer durch Deutschland rasch zerstört worden. Daher hat sich der BUND Thüringen seit dem Fall der Mauer für eine Übertragung der Flächen an den Naturschutz eingesetzt.
Ausdrücklich lobte Augsten auch die gute Zusammenarbeit mit dem Thüringer Umweltministerium im Grünen Band. Die Landesregierung habe sich in den vergangenen Jahren selbst im Grünen Band engagiert und auch Projekte des BUND Thüringen im Eichsfeld und im Landkreis Sonneberg großzügig unterstützt.
„Ohne den beharrlichen, politischen Druck aus Thüringen wäre die Entscheidung der Bundesregierung möglicherweise nicht so schnell gekommen.“, vermutet Augsten. Er forderte die Landesregierung auf, jetzt diesen Weg konsequent weiter zu gehen, und das ganze Grüne Band unter Schutz zu stellen.
„Zur Zeit stehen nur knapp 20 % der Fläche des Grünen Bandes unter Naturschutz. Wir erwarten, dass die Thüringer Landesregierung jetzt diese einzigartige Perlenkette wertvoller Biotope als durchgehenden Verbund vollständig unter Schutz stellt“.


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