Landesverband Thüringen

14.10.2003

BUND Thüringen fordert Ende der Werra-Versalzung

Erfurt/Meiningen. Der BUND Thüringen fordert ein Ende der Werra-Versalzung durch den Kalibergbau. Die Salzbelastung im Unterlauf der Werra ist so stark, dass die meisten Gewässerorganismen dort nicht mehr überleben. Das ergab eine gemeinsame Tagung des BUND Thüringen und der Grünen Liga zur EU-Wasserrahmenrichtlinie.

„Die Salzbarriere trennt den Fluss vom Oberlauf und von den Nebengewässern.“ erklärte Wigbert Schorcht, Gewässerexperte im Landesvorstand des BUND Thüringen. „Ohne die Einstellung der Salzeinleitungen durch Kali-Bergbau kann der von der europäischen Union geforderte gute ökologische Zustand der Werra nicht erreicht werden.“

Auf der Tagung erläuterte Prof. Dr. Ulrich Braukmann, Limnologe an der Universität Kassel, dass von 32 typischen Fließgewässerarten nur noch vier im Unterlauf der Werra nachzuweisen seien. Alle übrigen Arten könnten dort wegen der hohen Salzkonzentration nicht mehr überleben.

Nach Angaben von Schorcht wurde durch die Veranstaltung deutlich, dass auch im geringer belasteten Oberlauf der Werra noch viel zu tun bleibe: über 50 Wehre, Dämme und andere Querbauwerke befänden sich im Flusslauf der Werra. Noch nicht einmal ein Fünftel davon sei so konstruiert, dass wandernde Fischarten zu ihren Laichplätzen gelangen könnten.

Weiterhin fehlten an den zahlreichen Nebengewässern finanzielle Hilfen für die Gemeinden vor Ort. Obwohl Thüringen mit der Richtlinie zur "Förderung wasserwirtschaftlicher Maßnahmen an Gewässern zweiter Ordnung" gute gesetzliche Vorgaben habe, sei der Fördertopf fast leer. Tatsächlich passiere daher an vielen Nebengewässern nichts. Auch fehle in Thüringen trotz Wanderfischprogramm eine verbindliche Restwasserrichtlinie, damit an Wasserkraftanlagen ausreichend Wasser im Flusslauf verbleibe und Wanderfischen somit die Durchwanderbarkeit der Gewässer ermöglicht wird.

Im Rahmen des Projektes „Lebendige Werra“ tritt der BUND Thüringen seit Jahren für eine Verbesserung des Zustands der Werra ein. In Pilotprojekten werden beispielsweise die Durchgängigkeit für Wanderfische und die Sicherung von Flächen für den ökologischen Hochwasserschutz gefördert.

Schorcht begrüßte die geplante Meldung der Werra als FFH-Gebiet durch das Thüringer Umweltministerium. Gleichzeitig forderte er alle zuständigen Behörden, auf die Anstrengungen zum Schutz der Werra und ihrer Zuflüsse als Lebensadern in der Landschaft erheblich zu verstärken.


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