Landesverband Thüringen

13.11.2003

Thüringer Landesregierung setzt sich für tierquälerische Käfighaltung ein

Das Käfigverbot in der Hennenhaltung steht auf der Kippe. Am 28. November will der Bundesrat beschließen, die tierquälerische Käfighaltung quasi durch die Hintertür als sogenannte „ausgestaltete Käfige“ wieder einzuführen. Die Thüringer Landesregierung hat ihre Zustimmung bereits signalisiert. Der BUND hat eine Online-Aktion gegen die Aufweichung der bestehenden Legehennenverordnung gestartet.

Erfurt. Jahrzehntelang haben Umweltschutz-, Verbraucherschutz- und Tierschutzorganisationen gegen die tierquälerische Käfighaltung von Legehennen protestiert. Verbraucherschutzministerin Renate Künast hat reagiert und auf der Grundlage der entsprechenden EU-Regelungen eine Legehennenverordnung für Deutschland erlassen, wonach Hennen ab 2007 nicht mehr in Käfigen gehalten werden dürfen.

„Künast hat in dieser Angelegenheit Rückgrat bewiesen und gegen eine starke Lobby industrieller Großbetriebe, die längst nichts mehr mit Landwirtschaft zu tun haben, diese Verordnung durchgedrückt. So ist es nicht verwunderlich, dass es Versuche gibt, das Gesetz zu Lasten der Tiere wieder aufzuweichen.“ schätzt Dr. Frank Augsten, Agrarexperte des BUND Thüringen, die Situation ein.

Der BUND Thüringen kritisiert, dass sich die Thüringer Landesregierung vor den Karren einer Lobby spannen lässt, die ohne Rücksicht auf unsere Mitlebewesen, die Umwelt und die Gesundheit der Verbraucherinnen und Verbraucher das Leid und das Elend von Millionen Legehennen in Kauf nimmt, nur um möglichst billige Eier auf den Markt zu bringen.

„Der Vorstoß der Thüringer Landesregierung zur Verlängerung des Leids der Legehennen ist ein weiteres Beispiel für die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit ihrer Politik.“ so Augsten weiter. „Thüringen hat als eines der ersten deutschen Bundesländer den Tierschutz in seine Verfassung aufgenommen und dafür von vielen Seiten Lob bekommen. Doch wenn es um die Umsetzung dieser hehren Ziele geht, knickt die CDU vor einer Handvoll Lobbyisten ein.“

Der BUND hat am 10. November eine Online-Aktion zur Rettung der Legehennenverordnung gestartet. Über ein Formular auf der Internetseite www.bund.net können alle Interessierten Emails an Ministerpräsidenten Dieter Althaus schicken und ihn auffordern, die Thüringer Verfassung einzuhalten.


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