Landesverband Thüringen07.03.2003Frühstücksbrötchen ohne GEN-Weizen – Keine Freisetzungsversuche in Friemar oder anderswo!Erfurt. Der BUND Thüringen hat beim Robert-Koch-Institut (RKI) offiziell Einwand gegen den für dieses Frühjahr in Friemar geplanten Freisetzungsantrag mit gentechnisch verändertem Weizen erhoben. Er fordert damit das RKI auf, auf Grund der unzureichenden Antragsunterlagen der Syngenta Seeds GmbH und der ungeklärten Risiken derartiger Freisetzungsversuche die Genehmigung für den Versuch nicht zu erteilen.Erfurt. Mit dem Antrag der Syngenta Seeds GmbH soll erstmalig in Deutschland gentechnisch veränderter Weizen außerhalb von Labor und Gewächshaus sozusagen in „freier Natur“ ausgesät werden. Damit erreichen die Freisetzungsversuche eine neue Qualität, denn mit Weizen wird nicht nur die am meisten angebaute Feldfrucht freigesetzt, sondern auch die Getreideart, die unmittelbar der menschlichen Ernährung dient. Der BUND Thüringen lehnt den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft und der Lebensmittelverarbeitung auf Grund der ungeklärten Risiken für die Umwelt, die Pflanzen und Tiere sowie für den Menschen ab. Dazu Dr. Frank Augsten vom geschäftsführenden Vorstand des Landesverbandes: „Besonders perfide ist im Zusammenhang mit den Freisetzungen das Argument, dass man die Risiken ja nur erkennen könne, wenn man es darauf ankommen lässt und die Versuche in der freien Natur durchführt. Für uns ist das ein einziger großer Menschenversuch, denn wenn es schief geht, lassen sich die gentechnisch veränderten Organismen nicht einfach wieder einsammeln.“ So lesen sich auch die Antragsunterlagen der Syngenta Seeds GmbH wie eine Wunschliste der Gentech-Wissenschaftler, kritische Quellen werden einfach ignoriert. Der BUND Thüringen hat sich in seiner Einwendung wissenschaftlicher Studien bedient, die zeigen, dass Syngenta Seeds die Risiken bewusst herunterspielt. Für den BUND Thüringen ist das eine gezielte Irreführung der Bevölkerung. Der BUND Thüringen hofft, dass das Robert-Koch-Institut als Zulassungsbehörde der Argumentation des BUND Thüringen folgt und den Freisetzungsversuch in Friemar untersagt. Das wäre für Augsten ein deutliches Signal für eine Neuorientierung in der Landwirtschaft und der Lebensmittelverarbeitung: „Die Gentechnik verschärft den mittlerweile ruinösen Wettbewerb unter den Landwirten. Sie füllt die Taschen weniger Konzerne und beschert uns eine neue Form von Lebensmittelproduktion, die uns Verbrauchern schwer auf den Magen schlagen wird. Wir müssen dafür sorgen, dass eine gentechnikfreie Landwirtschaft auch in Zukunft möglich ist. Eine entsprechende Entscheidung zu Friemar wäre ein erster Schritt.“ |
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