Landesverband Thüringen

11.04.2003

Erfolgreicher Widerstand des BUND Thüringen gegen Gen-Weizen-Aussaat in Friemar – Syngenta verzichtet auf Freisetzungsversuch

Der BUND Thüringen hat sich von Anfang an die Spitze des Widerstandes gegen den von der Syngenta Seeds GmbH in Friemar geplanten Gen-Weizen-Versuch gestellt und begrüßt deshalb die Syngenta-Entscheidung, auf Grund der breiten Proteste auf die Aussaat zu verzichten.

Erfurt. Mit dem Antrag der Syngenta Seeds GmbH sollte erstmalig in Deutschland gentechnisch veränderter Weizen außerhalb von Labor und Gewächshaus sozusagen in „freier Natur“ ausgesät werden. Damit hätten die Freisetzungsversuche eine neue Qualität erreicht, denn mit Weizen wird nicht nur die am meisten angebaute Feldfrucht freigesetzt, sondern auch die Getreideart, die unmittelbar der menschlichen Ernährung dient.

Der BUND Thüringen hatte gemeinsam mit anderen gesellschaftlichen Gruppen beim Robert-Koch-Institut (RKI) offiziell Einwand gegen den für dieses Frühjahr in Friemar geplanten Freisetzungsantrag mit gentechnisch verändertem Weizen erhoben. Damit wurde das RKI aufgefordert, auf Grund der unzureichenden Antragsunterlagen der Syngenta Seeds GmbH und der ungeklärten Risiken derartiger Freisetzungsversuche die Genehmigung für den Versuch nicht zu erteilen.

Das RKI hatte trotz der offensichtlichen Mängel im Antrag am 09. April „Grünes Licht“ für den Versuch gegeben. Weil dies auf Grund der offensichtlichen Industrienähe des RKI zu erwarten war, hatten Umweltverbände und Initiativen vor Ort die Verhinderung der Aussaat „in die eigenen Hände“ genommen. Mit einer logistischen Meisterleistung von Greenpeace gelang es, Syngenta zu Aufgabe des Vorhabens zu bewegen.

Dazu Dr. Frank Augsten vom geschäftsführenden Vorstand des Landesverbandes: „Wo die Politik versagt, kann der Bürgerwille trotzdem viel bewegen. Nachdem das RKI dem Versuch auf der Grundlage einer völlig unzureichenden Gesetzgebung stattgegeben hatte, half nur noch Bürgerengagement. Die tolle Zusammenarbeit zwischen dem BUND, Greenpeace, der Gemeinde Friemar und den anderen Initiativen hat gezeigt, dass es sich lohnt, für seine Rechte zu streiten.“

Der BUND Thüringen bedankt sich ausdrücklich für die Unterstützung von Greenpeace, ohne deren Engagement eine solche Entscheidung nicht so schnell hätte herbeigeführt werden können. Der BUND Thüringen hofft, dass mit der zweiten erfolgreichen Verhinderung eines Freisetzungsversuches in Thüringen Gentech-Firmen den Freistaat in Zukunft mit ihren unkalkulierbaren und riskanten Versuchen verschonen.


Service
Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich - BUND-Rabatt!
Für Mitglieder
Für BUND-Gruppen
Öko-Tipps
Für Presse und Medien
Pressemitteilungen Archiv 2007
Pressemitteilungen Archiv 2006
Pressemitteilungen Archiv 2005
Pressemitteilungen Archiv 2004
Pressemitteilungen Archiv 2003
Pressemitteilungen Archiv 2002
Information zur Wasserrahmenrichtlinie
Links
   Impressum zum Seitenanfang