Landesverband Thüringen06.09.2002BUND Thüringen: Talsperre Leibis ist ein Fass ohne BodenErfurt. Der BUND Thüringen hält den Bau der Talsperre Leibis für überflüssig und die Zerstörungen von Natur und Landschaft für nicht gerechtfertigt. Das hat er heute anlässlich der Grundsteinlegung für die Staumauer deutlich gemacht. Um die Sinnlosigkeit dieses Vorhabens zu unterstreichen, hat der BUND Thüringen dem Geschäftsführer der Thüringer Talsperrenverwaltung, Jens Peters, ein Fass ohne Boden überreicht.„Die Talsperre Leibis ist so sinnlos wie dieses Fass ohne Boden.“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen, heute während der Grundsteinlegung in Unterweißbach. „Wenn die Talsperre fertiggestellt ist, wird niemand das Trinkwasser aus der Talsperre benötigen. Viele Arten werden dann endgültig ihren Lebensraum verloren haben und das einzigartige “Tal der Lichte“ wird hinter einer fast einhundert Meter hohen Mauer aus Beton im Wasser versinken.“ Vogel betonte, dass stellvertretend für diese Arten das Auerhuhn stehe, welches in den Wäldern um das Lichtetal seinen letzten Rückzugsraum in Thüringen hatte. Der Bau dieser Talsperre treffe die Population ins Herz und lasse ihr und vielen anderen Arten keine Chance mehr zu Überleben. Diese ökologische Katastrophe werde zur Verwirklichung des Projektes von der Landesregierung billigend in Kauf genommen. Nach Ansicht des BUND Thüringen wurden zur Rechtfertigung der Talsperre Leibis im Laufe der langen Geschichte des Projektes immer neue Argumente aus dem Hut gezaubert. Während ganz zu Anfang die Talsperre gebaut werden sollte, um den Ballungsraum Leipzig-Halle-Bitterfeld mit Trinkwasser zu versorgen, stand kurz nach der Wende die Versorgung der Thüringer Bevölkerung mit Trinkwasser im Vordergrund. Erst als der BUND nachgewiesen hatte, dass die Bevölkerungsentwicklung in Thüringen stark rückläufig ist und der Trinkwasserverbrauch stagniert, wurde die schlechte Wasserqualität im Talsperrensystem Weida-Zeulenroda-Lössau ins Spiel gebracht. Mit dem Bau von Leibis soll dieses System abgelöst werden. Inzwischen werde darüber diskutiert, weitere Talsperren aus der Nutzung zu nehmen, wie z.B. die Talsperre Schmalwasser, die erst Mitte der 90er Jahre in Betrieb genommen wurde. Parallel dazu sei die geplante Wasserentnahme aus der Talsperre kontinuierlich gesunken. Zu Beginn der 90er Jahre sollten aus der Talsperre noch 220.000m3 entnommen werden. Jetzt sind es nur noch knapp 44.000m3. Diese Entwicklungen machen nach Ansicht des BUND Thüringen deutlich, dass in Thüringen bereits heute Überkapazitäten im Trinkwasserangebot vorhanden sein. Von den 100.000 Mio. Kubikmeter, die zur Zeit an Trinkwasser in Thüringen pro Jahr zur Verfügung stehen, würden nur ca. 50 Mio. Kubikmeter genutzt. „Mit diem Fass ohne Boden wollen wir mahnend daran erinnern, dass der Bau von Talsperren ins Bodenlose führt und den Weg für eine zukunftsfähige, nachhaltige und sichere Trinkwasserversorgung verbaut“, erklärte Vogel anlässlich der Übergabe. Für Rückfragen: Dr. Burkhard Vogel, Tel. 0170-7319593 |
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