Landesverband Thüringen09.10.2002Erstes Thüringer HolzpelletsgesprächErfurt. Der BUND Thüringen hat am vergangenen Dienstag den ersten Thüringer Holzpellets-Workshop in Hainichen, Ostthüringen veranstaltet. Über vierzig Experten aus Unternehmen, Behörden und Verbänden diskutierten, wie sich die Marktchancen für Holzpellets als nachwachsender und klimafreundlicher Energieträger in Thüringen verbessern lassen. Als Gastgeber der Veranstaltung, die durch das Thüringer Umweltministerium finanziell gefördert wurde, präsentierte die Firma Nestro Lufttechnik GmbH die erste in Thüringen produzierende Holzpelletierungsanlage und machte damit die Perspektiven dieser umweltfreundlichen Technologie für Thüringer Unternehmen anschaulich.„Wenn wir Klimaschutz ernstnehmen, müssen wir konsequent auf regenerative Energieträger umsteigen“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen zu Beginn der Veranstaltung. „Holzpellets sind ideal, weil der Rohstoff aus heimischen Resthölzern stammt, bei der Verbrennung die Atmosphäre nicht zusätzlich mit C02 belastet wird und der Komfort der Heizungen mit Öl- oder Gasheizungen vergleichbar ist. Außerdem bleibt bei Holzpellets die gesamte Wertschöpfung von der Produktion, über die Installation der Anlagen bis zum Vertriebe der Pellets im Land. Damit profitieren Umwelt und Wirtschaft gleichermaßen von dieser Technologie.“ Am Vortragsprogramm beteiligten sich Vertreter des Umweltzentrums des Handwerks in Thüringen, der Thüringer Architektenkammer, des Thüringer Wirtschaftsministeriums und des Biomasseinformationszentrums. Dabei wurde deutlich, dass die Technologie für Pelletsheizungen längst marktfähig ist und ein breites Spektrum unterschiedlicher Systeme angeboten wird. Dennoch ist diese Technologie im Gegensatz zu Bayern oder Baden-Württemberg trotz großzügiger Förderung durch das Thüringer Wirtschaftsministerium in Thüringen nicht sehr weit verbreitet. Der Einsatz der Pelletsheizungen scheitert häufig entweder am mangelnden Fachwissen von Architekten oder Installationsfirmen oder an veralteten Bauvorschriften, welche den Einsatz von Festbrennstoffheizungen in Bebauungsplänen von Gemeinden verbieten. Auch Produktion und Vertrieb der Pellets sind in Thüringen noch unterentwickelt. Einen großen Wachstumsmarkt für Holzpellets sieht Dr. Fischer vom Biomasseinformationszentrum gerade auch in Thüringen. Nach seinen Angaben ist der Anteil der Pellets-Heizungen bundesweit noch verschwindend gering. Perspektivisch ist jedoch ein Marktanteil von 5% realistisch, der sich vor allem auf waldreiche Bundesländer wie Thüringen konzentrieren wird. Als Ergebnis des Workshops forderten die Teilnehmer eine gemeinsame Informationskampagne für Thüringer Handwerksunternehmen, Architekten und Bauherren, um die Nachfrage nach Pellets-Heizungen anzukurbeln. Dazu soll eine gemeinsame Informationsplattform geschaffen werden und das Thema auf einschlägigen Messen, wie der naro.tec-Messe für nachwachsende Rohstoffe im Herbst 2003 präsentiert werden. Dr. Vogel, BUND Thüringen: „Wir bieten unsere Zusammenarbeit beim Aufbau eines Holzenergie-Netzwerkes mit Thüringer Unternehmen an und werden uns weiterhin aktiv für umweltgerechte Technologien wie Holzpellets in Thüringen stark machen.“ Bei Rückfragen: Dr. Burkhard Vogel, Tel. 0170-7319593 |
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