Landesverband Thüringen

22.03.2005

BUND Thüringen und SUA Suhl zum Tag des Wassers 2005:
Modellvorhaben zur Auenrenaturierung an der Werra ist ein Baustein auf dem Weg zum „Guten Zustand“ der Gewässer

Erfurt. Zum Tag des Wassers wird die Bundesrepublik in diesem Jahr die Ergebnisse der Gewässer-Bestandsaufnahme an die Europäische Union melden. Um kommenden Generationen saubere und lebendige Gewässer zu hinterlassen, sollen alle Mitgliedsstaaten bis zum Jahr 2015 den "guten Zustand" erreichen. Zum heutigen Zeitpunkt, das hat die Bestandsaufnahme ergeben, würden rund zwei Drittel der Thüringer Flüsse und Seen diesem Ziel noch nicht durchgängig genügen. Auch beim Grundwasser sieht die Situation ähnlich aus.

Durch Stoffbelastungen aus der Fläche, noch ungenügend gereinigte häusliche Abwässer und wegen begradigter und mit für Gewässerlebewesen unpassierbaren Hindernissen bestückter Fließgewässer ergibt sich daher auch in Thüringen ein erheblicher Handlungsbedarf.

Das Staatliche Umweltamt Suhl hat aus diesem Grund in Zusammenarbeit mit dem BUND Thüringen an der Werra eines von 9 Modellvorhaben in Thüringen gestartet, um die Werra von Sallmannshausen bis Göringen zu renaturieren.

Ziel des Projektes ist es, die Gewässerstruktur der Werra zu verbessern. Dies soll unter anderem durch Aufweitungen und Abflachungen des Ufers, Anschluss eines Altarms und Schaffung von Stillwasserzonen am Fließgewässer erreicht werden. In Zusammenarbeit mit den Landwirten wird nach Lösungen gesucht, wie die landwirtschaftliche Nutzung in sensiblen Bereichen, z.B. am Gewässerrand, betriebsverträglich extensiviert werden kann.
Insgesamt wurden durch das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt für das Vorhaben EU-Fördermittel in Höhe von rund 600.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Vor wenigen Tagen fand dazu eine Bürgerversammlung in Lauchröden statt, auf der die abgestimmten Planungen vorgestellt wurden. Eingeladen waren Anwohner, Flächeneigentümer und Nutzer, um sich von dem Vorhaben ein Bild zu machen. Auf der sehr gut besuchten Veranstaltung wurden mögliche Maßnahmen vorgestellt und diskutiert. Die Flächen für die vorgesehenen Maßnahmen sollen durch freiwilligen Landtausch zur Verfügung gestellt werden.

“Die Aufwertung der Werra durch das Modellvorhaben wird die Attraktivität des Gebietes deutlich erhöhen“, so Karsten Pehlke, Flussgebietsmanager beim Staatlichen Umweltamt Suhl, auf der Veranstaltung.


Weitere Infos finden Sie auf der Seite des Umweltministeriums zur Wasserrahmenrichtlinie: www.flussgebiete.thueringen.de sowie auf der Internetseite des BUND-Projekts „Lebendige Werra“: www.living-rivers.de/werra


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