Landesverband Thüringen

18.04.2005

Gen-Mais-Versuch in Dachwig: Zweifelhafter Nutzen bei hohem Risiko

Das Bundessortenamt hat im Auftrag des Verbraucherschutzministeriums den Anbau von genmanipulierten Mais auf einem Versuchsfeld bei Dachwig im Kreis Gotha beantragt. Der BUND Thüringen und der Thüringer Ökoherz e.V. rufen die betroffenen Landwirte und Imker, aber auch die Bürger in der Region dazu auf, sich öffentlich gegen dieses Vorhaben auszusprechen. Am 19.04.05 besteht dazu Gelegenheit, dann wird die Versuchsstation Dachwig die umliegenden Landwirtschaftsbetriebe über den Versuch informieren.

Erfurt. Ein Blick in das Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zeigt: Dem deutschen Gentechnikgesetz folgend haben mehrere Landwirtschaftsbetriebe und Versuchsstationen ihr Vorhaben zum Anbau von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen angemeldet. Thüringen ist mit einem Versuchsantrag des Bundessortenamtes vertreten, das im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums in der Gemarkung Dachwig im Kreis Gotha gentechnisch veränderten Mais auszubringen gedenkt. Nachdem das Vorhaben zunächst zurückgezogen wurde, stehen mittlerweile potentielle Aussaattermine fest.

„Wir bedauern sehr, dass sich das Bundessortenamt für Dachwig entschieden hat, vor allem, weil in diesem Jahr kein einziger Landwirtschaftsbetrieb in Thüringen gentechnisch veränderten Mais anbaut,“ so Dr. Frank Augsten, Gentechnikexperte des BUND und Ökoherz-Geschäftsführer. „Während die Landwirte gut daran tun, weitere internationale Erfahrungen und vor allem die Offenlegung der Ergebnisse der 2004er Versuche in Deutschland abzuwarten, schafft ausgerechnet eine Bundesbehörde Tatsachen mit potentiellen Gefährdungen für die Umwelt und den Menschen.“

Der BUND Thüringen und der Ökolandbau-Förderverein Thüringer Ökoherz e.V. begrüßen die Entscheidung der Versuchsstation Dachwig, Vertreter der Umweltverbände zur Informationsveranstaltung am 19.04.05 in die Außenstelle des Bundessortenamtes einzuladen. Landwirte und Vertreter der Medien haben somit Gelegenheit, ihre Fragen von „beiden Seiten“ beantworten zu lassen und sich so ein genaueres Bild von den geplanten Versuchen zu machen.

Die Informationsveranstaltung findet am Dienstag, den 19.04.05, um 13.00 in der Außenstelle des Bundessortenamtes in Dachwig, Kirchstraße 28, statt.


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