Landesverband Thüringen

Erfolge

Aber es gibt auch Ansätze, Menschen für Natur und Umweltschutz zu gewinnen. Wer hätte das gedacht vor 10 Jahren, daß sich der Überdruß am Überfluß eher noch im Osten als im Westen thematisieren läßt. Die Ossis haben die Erfahrung der Wende den Menschen im Westen voraus, und sie haben in den letzten 10 Jahren erfahren, daß ein Mehr an Dingen nicht unbedingt glücklicher macht. Ich werde nie vergessen, wie nach einem Vortrag zum „Zukunftsfähigen Deutschland“ in einem Dorf eine Frau sagte: „Weihnachten 1990 war mein schönstes Weihnachten, da konnte ich meinen Kindern alle Wünsche erfüllen. Aber schon ein Jahr später habe ich mich nach einem einfacheren Weihnachten zurückgesehnt.“ Aus der Konfrontation einer Mangelgesellschaft mit einer pervertierten Konsumgesellschaft erwachsen Fragen. Ich lasse mir von niemandem diese Hoffnung ausreden, daß sich Menschen im Osten (oder sonstwo) für Dinge, die nicht ihr eigenes Haus und den eigenen Hof betreffen, bewegen lassen.

Mittlerweile können sich die Landesverbände im Osten auch Erfolge auf die Fahnen schreiben.


  • Denken wir an den Einlagerungsstop für Atommüll in Morsleben, den dieser lächerliche kleine Landesverband in Sachsen-Anhalt gemeinsam mit Greenpeace auf dem Klageweg erreicht hat.
  • Der 13. Deutsche Nationalpark ist 8 Jahre nach der Wende in Thüringen ausgewiesen worden.
  • Das Grüne Band...
  • Schlagen wir nach in unserer Studie „Zukunftsfähiges Deutschland“, da ist zu lesen von dem intelligenten Projekt, das Stadt und Land zusammenführen soll, wo Wasserwerke Geld geben an Bauern, damit sie umstellen auf ökologischen Landbau; das Modell ist in Leipzig realisiert.
  • Musterprozesse, die da geführt worden sind (von den skandalträchtigen einmal abgesehen)
  • Da gibt es Truppenübungsplätze, die wirksam vor dem Zugriff der Wirtschaft und der Bundeswehr verteidigt werden.
  • Endlose Auseinandersetzungen um Müllverbrennungsstandorte, wo der BUND schon vor Ort ist, bevor die Leute richtig eingeseift werden können.
  • Das Aus für die ICE-Trasse durch den Thüringer-Wald usw. usf.
Und das alles mit diesen wenigen Mitgliedern, mit wenig hauptamtlichen Kräften, aber mit viel Engagement, Phantasie und Kreativität. Im Osten ist viel probiert und unternommen worden, was den BUND insgesamt bunter gemacht hat, bereichert um Aktionspotential.

Der BUND ist aber auch lebendiger geworden jenseits aller Aktionen. Nur ein Beispiel von sicher sehr vielen: seit 10 Jahren trifft sich ausnahmslos jedes Jahr die BN-Ortsgruppe Holzkirchen und die Thüringische Ortsgruppe Hohenleuben. Da werden gemeinsam Biosphärenreservate besucht, Ausflüge ins Tschechische gemacht, die Biotope vor Ort angesehen. Das aber sind 89er Herbstzeitlose, aufgehoben im BUND.


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