13. und letzte Arbeitswoche (2.01. - 8.01.07) – Update von Ralf |
9. Januar 07 |
In der dreizehnten und letzten Arbeitswoche, der ersten Woche des Jahres 2007, bauten wir
die Versuchsanlage in El Jicaro sowie unsere Batch-Tests ab und bereiteten einen 2-stündigen
Vortrag zum Thema Energiekrise und Klimawandel, Erneuerbare Energien und Biogas vor. Bei der
„Capacitación“, welche wir am Samstag Vormittag vor etwa 40 interessierten Zuhörerinnen und
Zuhörern hielten, gingen wir am Ende besonders darauf ein, wie sich mit einfachen Mitteln
und mit geringem Finanzeinsatz eine Low-Tech Biogasanlage realisieren lässt, mit der bereits
durch die Beschickung mit Dung von zwei Kühen genug Gas zum Kochen erzeugt werden kann, um
den Bedarf einer Familie zu decken. Auch die aktuellen Informationen zur Energiekrise und zur
Zuspitzung des Problems des Klimawandels durch die Nutzung fossiler Energiequellen – ein
Thema, welches hierzulande wenig bekannt ist – wurden von dem aufmerksamen Publikum
interessiert aufgenommen.
In der letzten Arbeitswoche trugen wir außerdem alles zusammen, was wir brauchten, um unseren
Abschlussbericht fertig zu stellen. Am letzten Arbeitstag, Montag Nachmittag, konnten wir den
Bericht in Druck geben und der Direktive der Genossenschaft übergeben. Diese bedankte sich wie
auch wir für die produktive Zusammenarbeit und bekundete ihr Interesse zur Fortführung der
Kooperation zur Umsetzung der angestoßenen Ideen zum Bau einer Biogasanlage oder vielen kleinen
Biogasanlagen (dezentraler Ansatz). Uns freut natürlich, dass wir bereits den Bau einer Anlage
zur Versorgung der Käserei erreichen konnten und dieses Vorhaben auch umgesetzt wurde, selbst
wenn wir die Fertigstellung nicht mehr miterleben werden, da aufgrund der Mais- und
Zuckerrohrernte in den letzten Wochen oft keine Arbeitskräfte verfügbar waren, um den Bau zügig
voran zu treiben. Über unseren Email-Kontakt zu ADEMUZA bzw. dem der NRO angehörenden Mitglied
Meme, der die Bauaufsicht übernommen hat, werden wir laufend über den Baufortschritt informiert
werden und können bei Fragen und Unklarheiten stets mit der Kooperative in Kontakt treten.
12. Arbeitswoche (11.12. - 15.12.) – Update von Niklas |
15. Dezember 06 |
Diese Woche beschäftigten wir uns wie schon in der vergangenen mit unserem Standardprogramm
und der Ausformulierung unserer Studie.
Zu unserer Freude sahen wir am Donnerstag, dass bereits mit dem Aushub für den Gasspeicher
der geplanten Biogasanlage begonnen wurde. Auch war der Baum, der die Anlage beschattet und
durch seine großen Wurzeln den Betonbehälter gefährdet hätte, gefällt.
Am Freitagmorgen war dann bereits die Grube fertig auf einen Meter Tiefe ausgehoben und es
wurden Steine und Zement bestellt und geliefert, um den sandigen Grubenboden Wasserdicht zu
bekommen. Ausserdem wurde der schon bestehende Regenwasserbehälter für die Aufstockung seiner
Mauern vorbereitet. Es fanden sich in den Lagern der Genossenschaft auch noch ein paar
Plastikrohre, sodass beim Materialeinkauf etwas gespart werden kann und die Arbeiten ohne
Verzögerung weitergehen können.
Leider werden wir die nächsten zwei Wochen nicht da sein, um das Fortschreiten des Baus zu
begleiten. Der ADEMUZA-Mitarbeiter Meme, welcher uns bereits bei der Planung der 5,5 m³-Anlage
und vorher mit der Fertigung der Biogas-Speicher für die Versuchsanlage half, wird an unserer
Stelle wohl eine Art Bauleitung übernehmen. Der Vorarbeiter aus der Genossenschaft macht
ebenfalls einen sehr kompetenten Eindruck. Wir hoffen, nach unserer Rückkehr aus dem Urlaub
mit der Verrohrung und dem Befüllen der Anlage beginnen zu können.
Am Freitag konnten wir außerdem ca. 100 l Biogas, die während der letzten Wochen von
unserer Versuchsanlage erzeugt worden sind, mit einem handelsüblichen Gasherd verbrennen.
Fast eine dreiviertel Stunde lang konnten wir eine geruchslose und gleichmäßige Flamme
aufrecht erhalten.
Allen Interessierten wünschen die Arbeitstagebuchredakteure frohe Weihnachten und einen gutes
neues Jahr!
11. Arbeitswoche (4.12. - 9.12.) – Update von Niklas |
12. Dezember 06 |
Die erste Tätigkeit der Woche bestand aus dem Holen neuen Dungs aus den Ställen der Kühe. Dafür
müssen wir zu Fuß ca. 15 min hin und ca. 20 min mit dem halbvollen Eimer zurück zu unserem
Arbeitsplatz laufen. Wir holen etwa einmal wöchentlich Dung, damit die Substrate für unsere
Versuchs-Anlage nicht zu abgestanden sind. Die Substratmischung aus Molke bzw. Käsereiabwässern
und Dung setzen wir alle drei Tage neu an.
Am Dienstag fuhren wir dann voller Hoffnung nach San Salvador, um unsere Chemikalien aus dem
Zoll zu holen. Unser Gastgeber und Abgeordneter Yohalmo begleitete uns, und freundlicherweise
fuhr uns der Direktor der UNES (Unidad Ecológica Salvadoreña, größter Dachverband von unabhängigen
Umweltorganisationen im Land) mit seinem Wagen zum Flughafen, der ca. 40 km ausserhalb San
Salvadors liegt. Dort mussten wir nach einigem Verhandeln und Warten leider erfahren, dass zur
Übergabe der Chemikalien zusätzlich zum Dekret des Parlaments noch eine Unbedenklichkeitserklärung
des Umweltministeriums und eine Zustimmung der Chemikalienkommission nötig seien; das würde etwa
nochmals 4 Wochen dauern, wurde uns mitgeteilt.
Eine Information, die uns vier Wochen vorher wahrscheinlich noch geholfen hätte, da wir dann Zeit
gehabt hätten, die entsprechenden Unterlagen zu besorgen. So war aber durch den Umstand, dass in
guten vier Wochen unser Aufenthalt in El Salvador endet, nicht mehr daran zu denken, noch an die
Chemikalien zu kommen. Wir mussten also unverrichteter Dinge wieder zurück nach Atiquizaya
fahren.
Der quasi unumgängliche Verzicht auf die Chemikalien führt leider dazu, dass wir einige
interessante Parameter der Frischsubstrate und des ausgefaulten Guts nicht feststellen können. So
ist es unmöglich geworden, in der kurzen Zeit die Düngequalität des ausgefaulten Substrats zu
bestimmen. Neben dem Wegfall einiger interessanter Informationen für unsere Studie tut es uns auch
um die Mühen aller Beteiligten hier in El Salvador leid, die Versucht haben, uns die Sachen zu
beschaffen, sowie um das große Engagement der Firma HACH LANGE GmbH, welche nun auch auf die
erhofften Daten verzichten muss.
Die übrige Woche führten wir täglich das Standardprogramm (Substrat nachfüllen, Gasstand und
Fermentertemperatur ablesen) durch. Das nahm meisstens den Vormittag in Anspruch. Die Nachmittage
setzten wir erste Auswertungen der Ergebnisse von Versuchsanlage und Batch-Tests fort und arbeiteten
an der schriftlichen, spanischen Ausarbeitung der Studie weiter. Für deren Fertigstellung fehlen uns
aber noch die endgültigen Ergebnisse der Versuche und einige Preisangaben für Anlagenteile, welche
wir bei entsprechenden Herstellern per Email angefragt haben, welches ebenfalls Bestandteil der
Arbeiten in dieser Woche war.
Jetzt verbleiben effektiv nur noch 2 Arbeitswochen, um alle Ergebnisse unserer Studie
zusammenzutragen und diese der Genossenschaft vorzustellen.
10. Arbeitswoche (27.11. - 3.12.) – Update von Ralf |
6. Dezember 06 |
Um mehr von dem in der Versuchsanlage entstehenden Biogas speichern zu können, schlossen wir
nach Beendingung entsprechender Umbauarbeiten Anfang der Woche einen neuen Gasspeicher daran
an. Er besteht aus einem 120 l fassenden Kunststofffass, an welches wir außen einen
„kommunizierenden“ transparenten Schlauch angebracht und mit einer Skala versehen haben. Da
dieselbe Menge Biogas, welche in den Behälter einströmt die gleiche Menge Sperrflüssigkeit
(Wasser) verdrängt, können wir anhand der Skala die noch im Gasspeicher verbleibende Wassermenge
und somit die Gasproduktion im Vergleich zum letzten Messzeitpunkt überwachen. Nachdem wir eine
Undichtigkeit im Deckelrand nach dem dritten Anlauf durch Verwendung einer ordentlichen Menge
Silikon in den Griff bekamen, können wir nun soviel Gas speichern, dass sich damit ein normaler
Gaskocher betreiben lässt. Wir hoffen, dies den Genossenschaftsmitgliedern noch in diesem
Jahr vorführen zu können.
Am Mittwoch präsentierten wir der Direktive von El Jicaro die möglichen Konzepte zur Produktion
und Nutzung von Biogas und gaben jeweile eine Beurteilung dazu ab. Wir stellten klar, dass die
Erzeugung und Verteilung von elektrischem Strom mit großem technischen Aufwand und sehr hohen
Investitionen verknüpft ist und sich die Technologie zur permanenten Versorgung mit Elektrizität
nicht eignet, da keine Einspeisemöglichkeit überschüssiger Energie ins öffentliche Netz besteht.
Desweiteren schlossen wir unser anfängliches Konzept aus, das Biogas in die hier üblichen
Gasflaschen abzufüllen, da eine Verfahrensstufe zur Gasreinigung, -trocknung und -komprimierung
auf mehr als 200 bar ebenfalls sehr teuer und energieintensiv ist. Außer der Verteilung des in
einer zentralen Anlage erzeugten Biogases mittels lokalem Rohrleitungs-Gasnetz regten wir an,
dass das Biogas prinzipiell auch denzentral in vielen kleinen Anlagen hergestellt werden
könnte. Dies hätte zur Folge, dass nur sehr kurze Wege zwischen Biogasproduktion und -nutzung
bestünden – nämlich ein wenige Meter langer Schlauch von der Anlage bis zum Herd. Allerdings
hätte dies negativen Einfluss auf die Gesamtbiogasausbeute und die Qualität des Substrats als
Biodünger, da der Prozess in kleinen Anlagen großen Temperaturschwankungen ausgesetzt ist.
Zuletzt schlugen wir vor, einen bereits vorhandenen Behälter aus Backsteinen, welcher einmal
als Regenwasserzisterne genutzt worden war, zu einer kleinen Demonstrations-Biogasanlage mit
5,5 l Fermentervolumen „aufzurüsten“, wofür insgesamt ein Investitionsvolumen von ca. 400 USD
nötig sind. Dafür ist eine Einsparung an Ausgaben für Propangas von jährlich 100 USD zu
erwarten. Nach Erörterung des vorher erarbeiteten Anlagensystems waren die Mitglieder der
Direktive so von dieser Idee begeistert, mit der sich die Hälfte des von der Käserei verbrauchten
Propans einsparen ließe, dass bereits am nächsten Tag die entsprechende Menge Backsteine und Sand
zum Anrühren von Zement bestellt wurde. Somit konnten wir mit unserem Projekt bereits einen ersten,
konkreten Erfolg verbuchen. Natürlich hoffen wir, dass die Anlage in den nächsten Wochen so
schnell aufgebaut werden kann, dass wir noch vor unserer Abreise die Inbetriebnahme
miterleben können.
Nach positivem Entscheid der Nationalversammlung El Salvadors über die Spende der Fa. HACH-LANGE
GmbH zur steuerfreien Abholung des Mess-Equipments beim Zoll wurden Ende der Woche die dafür
erforderlichen Dokumente ausgestellt. Somit hoffen wir, dass die Sachen in der kommenden Woche
nun endlich abgeholt werden können.
9. Arbeitswoche (20.11. - 26.11.) – Update von Ralf |
27. November 06 |
Da wir den Montagmorgen noch in San Salvador verbrachten, nutzten wir die Gelegenheit, bei der
Firma Analítica Salvadoreña Messstreifen zur pH-Messung zu beschaffen. Das kleine aber feine
Unternehmen hatte Indikatorpapier für pH 6 – 9 vorrätig, was uns sehr entgegen kam, da wir für
unser Biogas-Substrat Werte in genau diesem Bereich erwarten. Nach unserer Rückkehr war es uns
am Montagnachmittag also zum ersten Mal möglich, den pH-Wert des Substrats im Fermenter sowie
des Frischsubstrats zu überprüfen.
Die ganze Woche hindurch maßen wir vormittags wie nachmittags die entstandene Gasmenge aus der
Versuchsanlage sowie aus den 8 angesetzten Batch-Tests. Dabei fuhren wir damit fort, einmal pro
Tag 800 ml des Substrats im Fermenter durch die gleiche Menge Frischsubstrat auszutauschen. Auf
diese Weise wird eine quasi-kontinuierliche Betriebsweise erzielt, d.h. durch das regelmäßige
Nachfüllen von Substrat können wir am ehesten den späteren Regelbetrieb einer Biogasanlage
simulieren, bei welchem sich mit der Zeit eine gleichmäßige Biogasproduktion einstellt. In
unserem Fall haben wir die täglich nachzufüllende Substratmenge so gewählt, dass die
durchschnittliche Verweilzeit im Reaktor 50 Tage beträgt. Dadurch ist eine sehr gute Ausnutzung
des Biogas-Substrats hinsichtlich der möglichen Gasausbeute gewährleistet, und eine verbesserte
Düngewirkung kann ebenfalls erzielt werden.
In dieser Woche beendeten wir unsere Befragung bei den Familien der Kooperative. Damit haben wir
nun Daten von Familien aus 51 Wohnhäusern hinsichtlich ihres Energieverbrauchs, sodass wir
berechnen können, ob man mittels der zu erwartenden Biogasmenge den Bedarf an heute konsumiertem
Propangas sowie einen Teil des verwendeten Brennholzes subsistuieren kann.
Desweiteren stellten wir gemeinsam mit ADEMUZA-Mitarbeiter Meme vor Ort in El Jicaro eine Liste
mit den benötigten Baustoffen, Rohren und Armaturen zusammen, welche nötig wären, um eine kleine
Demonstrations-Biogasanlage (ca. 5,5 m² Fermentervolumen) zu bauen. Diese könnte bereits etwa die
Hälfte des Gasbedarfs der Käserei ersetzen, was einer finanziellen Einsparung von jährlich
ca. 100 USD entspricht. Bei einem befreundeten Bauingenieur gaben wir außerdem in Auftrag, die
Baukosten zur Errichtung eines 200 m³ Biogas-Fermenters für uns zusammenzustellen. Desweiteren
kümmerten wir uns per Email um Fragen hinsichtlich Fermenter-Durchmischung und Fermenter-Auskleidung
bzw. Foliengasspeicher.
8. Arbeitswoche (13.11. - 18.11.) – Update von Ralf |
22. November 06 |
Bei der standardmäßigen Überprüfung der Versuchsanlage Anfang der Woche stellten wir fest,
dass ein deutlicher Einbruch der Biogasproduktion zu verzeichnen war. Möglicherweise ist
dies einerseits auf die niedrigen Temperaturen der letzten beiden regnerischen Nächte
zurückzuführen, wodurch der Fermenter recht stark ausgekühlt ist, andererseits könnte
durch das Überhand nehmen z.B. von Propionsäure eine Hemmung aufgetreten sein, welche der
Biogasproduktion entgegenwirkt. Auch das Befüllen des Fermenters mit zusätzlich 3 l
Faulschlamm aus der biologischen Kläranlage von Nejapa brachte keine Zunahme der
Gasausbeute in den darauffolgenden Tagen mit sich. Das spricht andererseits dafür, dass
sich bereits eine ausreichend große Menge Biomasse im Fermenter gebildet hat und diese
nicht verantwortlich ist für die magere Gasausbeute.
Am Freitag tauschten wir 6,6 l altes Substrat gegen die gleiche Menge Frischsubstrat aus.
Dabei beschickten wie die Versuchsanlage mit der gleichen prozentualen Zusammensetzung an
Molke und Gülle, wie die beiden Bestandteile in der Realität mengenmäßig tatsächlich auch
anfallen. Anhand der wenige Tage später abgelesenen Gasmenge zeigt sich, dass diese
Vorgehensweise eine bemerkbare – wenngleich nicht sehr große – Zunahme der
Biogasproduktion zur Folge hatte.
Außer der Beobachtung der Versuchsanlage begannen wir damit, Batch-Tests (Klein-Versuche
zur Ermittlung des Biogasertrags in Plastikflaschen) mit Molke, Altsubstrat, Substrat in
Original-Zusammensetzung sowie ausgefaultem Klärschlamm anzusetzen. Durch letzteren
Versuch können wir ermitteln, wie sehr der Klärschlamm von Nejapa selbst noch Gas
produziert, sodass wir die restlichen Batch-Versuche um diesen Wert korrigieren können,
da diese alle auf Basis dieses Schlamms durchgeführt werden.
Darüber hinaus setzten wir unsere Befragungen bei Familien in der Kooperative hinsichtlich
ihres Verbrauchs von Brennholz und Propangas fort.
Leider konnten wir das Mess-Equipment der Firma HACH-LANGE GmbH noch immer nicht in
Empfang nehmen. Jedoch wurde unser Fall in der Nationalversammlung El Salvadors vom
Abgeordneten der „fmln“ des Departamentos Ahuachapan vorgetragen. Generell ist es nämlich
zulässig, dass Spenden von Unternehmen an gemeinnützige Organisationen steuerfrei in
Empfang genommen werden dürfen. Entsprechend erwähnte der Abgeordnete als Repräsentant
unserer Interessen bzw. der der nationalen Umweltorganisation UNES (an deren Adresse die
Lieferung geschickt wurde), dass die Sendung mit Chemikalien zur Realisierung eines
Projekts zur Produktion von Biogas vorgesehen ist und er daher die Versammlung dazu
aufforderte, der zollfreien Auslieferung zuzustimmen. Wie wir erfahren haben, dauert es
noch mindestens eine Woche, bis dieser Antrag alle bürokratischen Kanäle passiert hat; wir
dürfen also zumindest darauf hoffen, in der kommenden Woche die Ausrüstung nach langem
Warten endlich in Empfang zu nehmen.
In dieser Woche wurde außerdem von Mitgliedern von ADEMUZA der Vorschlag eingebracht, eine
kleinere Demonstrations-Biogasanlage zu realisieren, wofür sie gerne finanzielle Mittel
bereitstellen würden. Daraufhin machten wir uns Gedanken über Anlagenspezifikation und den
Aufstellungsort. Glücklicherweise fanden wir sehr schnell ein Behältnis, was sich
außerordentlich gut für den Umbau zum Biogas-Fermenter eignet – ein öffener, gemauerter
Behälter gegenüber unserer „Casita“, welcher früher zum Auffangen von Regenwasser diente.
Durch Modifikation dieses Mauerwerks sowie der Konstruktion eines einfachen Gasspeichers
aus verschweißten Fässern ließe sich innerhalb weniger Wochen eine Anlage mit etwa 3 - 5 m³
Substratvolumen realisieren, wobei das produzierte Biogas dazu dienen könnte, den
Gasverbrauch des Hauptkonsumenten (namentlich: die Käserei) drastisch zu reduzieren. Diese
Überlegungen veranlassten uns auch dazu, ein dezentrales Konzept – d.h. viele kleine
Anlagen zu bauen statt einer großen – nicht unberücksichtigt zu lassen, da dies die
Versorgungswege des Biogases bis zum Gasherd der einzelnen Familien erheblich reduzieren
könnte. Auch finanziell könnte diese Lösung eine Alternative sein, selbst wenn sich die
Frage stellt, ob kleine, unbeheizte Anlagen ihren Zweck tatsächlich erfüllen und trotz
größerer Temperaturschwankungen ausreichend Biogas liefern.
7. Arbeitswoche (6. - 12.11.06) – Update von Niklas |
14. November 06 |
Montag morgen fuhren wir nach nunmehr 3 Tagen Abwesenheit wieder nach El Jicaro und waren
gespannt, wie sich die Gasproduktion entwickelt hatte. Was wir im Gasspeicher vorfanden, war
nicht übermäßig, doch schon ein deutliches Anzeichen dafür, dass wir auf dem richtigen Weg
sind. Nun begannen wir auch mit der Befragung der Familien nach deren Gas- und
Brennholzkonsum. Dazu hatten wir einen kurzen Fragebogen rund um deren Energieverbrauch
ausgearbeitet, mit dem wir nun von Haus zu Haus zogen.
Die Leute waren großteils herzlich und stellten sich bereitwiliig der Befragung zur
Verfügung. Wie sich herausstellte, war unsere Anwesenheit in der Kooperative bei weitem
nicht Allen bekannt. Unsere Vorstellung vor der Vollversammlung hatte sich wohl nicht
besonders stark durch Mundpropaganda herumgesprochen. So fügten wir in unserer informellen
Begrüßung gleich noch eine kurze Vorstellung und Erläuterung zum Projekt hinzu, über das
auch nicht alle informiert waren.
Durch die Besuche erhielten wir einen guten Einblick in die verschiedenen Wohnverhältnisse
der Menschen. Oft ist der Fussboden der Wohnungen nicht befestigt, und dass nicht einmal
ein Gasherd vorhanden ist, kommt teilweise auch vor. Andererseits gibt es auch Häuser mit
ordentlichem Fliesenboden und sogar einem Kühlschrank.
Für Dienstag war eine Exkursion zu einer Kläranlage in Nejapa in der Nähe von San Salvador
vorgesehen, von der wir uns erhofften, etwas anaerobe Biomasse für die Versuchsanlage und
sogenannte Batch-Tests bekommen zu können, mit deren Hilfe der Gasertrag verschiedener
Substrate bestimmt werden kann. Mit dem ADEMUZA-Mitarbeiter Gustavo fuhren wir zuerst bei
dem staatlichen Forschungszentrum für Landwirtschaft (CESTA) vorbei. Dort bekamen wir ohne
Weiteres die Labore gezeigt und erhielten das Angebot, die Räumlichkeiten und
Messeinrichtungen bei Bedarf für unser eigenes Projekt zu nutzen. Es stellte sich auch
heraus, dass ein dort angestellter Agrar-Ingenieuer bereits eine Biogas-Versuchsanlage
für viele Jahre in Betrieb hatte. Die Reste dieser Analge konnten wir besuchen und sahen
so zum ersten Mal sogenannte Festdom-Anlagen, die in China schon seit Jahrzehnten
millionenfach im Einsatz sind. Leider fehlte hier das Geld zur Weiterbetreuung der Anlage
und die Ergebnisse wurden nicht dazu verwertet, dass die Technologie im ländlichen Raum
heute Einsatz findet. Sicher eine vertane Chance.
In Nejapa fanden wir eine Kläranlage für die 32 000 Einwohner der Stadt vor. Diese wurde
sehr schön ins Landschaftsbild integriert und mit etlichen Pflanzen dekoriert angelegt.
Zwei Mitarbeiter des Büros für Umweltschutz der Stadtverwaltung zeigten und erklärten
uns das gesamte Aufbereitungssystem. Schließlich konnten wir auch ca. 20 Liter der
anaeroben Biomasse aus dem Imhof-Tank, der zentralen Reinigungseinheit der Anlage,
abzwacken.
Am Mittwoch war in unserer Versuchsanlage bereits eine enorme Menge Gas entstanden,
sodass wir begannen, an einen größeren Gasspeicher zu denken, der nötig wäre, wollten
wir uns auch mal einen Tag frei nehmen ohne Wasser (Sperrflüssigkeit) nachfüllen zu
müssen. Wir führten die Befragung der Familien fort, was wieder ohne Probleme verlief.
Lediglich unsere Landkarte der Cooperativa ist so ungenau, dass es etwas Fantasie bedarf,
um die Häuser darauf denen der Realität zuzuordnen.
Leider hatten wir uns den Tag wohl so viel in der Sonne aufgehalten, dass wir abends
beide mit recht starken Kopfschmerzen früh zu Bett gehen mussten. Da es mir bis zum
Ende der Woche nicht besser ging, musste Ralf alleine die Betreuung der Versuchsanlage
weiterführen. So fuhr er jeden Tag ein bis zwei Mal nach El Jicaro, um die Gasproduktion
zu messen, die unsere Erwartungen mittlerweile bei weitem übertroffen hatte, und um das
Gas abzulassen und den Speicher wieder mit Wasser zu befüllen.
Ausserdem begann Ralf damit, die gesammelten Daten aus der Befragung in eine Excel-Tabelle
zu übertragen. Am Samstag hatte Meme wirklich schon eine Tonne mit fast 100 L Volumen
besorgt, die wir in der kommenden Woche zum neuen Gasspeicher umbauen wollen.
6. Arbeitswoche - Neuer Fermenter muss her (Update von Ralf) |
06. November 06 |
Aufgrund einer Undichtigkeit zwischen dem von zu Hause mitgebrachten Flanschstück aus PVC und der Behälterwand
unseres alten Fermenters kam es neuerdings bei jedem Schütteln des Behälters zum ungewollten Gasaustritt, wie
wir in den letzten Tagen leider feststellen mussten. Dass kein Gas Richtung Gasspeicher floss zeigte
sich auch daran, dass sich eine verbliebene Wassersäule im Schlauch nicht forwärts bewegte bzw. sich der
Überlauftrichter des Gasspeichers nicht füllte – Grund genug, den Bau eines neuen rohrförmigen Fermenters
ins Auge zu fassen, bei dem die Dichtigkeit in jedem Fall gewährleistet ist. Hierzu bestellten wir in der
„Ferreteria Dima“ 2,5 Meter Rohr mit 6 Zoll Durchmesser, was nahezu einem DN 150 Rohr entspricht. In dem Laden
wurde am Dienstag auch die zweite Seite des Rohres auf das nötige Anschlussmaß unserer Flansche aufgeweitet,
sodass am Folgetag die Montage vorgenommen werden konnte.
Am Mittwoch wurden die Flansche mit den daran befindlichen Armaturen in die beiden Enden des Rohrstücks
eingebaut und der so entstandene Rohrfermenter mit dem aus dem vorher benutzten Behälter entnommenen Substrat
befüllt. Nach Überwindung von Verstopfungsproblemen konnte am Ende praktisch die komplette
Menge Substrat eingefüllt werden. Bei unserer Rückkehr am folgenden Tag, etwa 20 Stunden danach, konnten
wir erfreut feststellen, dass das entstandene Biogas wie vorgesehen in den Gasspeicher strömt und dadurch
die Sperrflüssigkeit Wasser verdrängt, welche in einen Überlauftrichter gedrückt wird. Nach dem Schütteln
des Fermenters war wie erwartet ein starker kurzzeitiger Anstieg des Gasaustritts festzustellen, sodass
der Trichter kurze Zeit später bereits überlief. Dieser Erfolg, d.h. die Dichtigkeit der Anlage und
Verbindungsarmaturen, ist ein großer Schritt in Richtung des zuverlässigen Betriebs unserer Versuchsanlage
zur Bestimmung der Biogasproduktion unter suboptimalen Bedingungen (Tag/Nacht-bedingte Temperaturschwankungen).
Die Biogas-Versuchsanlage ähnelt nun doch sehr der bereits in Deutschland erprobten, auch wenn wir
hier die Anlage mit ca. dem doppelten Volumen, nämlich 40 l Substrat, beaufschlagen. Diese Menge
ermöglicht uns u.a., soviel Biogas zu erzeugen, dass wir am Ende für mehrere Minuten eine brennbare
Flamme erzeugen können. Vielleicht wird es ja sogar ausreichen, um gegen Ende des Jahres eine Kleinigkeit
zu kochen?!
Außer den beschriebenen praktischen Tätigkeiten kümmerten wir uns diese Woche um das weitere Vorgehen / die Erledigung
von Formalitäten zum Erhalt unserer Substrat-Messausrüstung, einer Spende der Hach-Lange GmbH, welche immer noch im
salvadorenischen Zoll auf uns wartet. Daneben recherchierten wir nach Firmen, welche Foliengasspeicher und
Auskleidungen für Fermenter herstellen, und setzten uns per Email mit der Bitte um Zusendung eines
Angebots mit Ihnen in Verbindung.
5. Arbeitswoche – Update von Ralf |
24. Oktober 06 |
Ralf ist durch eine Erkältung seit Montag nachmittag „außer Gefecht“ gesetzt. Immerhin reichten am Dienstag die Kräfte aus, und die abfotografierten Stromrechnungen fertig zu analysieren und daraus die Gesamtverbrauch an elektrischer Energie sowie die jährlichen Stromkosten zu ermitteln. Darüber hinaus berechneten wir den Druck und Energieinhalt einer hier handelsüblichen 35 lb (libra = Pfund) Propangasflasche. Wie sich zeigt, enthält bei gleichem Anfangs-Fülldruck eine entsprechende Flasche mit Biogas nur ca. ein Viertel des Energieinhalts von Propan, sodass wir es nun eher als fraglich ansehen, das Gas mit Hilfe eine Abfüllung in Flaschen zu substituieren. Dies würde nämlisch in vielen Fällen mehr als einen Flaschenwechsel pro Woche zur Folge haben.
4. Arbeitswoche – Update von Niklas |
24. Oktober 06 |
Zu Wochenanfang stellten wir fest, dass unser Gasspeicher noch nicht dicht war. Mit einem neuen
Schraubverschluss und weiterem Silikon konnten wir dieses Problem im Laufe der Woche beheben. Außerdem
nahmen wir am Fermenter eine optische Änderung vor, indem wir die obere Hälfte weiß, die untere schwarz
übermalten. Dadurch soll einerseits sichergestellt werden, dass keine bakteriozide UV-Strahlung in
den aus blauem Kunststoff beschaffenen Kanister gelangt, andererseits wollen wir damit eine
natürliche Substratkonvektion erzeugen. Dies kann erreicht werden, indem das unten stärker
erhitzende Substrat durch die geringere Dichte tendentiell nach oben strömt und so tagsüber
eine gewisse Umwälzung erzeugt wird.
Neben der praktischen Arbeit erstellten wir eine Mind-Map des Projekts und begannen, Daten über
den Energieverbrauch in der Genossenschaft zu sammeln. So fragten wir in den verschiedenen
Geschäften auf dem Gelände nach, wieviel Gas sie zu verkaufen pflegen. Da nicht überall ein
Kassenbuch geführt wird, sind manche Angaben, die wir bekommen haben, wohl eher „Gefühlswerte“.
Eine weitere Schwierigkeit in der Kommunikation bestand in den unterschiedlichen Größen der
Gasflaschen, die je nach Gaslieferant einen anderen Namen haben.
Die Angaben zum Stromverbrauch der Genossenschaftseinrichtungen konnten wir ohne Probleme der
Buchführung der Genossenschaft entnehmen. Im Verwaltungsgebäude wurden uns dafür ganz
selbstverständlich alle Aufzeichnungen und Rechnungen aus dem Geschäftsjahr 2005 zur Einsicht
zur Verfügung gestellt.
Wegen Kränkeleien von Niklas und Ralf konnten wir in dieser Woche nicht viel mehr erreichen.
3. Arbeitswoche – Update von Niklas |
24. Oktober 06 |
Für diese Woche hatten wir uns vorgenommen, die Versuchsanlage mit dem dazugehörigen Gasspeicher
fertigzustellen und nach El Jicaro zu bringen. So verbrachten wir einige Zeit in der Werkstatt von Meme,
wo er durch gute Ideen die Sache schnell vorwärts brachte. Dichtigkeitsprobleme am Gasspeicher hofften
wir durch den nicht zu zaghaften Einsatz von Silikon beheben zu können. Am Donnerstag stand uns dann
auch wirklich ein Pick-Up zur Verfuegung, der uns, die Versuchsanlage, unsere Laborausruestung (außer
die noch fehlenden Reagenzien) und noch ein paar Schaulustige/Interessierte aus dem Bekanntenkreis über
die holprigen 3 km nach El Jicaro brachte.
Dort bezogen wir mit der ganzen Ausrüstung unser Häuschen, welches wir als Labor zur Verfügung gestellt
bekommen haben. Am Freitag war es dann soweit: die Versuchanlage sollte mit dem Originalsubstrat befüllt
werden, aus dem das Biogas später im Betrieb der Großanlage gewonnen werden soll. So zogen wir mit ein
paar Eimern los zum Stall, um uns dort ein paar Kilo frischen Kuhdung zu besorgen. Das Bild, das wir
darboten, war sicher ganz lustig: zwei scheinbare „Gringos“, die mit Kuhmist in Eimern durch's Gelände
stapfen.
Zum Anmischen des Substrats auf den gewünschten Wassergehalt schöften wir einige Eimer aus dem Behälter,
in dem die Abwässer der Käseproduktion zwischengelagert werden, bevor sie dann in den Fluss abgelassen
werden. Dieses Abwasser ist ein ergiebiges Biogas-Substrat. Durch diese Nutzung kann die den Fluss
belastende Schmutzwasserfracht reduziert werden. Es entsteht also ein zusaetzlicher ökologischer
Nutzen.
Schließlich war die Versuchsanlage mit ca. 40 l eines Dung/Molkewasser-Gemisches befüllt. Die Anlage
stellten wir auf einer betonierten, zum trocknen von Ackerfrüchten gedachten Fläche auf. Diese ist nur
geringer Beschattung durch Baeume ausgesetzt, was für die Anlage besonders wichtig ist, da wir einen
Prozess zur Biogasproduktion bei 30-40 ºC anstreben. Diese Temperatur soll in unserem Fall durch die
Sonneneinstrahlung auf den Versuchsfermenter erreicht werden.
Der Samstag zeigte, dass 40 ºC zur Mittagszeit gut erreicht werden. An diesem Tag fand ausserdem eine
Vollversammlung der Genossenschaftsmitglieder statt. Zu dieser wurden auch wir eingeladen, um allen
auf leicht verständliche Art zu erklären, wie eine Biogasanlage funktioniert und um unsere Arbeit der
nächsten Wochen vorzustellen. Bei den Anwesenden schien unser Vortrag gut anzukommen, wenn man das
Kopfnicken so deuten kann. Die Fragen der Mitglieder konnten wir mit Hilfe der Direktive, die auch
anwesend war, beantworten. Diese bat die Mitglieder auch darum, uns zu unterstützen und ihre Familen
aufzuklären, was es mit unserer Arbeit auf sich hat.
2. Arbeitswoche – Update von Niklas |
24. Oktober 06 |
Die zweite Arbeitswoche begann mit Internetrecherchen, um Informationen von Anlagenausrüstern
zusammen zu stellen. Am Wochenanfang fand auch unser erstes Treffen mit der Direktive der
Genossenschaft statt. Sie ist für die Planung des landwirtschaftlichen Anbaus und für die
Einkäufe von Düngern und Pestiziden zuständig. Sie wird von allen Genossenschaftsmitgliedern
gewählt und ist zusammen mit dem Präsidenten die höchste Instanz in der Verwaltung der
Genossenschaft.
Auf dem Treffen stellten wir uns selber und das Prinzip einer Biogasanlage vor. Außerdem
versuchten wir mit unseren nicht ganz flüssigen Spanischkentnissen den Anwesenden die
Möglichkeiten aufzuzeigen, die sich aus einer solchen Anlage für die Genossenschaft ergeben
könnten. Nach der Beantwortung einiger kritischen Fragen schienen doch alle von dem doppelten
Nutzen – Gas zum Kochen und kostenloser Dünger – einer solchen Anlage überzeugt zu sein und
sich für das Projekt als solches zu begeistern.
Die restlichen Tage der Woche verbrachten wir mit Arbeiten an unserer Versuchanlage in der
Werkstatt von Meme und Besorgungen, die im Zusammenhang damit standen. Ausserdem kümmerten
wir uns weiter um Informationen zur Ausrüstung von Biogasanlagen und die Möglichkeiten einer
Einspeisung von aus Biogas gewonnener elektrischer Energie ins öffentliche Stromnetz. Dazu
nahmen wir Kontakt mit einem Mitarbeiter des Wirtschaftsministeriums von El Salvador auf, der
uns auch hilfreich Auskunft erteilte.
Kümmern mussten wir uns auch um die von der Firma Hach-Lange gesponsorten Reagenzien zur
Inhaltsstoffbestimmung im Substrat. Diese sollten auf dem Postweg nach El Salvador gelangen,
damit wir im Flugzeug keine Probleme damit bekämen. Da diese nicht diekt zu uns sondern zu
einer NGO in San Salvador geschickt werden sollten, hatten wir keine direkten Informationen
über den Verbleib der Ware auf dem Postweg. Unklar war auch, ob die Sachen direkt zugestellt
werden würden oder zunächst im Zoll landen sollten.
Erstes Treffen mit dem Presidenten der Kooperative El Jicaro |
1. Oktober 06 |
Bei unserem ersten Zusammentreffen mit dem Präsidenten der Kooperative konnten wir grundsätzliche Fragen los werden und uns einen Einblick in die Örtlichkeiten verschaffen. Dabei konnten bereits die zwei größten potentiellen „Gaslieferanten“ ermittelt werden, nämlich der Kuhmastbetrieb mit 75 Tieren und einem täglichen Mist-Anfall von 1,3 Tonnen, sowie Molkewasser aus der Käserei, welches sich optimal zur Verflüssigung des Kuhdungs bis zum optimalen Trockensubstanzgehalt (TS-Gehalt) eignet. Bisher wird der Mist auf eine Halde gekippt und das Molkewasser in ein 100-Kubikmeter-Basin eingeleitet, was nach ca. einem Monat einfach überläuft. Den Energieinhalt dieser beiden Substrate zu nutzen lässt sich Dank Ihrer Konsistenz ohne großen Aufwand realisieren – die Aufgabe, welche wir mittels der Erzeugung von Biogas auf Basis von Flaschentests und mit Hilfe einer Pilotanlage demnächst angehen werden.
Erste Teamsitzung mit ADEMUZA |
30. September 06 |
Bei einem ersten Treffen mit den Mitgliedern von ADEMUZA im Hause unseres Gastgebers Yohalmo Cabrera, dem Vorsitzenden der Organisation, wurden wir mit den neuen Gesichtern vertraut gemacht. In der Diskussionsrunde wurden Ihre und unsere Vorstellungen der Projektziele abgesteckt, welche in den kommenden drei Monaten erreicht werden sollen. Außer der experimentellen Herangehensweise zur Ermittung des Biogasertrags mit Hilfe von Bottletests und einer Versuchsanlage wollen wir ein Vorschläge der Biogasnutzung erarbeiten, welche der bestehenden Infrastruktur der Kooperative angepasst sind und eine Verbesserung der ökologischen und ökononischen Situation ermöglichen würden.
Letztes Update: 9.01.2007 |