Projektvorstellung: Biogas-Projekt El Jicaro (El Salvador)

Im Rahmen eines Entwicklungshilfeprojekts des ASA-Programms (www.asa-programm.de) führen Niklas Trautmann, Student für Bauingenieurwesen, Schwerpunkt Siedlungswasserwirtschaft, Universität Hannover, und Ralf Müller, Dipl.-Ing. für Verfahrens- und Umwelttechnik bzw. Student für Erneuerbare Energien (MSc SENCE, Hochschule Rottenburg) von Ende September 2006 bis Anfang Januar 2007 eine Machbarkeitsstudie für den Bau einer Biogasanlage in El Salvador durch. Ziel ist es, für die landwirtschaftliche Genossenschaft „El Jicaro“ im Departamento Ahuachapan im Westen des zentralamerikanischen Landes das Potential zur Produktion von Biogas aus den dort anfallenden landwirtschaftlichen Reststoffen zu ermitteln. Begleitet und unterstützt werden die beiden Deutschen von der lokalen NRO (Nicht-Regierungs-Organisation) ADEMUZA, die seit Ihrer Gründung nach dem Bürgerkrieg im Jahre 1993 Projekte im Bereich ländliche Entwicklung, Umweltschutz und -erziehung plant und durchführt.

In der Genossenschaft, die aus insgesamt 60 Familien besteht, werden Mais, Zuckerrohr, Hirse und Bohnen angebaut. Daneben wird intensive Viehwirtschaft betrieben, was Probleme bei der Verwertung der anfallenden Gülle mit sich bringt. An dieser Stelle knüpft das Biogas-Projekt an, welches einen dreifachen Nutzen für Mensch und Umwelt in sich birgt:

Zwar hat sich die Kooperative, die eine Gesamtfläche von 156 ha umfasst, seit ihrer Gründung im Jahre 1979 den Besitz und die Verwaltung ihrer Ländereien erkämpfen können, jedoch gibt es angessichts der neo-liberalen Marktpolitik der Regierung El Salvadors momentan große Probleme im Agrarsektor. Seit die USA, welche große Teile der Landbevölkerung bereits durch ihr Mitwirken im Bürgerkrieg der 90er Jahre an den Rand ihrer Existenz trieb, durch das Freihandelsabkommen CAFTA subventionierte Billigprodukte zollfrei importieren darf, stehen die Bauern unter noch höherem wirtschaftlichem Druck. Das Projekt soll einen Beitrag dazu leisten, diesen Druck zu mildern und eine Perspektive für eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen zu eröffnen.

Um die Studie auf wissenschaftlich fundierter Basis durchführen zu können ist es notwendig, einige wichtige biochemische Parameter des Substrats (z.B. CSB, organische Säuren, Ammonium) zu bestimmen. Dank der großzügigen Unterstützung der HACH LANGE GmbH (www.hach-lange.de) können wir vor Ort den zeitlichen Verlauf bzw. den Fortschritt der Methangärung verfolgen, da uns das Unternehmen entsprechende Messausrüstung zur Verfügung gestellt hat.

Eine Versuchs-Biogasanlage (siehe Bild links) wurde bereits
gebaut und in der Zeit von August bis Mitte September
2006 auf dem Müllerhof in Berghaupten erprobt. Das
dort gewonnene Ergebnis ist bereits sehr vielversprechend,
konnte doch trotz des sehr kalten Wetters im August bei
einer durchschnittlichen Fermentertemperatur von nur
23°C nach weniger als einem Monat brennbares Gas
(rechtes Bild) erzeugt werden.

Wenn auch Sie sich auf globaler Ebene für den Klimaschutz engagieren und globale Verantwortung übernehmen wollen, freuen wir uns sehr über Ihre Unterstützung für dieses Projekt. Durch eine Spende können Sie uns finanziell entlasten, was den Bau der Versuchsanlage in Deutschland sowie deren Wiederinbetriebnahme in El Salvador anbelangt. Mit ihr lässt sich vor Ort die Gasausbeute der verfügbaren Reststoffe experimentell ermitteln und so auf das insgesamt vorhandene Potential hochrechnen. Bei Interesse zur Unterstützung des Projekts „Biogas für El Jicaro“ wenden Sie sich bitte direkt per E-Mail an die Projektteilnehmer
Niklas Trautmann (nik.t@gmx.de) und Ralf Müller (ralf.mueller@solargeneration.de).


Letztes Update: 3.10.2006