Kreisverband Weimar

Der BUND Region Weimar berät: Welche Biotope sind gesetzlich geschützt und dürfen daher nicht verändert werden?

Vorbemerkung
Der Landesgesetzgeber hat Biotope als Teile von Natur und Landschaft unter gesetzlichen Schutz gestellt. Weil es der Gesetzgeber versäumt hat, diese Biotope auch präzise zu definieren, gibt Ihnen der BUND REGION WEIMAR nachfolgend die gängigen Definitionen.

Bemerken Sie, daß ein solches Biotop verändert wird oder wurde, bitten wir Sie um eine nachricht möglichst mit genauer Beschreibung der Art des Biotops, seines genauen Standortes (ein Kreuz auf der Kopie einer Landkarte ist für uns hilfreich) und - falls bekannt - der Verursacher des Eingriffs; auch ein Amateurphoto ist uns hilfreich.

Die gesetzlich besonders geschützten Biotope (geregelt z. B. in § 18 THNatG) werden anhand der Standortsverhältnisse, der Vegetation und sonstiger Eigenschaften definiert.
Zur Verdeutlichung der Biotopdefinitionen sind in der Regel besondere typische Arten aufgeführt. Insbesondere bei Wiesen- und Waldbiotopen begründet nicht das Vorkommen einer einzigen besonderen typischen Art, sondern erst die Kombination von mehreren der genannten Arten das Vorliegen eines besonders geschützten Biotopes.
Bei den Biotopen Streuwiese, Seggen- und binsenreiche Nasswiese sowie Magerrasen ist auf Kenn- und Trennarten des jeweiligen Biotoptyps abzustellen. Diese Arten kommen fast nur in besonders geschützten Grünlandbiotopen, in der Regel aber nicht auf intensiv genutztem Grünland vor. Erst wenn mehrere der Kenn- und Trennarten auftreten, ist davon auszugehen, daß ein besonders geschützter Biotop vorliegt.
AIs naturnah werden Biotope bezeichnet, die ohne gezielte Veränderung des Standortes oder ohne direkten menschlichen Einfluß entstanden sind, nicht wesentlich vom Menschen verändert wurden und höchstens extensiv genutzt werden, sowie künstlich geschaffene Biotope, die nach ihrer Entstehung einer weitgehend natürlichen Entwicklung überlassen wurden und für den Standort typische Pflanzen- und Tierarten aufweisen. Als naturnahe Wälder werden Wälder bezeichnet, deren Baumschicht weitgehend aus standortheimischen Baumarten besteht und die eine weitgehende Übereinstimmung von Standort, Waldbestand und Bodenvegetation aufweisen.

Moore
Moore sind überwiegend natürliche oder naturnahe, baumarme oder mit Moorwäldern bestockte Biotope mit wassergetränkten Böden aus vertorften Pflanzenresten (Moorböden) sowie Moorgewässer (Kolke, Schlenken, nasse Torfstiche) und Schwingrasen.
Zu den Mooren gehören:

- Hochmoore, deren Wasser- und Nährstoffversorgung nur vom Niederschlag bestimmt wird, einschließlich wenig veränderter vor- und teilentwässerter Hochmoore,
- Übergangsmoore (Zwischenmoore), die standörtlich Übergänge von Niedermooren zu Hochmooren bilden sowie
- Niedermoore (Flachmoore), deren Böden langfristig von Grund-, Quell- oder Sickerwasser durchtränkt wird.

Erfaßt sind auch extensiv als Grünland oder Torfstich genutzte sowie teilabgetorfte Moorflächen. Nicht erfaßt sind Flächen mit standortsfremden Aufforstungen.
Besondere typische Arten der Moore sind:

Hoch- und Obergangsmoore
Torfmoos-Arten (Sphagnum rubellum, Sphagnum magellanicum), Moosbeere (Vaccinium oxycoccos), Rauschbeere (Vaccinium uliginosum), Wollgras-Arten (Eriophorum angustifolium, Eriophorum vaginatum), Rosmarinheide (Androme- da polifolia), Sonnentau-Arten (Drosera spp.), Rasenbinse (Trichophorum cespi- tosum), Heidekraut (Calluna vulgaris), Moor-Bergkiefer (Spirke: Pinus rotundata var. arborea, Latsche: Pinus rotundata var. pumilio), Birken (Betula spp.), Wasser- schlauch-Arten (Utricularia minor, Utricularia intermedia, Utricularia ochroleuca), Schlamm-Segge (Carex limosa), Blumenbinse (Scheuchzeria palustris), Weiße Schnabelbinse (Rhynchospora alba), Fieberklee (Menyanthes trifoliata), Sumpf- Blutauge (Comarum palustre);

Niedermoore
Spezifische Seggen-Arten (Carex nigra, Carex flava, Carex davalliana, Carex echi- nata), Herzblatt (Parnassia palustris), Faden-Binse Ouncus filiformis), Kopfbinsen- Arten (Schoenus spp.), Gewöhnliche Simsenlilie (Tofieldia calyculata), Mehl-Pri- mel (Primula farinosa), Gewöhnliches Fettkraut (Pinguicula vulgaris), Breitblättriges Wollgras (Eriophorumlatifolium).

Sümpfe
Sümpfe sind überwiegend baumfreie, teils gebüschreiche Standorte auf mineralischen bis anmoorigen Naßböden, die durch Oberflächen-, Quell- oder hochanstehendes Grundwasser geprägt sind. Sümpfe sind nicht genutzte oder extensiv genutzte Biotope, insbesondere Kleinseggen-Sümpfe, Großseggenriede, Schneiden- und Kopfbinsenriede, Waldsimsen-, Schachtelhalm- und Staudensümpfe, Weidensumpfgebüsche.

Besondere typische Arten der Sümpfe sind Arten der Riede, der Niedermoore oder der Quellbereiche sowie folgende Arten:
Riesen-Schachtelhalm (Equisetum telmareia) , Wald-Simse (Scirpus sylvaticus), Mädesüß (Filipendula ulmaria), Behaarter Kälberkropf (Chaerophyllum hirsutum), spezifische Weiden-Arten (Salix spp.).

Naturnahe Bruchwälder
Naturnahe Bruchwälder sind naturnahe Wälder und Gebüsche, die auf Moorböden (siehe oben zu Moore) mit ständig hochanstehendem Grundwasser stocken. Diese Moorböden sind durch eine holzreiche Torfschicht gekennzeichnet. Die Wasserstandsschwankungen sind in Bruchwäldern gering.

Zu den naturnahen Bruchwäldern gehören Erlen-Bruchwälder, Birken- und Waldkiefern-Bruchwälder und Weiden-Faulbaum-Gebüsche. Besondere typische Arten der naturnahen Bruchwälder sind: Schwarz-Erle (AInus glutinosa), Moor-Birke (Betula pubescens), spezifische Seg- gen-Arten (Carex elongata, Carex acutiformis) , Sumpf-Lappenfarn (Thelypteris palustris), Gelbe Schwertlilie (Iris pseudacorus), Königsfarn (Osmunda regalis) , Weiden (Salix cinerea, Salix aurita), Faulbaum (Frangula alnus).

Naturnahe Sumpfwälder
Naturnahe Sumpfwälder sind naturnahe Feuchtwälder und Gebüsche, die auf Mineralböden mit hochanstehendem Grundwasser stocken. Es können größere Wasserstandsschwankungen auftreten. Zu den Sumpfwäldern gehören insbesondere die naturnahen Traubenkirschen-Erlen-Eschenwälder und die feuchten Eichen-Hainbuchenwälder.

Besondere typische Arten der naturnahen Sumpfwälder sind: Schwarz-Erle (AInus glutinosa), Esche (Fraxinus excelsior), Traubenkirche (Prunus padus) sowie andere Arten der naturnahen Au- und Bruchwälder.

Naturnahe Auwälder
Naturnahe Auwälder sind naturnahe Wälder und Ufergebüsche im Überflutungsbereich von Fließgewässern. Sie sind im Gegensatz zu Bruchwäldern geprägt von starken Wasserstandsschwankungen bei zum Teil tiefem Grundwasserstand und von regelmäßigen jährlichen Überschwemmungen. Im Auwald setzen sich die bei Überflutungen im Wasser mitgeführten Schwebstoffe ab. Zu den naturnahen Auwäldern gehören selten gewordene, in ihrer Baumartenzusammensetzung naturnah gebliebene Weichholzauwälder, Hartholzauwälder, Erlen- und Eschenauwälder, Uferweidengebüsche und Galeriewälder an Fließgewässern.

Besondere typische Arten der naturnahen Auwälder sind:
Spezifische Weiden-Arten (Salix alba, Salix purpurea, Salix elaeagnos, Salix viminalis, Salix fragilis), Pappeln (Populus nigra, Populus alba), Erlen (AInus glutinosa, AInus incana), Esche (Fraxinus excelsior), Traubenkirsche (Prunus padus), Ulmen (Ulmus minor, Ulmus laevis), Stiel-Eiche (Quercus robur) , Akeleiblättrige Wiesenraute (Thalictrum aquilegiifolium), Winkel-Segge (Carex remota).

Streuwiesen
Streuwiesen sind Grünlandgesellschaften, insbesondere Pfeifengraswiesen, die durch Nutzung mit einer Mahd im Herbst zur Gewinnung von Einstreu - nicht zur Futtergewinnung - auf feuchten oder wechselfeuchten bis nassen Standorten entstanden sind.

Erfasst sind auch nicht mehr genutzte Streuwiesenflächen, auf denen noch überwiegend Arten der Streuwiesen vorkommen.

Besondere typische Arten der Streuwiesen sind:
Pfeifengras (Molinia caerulea agg.), Teufelsabbiß (Succisa pratensis), Kümmel-Sil- ge (Selinum carvifolia) , Nordisches Labkraut (Galium boreale), Schwalbenwurz- Enzian (Gentiana asclepiadea), Lungen-Enzian (Gentiana pneumonanthe), Moor- Labkraut (Galium uliginosum), Niedrige Schwarzwurzel (Scorzonera humilis), La- chenal's Wasserfenchel (Oenanthe lachenalii), Kanten-Lauch (Allium angulosum), Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica) sowie Arten der Niederrnoore oder der Röh- richtbestände und Riede.

Röhrichtbestände und Riede
Röhrichtbestände und Riede sind durch einen hohen Anteil von Schilf und anderen ähnlichen Pflanzen oder von Seggen (Sauergräser oder Riedgräser) gekennzeichnete Biotope mit zumeist hochanstehendem Grundwasser. Erfaßt sind nicht genutzte oder extensiv genutzte Groß- und Kleinseggenriede sowie U ferröhrichte und Schilfbestände nach Acker- und Wiesenbrache (Landröhrichte).

Besondere typische Arten der Röhrichtbestände und Riede sind:
Schilf (Phragmites australis), Rohrkolben (Typha spp.), Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea), Schwaden (Glyceria fluitans, Glyceria maxima), Igelkolben (Sparga- nium erectum, Sparganium emersum) , spezifische Seggen-Arten (Carex gracilis, Carex acutiformis, Carex disticha, Carex elata, Carex rostrata, Carex riparia) , Sumpfbinse (Eleocharis palustris agg.), Blutweiderich (Lythrum salicaria) sowie Arten der Niederrnoore.

Seggen- und binsenreiche Nasswiesen
Seggen- und binsenreiche Nasswiesen sind auf nassen oder wechselnassen, Moor-, Anmoor- oder Gleyböden entstandene Pflanzenbestände, die auf Grund mangelnder Befahrbarkeit nur extensiv nutzbar sind. Seggen- und binsenreiche Naßwiesen sind gekennzeichnet durch einen hohen Anteil von Nässe anzeigenden Pflanzen, insbesondere Seggen und Binsen (Carex und Juncus).
Erfaßt sind auch staudenreiche Brachestadien von seggen- und binsenreichen Naßwiesen.
Nicht erfaßt sind kleine Flächen; in Baden-Württemberg liegt die Schwelle bei 500 qm, es sei denn, sie liegen in engem räumlichen Verbund zueinander oder zu anderen besonders geschützten Biotopen.

Besondere typische Arten der seggen- und binsenreichen Naßwiesen sind: Spezifische Seggen-Arten (Carex gracilis, Carex acutiformis, Carex disticha, Carex nigra, Carex hostiana, Ca rex davalliana, Carex pulicaris, Carex echinata, Carex canescens), spezifische Binsen-Arten Ouncus acutiflorus, Juncus alpinus, Juncus subnodulosus, Juncus conglomeratus, Juncus filiformis), Wald-Simse (Scirpus syl- vaticus), Sumpfdotterblume (Caltha palustris), Bach-Kratzdistel (Cirsium rivula- re), Traubige Trespe (Bromus racemosus), Mädesüß (Filipendula ulmaria), Sumpf- Storchschnabel (Geranium palustre), Sumpf-Ziest (Stachys palustris), Blutweide- rich (Lythrum salicaria), Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris), Wiesenrauten-Arten (Thalictrum simplex, Th. flavum), Geflügeltes Johanniskraut (Hypericum tetrap- terum), Sumpf-Schotenklee (Lotus uliginosus), Sumpf-Vergißmeinnicht (Myosotis palustris), Wasser-Greiskraut (Senecio aquaticus), Kopfbinsen-Arten (Schoenus spp.), Gewöhnliche Simsen lilie (Tofieldia calyculata), Mehl-Primel (Primula fari- nasa), Breitblättriges Wollgras (Eriophorum latifolium), Sumpf-Veilchen (Viola palustris), Hunds-Straußgras (Agrostis canina), Fleischrotes Knabenkraut (Dacty- lorhiza incarnata) , Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris), Schlauch-Enzian (Gen- tiana utriculosa), Kohldistel (Cirsium oleraceum), Trollblume (Trollius europaeus), Behaarter Kälberkropf (Chaerophyllum hirsutum), Eisenhutblättriger Hahnenfuß (Ranunculus aconitifolius) sowie Arten der Niedermoore, Riede und Streuwiesen.

Naturnahe und unverbaute Bach- und Flußabschnitte einschließlich der Ufervegetation
Naturnahe und unverbaute Bach- und Flußabschnitte einschließlich der Ufervegetation sind in ihrem Verlauf nicht oder nur unwesentlich künstlich veränderte Fließgewässer einschließlich ihrer typischen Umgebung.
Die Gewässer zeichnen sich aus durch einen oft kleinräumigen Wechsel von träge fließenden und stark strömenden Bereichen oder Wasserfällen, seichten oder tiefen Stellen (Kolken) mit verschiedenartigen Sohlensubstraten. Die typische Umgebung umfaßt Prallhänge mit Uferabbrüchen und -rutschungen, Gleithänge und Kies-, Sand- oder Schlammbänke einschließlich der gewässerbegleitenden naturnahen Ufervegetation.
Erfaßt sind alle Fließgewässerabschnitte, die einen weitgehend unge- störten Kontakt zum Untergrund, kein durchgehendes Normböschungs- profil und keine oder nur wenige Stellen mit künstlicher Ufersicherung besitzen. Dazu gehören auch Mündungsbereiche.
Nicht erfaßt sind kurze naturnahe und unverbaute Bach- und flußabschnitte; in Baden-Württemberg liegt die Schwelle bei einer Länge von 20 m.
Besondere typische Arten der naturnahen und unverbauten Bach- und Flußabschnitte einschließlich der Ufervegetation sind:
Flutender Hahnenfuß (Ranunculus fluitans), Wasserstern (Callitriche obtusangula, Callitriche hamulata) , Kamm-Laichkraut (Potamogeton pectinatus), Flutender Schwaden (Glyceria fluitans) , Igelkolben-Arten (Sparganium spp.), Rohr-Glanz- gras (Phalaris arundinacea), Mädesüß (Filipendula ulmaria), Arznei-Baldrian (Vale- riana procurrens und Valeriana officinalis), Behaarter Kälberkropf (Chaerophyllum hirsutum), Kriech-Straußgras (Agrostis stolonifera subsp. prorepens), Roter Fuchs- schwanz (Alopecurus aeqlialis), Wasserkresse (Rorippa amphibia), Braunwurz-Ar- ten (Scrophularia umbrosa, Scrophularia canina), Fluß-Greiskraut (Senecio fluviati- lis), Gewöhnliche Pestwurz (Petasites hybridus), Brennessel (Urtica dioica), Zwei- zahn-Arten (Bidens tripartita, Bidens frondosa), Gift-Hahnenfuß (Ranunculus sce- leratus), Ufer-Reitgras (Calamagrostis pseudophragmites), Rosmarin-Weideiuös- ehen (Epilobium dodonaei), Ufer-Weiden (Salix spp.) sowie Arten der naturnahen Auwälder oder der Röhrichtbestände und Riede.

Altarme fließender Gewässer einschließlich der Ufervegetation
Altarme fließender Gewässer einschließlich der naturnahen Ufervegetation sind ehemalige, zu mindestens zeitweise wasserführende Haupt- oder Nebengerinne von Fließgewässern einschließlich ihrer typischen Umgebung. Die typische Umgebung kann entsprechend der Ufervegetation naturnaher Bach- und Flußabschnitte oder den Verlandungsbereichen stehender Gewässer ausgebildet sein. Nicht erfaßt sind Altarme, deren Ufer oder Sohle über längere Strecken künstlich verändert wurde.

Besondere typische Arten der Altarme fließender Gewässer einschließlich der naturnahen Ufervegetation sind Arten der Verlandungsbereiche stehender Gewässer oder Arten der naturnahen unverbauten Bach- und Flußabschnitte einschließlich der Ufervegetation sowie folgende Arten:

Armleuchter-Algen (Chara fragilis, Chara aspera, Chara hispida, Chara vulgaris, Nitellopsis obtusa), Wasserlinsen (Lemna minor, Lemna gibba, Lemna trisulca) , Froschbiß (Hydrocharis morsus-ranae).

Hülen und Tümpel einschließlich der Ufervegetation
Hülen (Hülben) sind von Menschenhand geschaffene oder geformte naturnahe offene Wasserstellen, die früher der Wasserversorgung von Mensch und Vieh dienten.
Tümpel sind naturnahe in der Regel abflußlose Kleingewässer von geringer Tiefe, die nicht ständig Wasser führen.
Besondere typische Arten der Hülen und Tümpel einschließlich der naturnahen Ufervegetation sind Arten der Verlandungsbereiche stehen- der Gewässer und folgende Arten:
Sumpfquendel (Peplis portula), Kröten-Binse (Tuncus bufonius), Sand-Binse (Tun- cus tenageia), Zypergras-Arten (Cyperus spp.), Gelbbauchunke (Bombina variega- ca), Kreuzkröte (Bufo calamita), Wechselkröte (Bufo viridis).

Quellbereiche
Quellbereiche umfassen Quellen und deren typische Umgebung. Quellen sind örtlich begrenzte, natürliche, ständig oder zeitweise schüttende Quellwasseraustritte. Die typische Umgebung der Quellen umfaßt Quellfluren, Kleinseggen-Sümpfe, Niederrnoore, Naßwiesen, nasse Staudenfluren und Quellwälder, die vom Quellwasser beeinflußt sind. Erfaßt sind auch alle naturnah ausgebildeten Quellbereiche an gefaßten Quellen sowie Grundwasseraustritte, die zeitweise oder ständig einer Zufuhr von Oberflächen wasser ausgesetzt sind (Gießen oder Karstwasseraustritte) .
Besondere typische Arten der Quellbereiche sind:
Quellkraut (Montia fontana), Bitteres Schaumkraut (Cardamine amara), Milz- kraut-Arten (Chrysosplenium spp.), Quellmoos-Arten (Philonotis spp.), Stark- nervmoos-Arten (Cratoneuron spp.), Armleuchterr-Algen (Chara aspera, Chara hispida, Tolypella glomerata, Nitella syncarpa), Brunnenkresse (Nasturtium offici- nale), Schneide (Cladium mariscus), Rispen-Segge (Carex paniculata).

Verlandungsbereiche stehender Gewässer
Verlandungsbereiche stehender Gewässer (Seen, Teiche, Weiher) sind Bereiche, in denen durch Ablagerung von Pflanzen teilen und Schwebstoffen eine allmähliche Aufhöhung des Gewässerbodens erfolgt. Erfaßt sind Bereiche natürlicher Verlandungsprozesse mit einer Vegetationsabfolge von Unterwasser- oder Schwimmblattpflanzen über Röhricht- und Seggenbestände bis zu Ufergehölzen. Verlandungsbereiche sind auch dann erfaßt, wenn die Vegetationsabfolge unvollständig oder unterbrochen ist.

Besondere typische Arten der Verlandungsbereiche stehender Gewässer sind:

Laichkraut-Arten (Potamogeton crispus, Potamogeton lucens, Potamogeton pecti- natus, Potamogeton perfoliatus, Potamogeton natans), Strandling (LittoreIla uni- flora), Nixenkraut-Arten (Najas spp.), Teichfaden (Zannichellia palustris), Rauhes Hornblatt (Ceratophyllum demersum), Gelbe Teichrose (Nuphar lutea), Weiße Seerose (Nymphaea alba), Tausendblatt-Arten (Myriophyllum spp.), Wasserfeder (Hottonia palustris), Seekanne (Nymphoides peltata), Brachsenkraut-Arten (Isoetes spp.) sowie Arten der Röhrichtbestände und Riede, der Zwischen- und Nieder- moore, der Sümpfe oder der naturnahen Bruch-, Sumpf- und Auwälder.

Naturnahe Uferbereiche
Naturnahe Uferbereiche und naturnahe Bereiche der Flachwasserzone von Gewässern sind Bereiche,
- deren Ufer sich in weitgehend natürlichem Zustand befindet,
- in denen ein weitgehend geschlossener Schilfgürtel oder eine andere standortspezifische Vegetation (Strandlings- und Strandschmielen-Ge- sellschaften u. a.) vorhanden ist,
- deren Flachwasserzone die Selbstreinigungsfunktionen weitgehend erfüllt oder Bedeutung als Fischerei- oder Laichschonbezirk hat.
Naturnahe Bereiche der Flachwasserzone reichen seewärts bis zur Halde, landseitig grenzen sie an die Uferbereiche. Naturnahe Uferbereiche reichen landwärts bis zur Oberkante der Uferböschung einschließlich des Seehags oder, wo keine Uferböschung vorhanden ist, so weit wie die naturnahe oder, bei extensiver Nutzung. halb natürliche Vegetation von den wechselnden Wasserständen des Gewässers beeinflußt wird.

Besondere typische Arten der naturnahen Uferbereiche und der naturnahen Bereiche der FIachwasserzone sind:

Schilf (Phragmites australis) und andere Arten der Röhrichtbestände und Riede und der Verlandungs bereiche stehender Gewässer sowie Bodensee-Vergißmeinnicht (Myosotis rehsteineri), Strand-Schmiele (Deschampsia rhenana), Ufer-Hahnenfuß (Ranunculus reptans) und Nadelbinse (Eleocharis acicularis).

Offene Binnendünen
Offene Binnendünen sind waldfreie, vom Wind aufgewehte Sandhügel. Die mehr oder weniger lückige Vegetation besteht aus Pionierrasen, Sandrasen oder Zwergstrauchheiden; einzelne Gehölze können eingestreut sein.

Besondere typische Arten der offenen Binnendünen sind:

Silbergras (Corynephorus canescens), Blaugraue Kammschmiele (Koeleria glauca), Sand-Hornkraut (Cerastium semidecandrum), Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium), Schmielenhafer-Arten (Aira spp.), Silberscharte Ourinea cyanoides) , Blauflüglige Sandschrecke (Sphingonotus caerulans), Ameisenlöwe (Euroleon no- stras), Sandbiene (Andrena argentata), Sandgängerbiene (Ammobates punctatus).

Zwergstrauchheiden
Zwergstrauchhelden sind von Zwergsträuchern, insbesondere Heidekrautgewächsen beherrschte, überwiegend durch Beweidung entstandene Heiden und Triften einschließlich der Brachestadien bis hin zu Gebüschen und lichten Wäldern. Nicht erfaßt sind von Zwergsträuchern dominierte Schlagflächen im Wald.

Besondere typische Arten der Zwergstrauchheiden sind:
Heide-Ginster (Genista pilosa), Deutscher Ginster (Genista germanica), Heidekraut (Calluna vulgaris) sowie Arten der Magerrasen.

Wacholderheiden
Wacholderheiden sind beweidete oder ehemals beweidete Magerrasen, einschließlich deren Brachestadien, mit lockerstehenden Wacholderbüschen sowie anderen Sträuchern und Bäumen, meist auf kalkreichen, zum Teil auch oberflächlich entkalkten Standorten. Nicht erfaßt sind kleinflächige Wacholderheiden; in Baden-Württemberg liegt die Schwelle bei einer Fläche von 1000 qm, soweit es sich nicht um Magerrasen handelt.

Besondere typische Arten der Wacholderheiden sind Arten der Magerrasen und folgende Arten:
Wacholder Ouniperus communis), Silberdistel (Carlina acaulis), Enzian-Arten (Gentianella ciliata, Gentianella germanica, Gentiana verna), Schaf-Schwingel (Fe- stuca ovina), Fieder-Zwenke (Brachypodium pinnatum), Aufrechte Trespe (Bromus erectus).

Trockenrasen
Trockenrasen sind meist lückige, von niedrigwüchsigen Gräsern und Kräutern geprägte, nicht genutzte oder extensiv genutzte Magerrasen auf trockenen, flachgründigen Böden.

Besondere typische Arten der Trockenrasen sind:
Federschwingel (Vulpia myuros, Vulpia bromoides), Kleines Filzkraut (Filago mi- nima), Bauernsenf (Teesdalia nudicaulis), Vogelfuß (Ornithopus perpusillus), Trif- ten-Knäuelkraut (Scleranthus polycarpos), Zierliches Schillergras (Koeleria ma- crantha), Glanz-Lieschgras (Phleum phleoides), Sand-Grasnelke (Armeria elonga- ta), Berg-Gamander (Teucrium montanum), Gewöhnliche Kugelblume (Globula- ria punctata), Zarter lein (Linum tenuifolium) , Zwerg-Sonnenröschen (Fumana procumbens), Erd-Segge (Carex humilis), Federgras-Arten (Stipa spp.) sowie Ar- ten der Magerrasen, der offenen Felsbildungen und der offenen Binnendünen.

Magerrasen
Magerrasen sind durch Nährstoffarmut oder geringe Nährstoffverfügbarkeit gekennzeichnete, extensiv nutzbare Weiden und Wiesen sowie deren Brachestadien einschließlich locker mit Gehölzen bestandener Flächen. Dazu gehören Borstgrasrasen, Flügelginsterweiden, Besenginsterweiden und Trespenrasen.
Nicht erfaßt sind kleine Flächen; in Baden-Württemberg liegt die Schwelle bei 500 qm, es sei denn, die Biotope liegen in engem räumlichen Verbund zueinander oder zu anderen besonders geschützten Biotopen.

Besondere typische Arten der Magerrasen sind:
Wiesen-Salbei (Salvia pratensis), Aufrechte Trespe (Bromus erectus), Knollen-Hah- nenfuß (Ranunculus bulbosus), Fingerkraut-Arten (Potentilla arenaria, Potentilla verna, Potentilla heptaphylla), Gewöhnliche Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris), Wohlriechende Skabiose (Scabiosa canescens), Gewöhnliches Sonnenröschen (He- lianthemum nummularium), Wolfsmilch-Arten (Euphorbia seguieriana, Euphorbia cyparissias) , Kleine Bibernelle (Pimpinella saxifraga), Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum), Hufeisenklee (Hippocrepis comosa), Wundklee (Anthyllis vulne- raria), Echter Gamander (Teucrium chamaedrys), Aufrechter Ziest (Stachys recta), Trift-Hafer (A venochloa pratensis) , Taubenkropf (Silene vulgaris), Skabiosen- Flockenblume (Centaurea scabiosa), Knabenkraut-Arten (Orchis militaris, Orchis simia), Ragwurz-Arten (Ophrys :;pp.), Hundswurz (Anacamptis pyramidalis) , Kreuzblumen-Arten (Polygala comosa, Poly gala amarella) , Blaugras (Sesleria va- ria), Echtes Labkraut (Galium verum), Knollige Spierstaude (Filipendula vulgaris), Hügel-Meister (Asperula cynanchica) , Großes Schillergras (Koeleria pyramidata), Berg-Klee (Trifolium montanum), Frühlings-Segge (Carex caryophyllea), Borst- gras (Nardus stricta), Bärwurz (Meum athamanticum), Mausöhrchen (Hieracium pilosella), Harzer Labkraut (Galium harcynicum), Wald-Ehrenpreis (Veronica offi- cinalis) , Dreizahn (Danthonia decumbens) , Draht-Schmiele (Avenella flexuosa) , Pillen-Segge (Carex pilulifera), Arnika (Arnica montana), Gelber Enzian (Gentiana lutea), Schweizer Löwenzahn (Leontodon helveticus), Flügelginster (Chamaespar- tium sagittale), Heide-Nelke (Dianthus deltoides), Knöllchen-Knöterich (Polygo- num viviparum), Gewöhnliches Katzenpfötchen (Antennaria dioica), Ausdauernde Sandrapunzel Oasione laevis) , Weißzüngel (Pseudorchis albida), Sparrige Binse Ouncus squarrosus), Wald-Läusekraut (Pedicularis sylvatica) , Quendel-Kreuzblume (polygala serpyllifolia) sowie Arten der Gebüsche trockenwarmer Standorte und ihrer Staudensäume.

Gebüsche und naturnahe Wälder trocken warmer Standorte einschließlich ihrer Staudensäume
Gebüsche trockenwarmer Standorte sind meist süd- bis südwestexponierte Gebüsche in Felsbereichen und an anderen trockenen Standorten sowie sonstige Trockenheit ertragende Gebüsche an meist süd- bis süd- westexponierten Waldrändern oder in der Feldflur an Standorten, an denen Frische oder Feuchtigkeit anzeigende Gehölzarten und Lianen weitgehend fehlen. Naturnahe Wälder trockenwarmer Standorte sind Steppenheidewälder und andere natürliche oder naturnahe Wälder auf Felsstandorten, auf trockenen, flachgründigen oder auf wechseltrockenen Böden sowie auf sonnigen, warmen Steinschutthängen. Dazu gehören Flaumeichenwälder, trockene und wechseltrockene Eichen-Hainbuchenwälder, trockene Birken-Eichenwälder, trockene Seggen-Buchen wälder, trockene Linden-Ahorn-Mischwälder und trockene oder wechseltrockene, natürliche oder naturnahe Kiefernwälder, insbesondere Pfeifengras- und Reitgras-Kiefernwälder, Kiefern-Steppenheidewälder sowie Kalksand-Kiefernwälder und Moos-Kiefernwälder (Dünengebiete). Staudensäume von Gebüschen und naturnahen Wäldern trockenwarmer Standorte sind Staudenfluren an meist süd- bis südwestexponierten, trockenen Wald- oder Gebüschrändern mit Trockenheit ertragenden und meist wärme bedürftigen Arten.

Besondere typische Arten der Gebüsche und naturnahen Wälder trockenwarmer Standorte einschließlich ihrer Staudensäume sind:

Gebüsche
Felsenbirne (Amelanchier ovalis), Gewöhnliche Zwerg mispel (Cotoneaster integer- rimus), Felsen-Kirsche {Prunus mahaleb) , Schlehe" (Prunus spinosa), Berberitze (Berberis vulgaris), Liguster (Ligustrum vulgare), Wolliger Schneeball (Viburnum lantana), Echter Kreuzdorn (Rhamnus catharticus), Strauch,...Kronwicke (Coronilla emerus), Apfel-Rose (Rosa villosa), Blaugrüne Rose (Rosa vosagiaca), Sanddorn (Hippophae rhamnoides), Besenginster (Cytisus scoparius);

Wälder
Flaum-Eiche (Quercus pubescens), Elsbeere (Sorbus torminalis), Winter-Linde (Ti- lia cordata), Buchsbaum (Buxus sempervirens), Felsen-Kreuzdorn (Rhamnus saxa- tilis), Schwärzender Geißklee (Lembotropis nigricans) , Reckhölderle (Daphne cneorum), Zwergbuchs (Polygala chamaebuxus), Scheiden-Kronwicke (Coronilla vaginalis), Wintergrün (Pyrola chlorantha) , Winterlieb (Chimaphila umbellata) , Blauroter Steinsame (Buglossoides purpurocaerulea), Immenblatt (Melittis melis- sophyllum), Habichtskräuter (Hieracium umbellatum, Hieracium glaucinum), Ge- wöhnlicher Tüpfelfarn (Polypodium vulgare), Waldvöglein-Arten (Cephalanthera damasonium, Cephalanthera rubra, Cephalantheralongifolia), Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus), Vogelfuß-Segge (Carex ornithopoda);

Staudensäume trockenwarmer Gebüsche und naturnaher Wälder
Blut-Storchschnabel (Geranium sanguineum), Sichelblättriges Hasenohr (Bupleu- rum falcatum), Graslilien-Arten (Anthericum ramosum, Anthericum liliago) , Kronwicken-Arten (Coronilla varia, Coronilla coronata), Haarstrang-Arten (Peu- cedanum cervaria, Peucedanum oreoselinum) , Diptam (Dictamnus albus), Kalk- Aster (Aster amellus), Weißes Fingerkraut (Potentilla alba), Hügel-Klee (Trifolium alpestre), Hain-Flockenblume (Centaurea nemoralis), Heide-Wicke (Vicia orobus), spezielle Habichtskraut-Arten (Hieracium sabaudum, Hieracium laevigatum, Hie- racium racemosum), Salbei-Gamander (Teucrium scorodonia).

Offene Felsbildungen
Offene Felsbildungen umfassen innerhalb und außerhalb des Waldes fast vegetationsfreie, oft nur von Moosen und Flechten bewachsene Felsen, spärlich bewachsene Felsköpfe, Felsspalten und Felsbänder mit zum Teil geringem Gehölzanteil sowie Felsüberhänge (Balmen) mit einer speziellen Balmenvegetation.

Besondere typische Arten der offenen Felsbildungen sind:
Streifenfarn-Arten (Asplenium viride, Asplenium septentrionale, Asplenium adiantum-nigrum, Aspknium rutamuraria), Trauben-Steinbrech (Saxifraga paniculata), Habichtskräuter (Hieracium humile, Hieracium pallidum) , Gewöhnlicher Tüpfelfarn (Polypodium vulgare), Weißer Mauerpfeffer (Sedum album), Einjährige Fett- henne (Sedum annuum), Felsen-Leimkraut (Silene rupestris), Niedriges Hornkraut (Cerastium pumilum), Kelch-Steinkraut (Alyssum alyssoides). Pfingst-Ne-lke (Dianthus gratianopolitanus), Blasser Schwingel (Fes tu ca pallens), Perlgras-Arten (Melica ciliata, Melica transsilvanica), Blaugras (Sesleria varia), Stein-Baldrian (Va- leriana tripteris), Österreichische Rauke (Sisymbrium austriacum), Scharfkraut (Asperugo procumbens) und zahlreiche spezielle Moos- und Flechten-Arten.

Offene natürliche Block- und Geröllhalden
Offene natürliche Block- und Geröllhalden sind unbewaldete Anhäufungen von Gesteinsblöcken und Geröllen, die weitgehend auf natürliche Weise entstanden sind. Erfaßt sind auch durch häufige Rutschungen charakterisierte natürliche Mergelhalden und Schutthalden mit einem hohen Anteil an Feinmaterial sowie naturnahe Block- und Geröllhalden mit geringem Gehölzanteil.

Besondere typische Arten der offenen Block- und Geröllhalden sind:
Rollfarn (Crytogramma crispa) , Gelber Hohlzahn (Galeopsis segetum), Lanzett- blättriges Weidenröschen (Epilobium lanceolatum) , Ruprechtsfarn (Gymnocar- pium robertianum) , Schild-Ampfer (Rumex scutatus) , Schwalbwurz (Vincetoxi- cum hirundinaria) , Hainlattichblättriger Löwenzahn (Leontodon hispidussubsp. hyoseroides) , Alpen-Wundklee (Anthyllis vulneraria subsp. alpestris), Weiße Pest- wurz (Petasites albus), Blaugras (Sesleria varia), Buntes Reitgras (Calamagrostis varia), Amethyst-Schwingel (Festuca amethystina), Mauerbiene (Osmia andrenoi- des), Kegelbiene (Coelioxys afra).

Höhlen
Höhlen sind natürlich entstandene unterirdische Hohlräume. Erfaßt sind auch seit längerer Zeit nicht genutzte künstliche Hohlräume, insbesondere Stollen, sowie naturnahe Eingangsbereiche von Höhlen. Nicht erfaßt sind touristisch erschlossene oder intensiv genutzte Höhlenbereiche. Höhlen sind: er (Winterquartier) sowie

Besondere typische Arten der Höhlen sind:
Fledermaus-Arten (z. B. Myotis myotis), Feuersalamande

Dolinen
Dolinen (Erdfälle) sind Einstürze oder trichterförmige Vertiefungen in der Erdoberfläche, die durch Lösung der Gesteine im Untergrund oder durch das Einbrechen von Höhlen entstanden sind. Die Vegetation der Dolinen ist sehr verschiedenartig. Nicht erfaßt sind intensiv landwirtschaftlich genutzte und Dolinen.

Feldhecken und Feldgehölze
Feldhecken und Feldgehölze sind kleinere, oft linienhafte Flächen in der Feldflur, die von Bäumen und Sträuchern oder nur von Sträuchern bestockt sind und nicht Wald im Sinne des Landeswaldgesetzes sind. Nicht erfaßt sind kleine Feldgehölze; in Baden-Württemberg liegt die Schwelle bei einer Fläche von 250 qm Fläche sowie bei Hecken bei einer Länge von 20 m; unbestockte Zwischenräume von weniger als 1 m werden bei Hecken mitgerechnet.

Nicht erfaßt sind gebietsfremde Anpflanzungen und Heckenzäune.

Besondere typische Arten der Feldhecken und Feldgehölze sind:
Hasel (Corylus avellana), Blutroter Hartriegel (Cornus sanguinea), Schwarzer Ho- lunder (Sambucus nigra), Liguster (Ligustrum vulgare), Hainbuche (Carpinus betu- lus), Stiel-Eiche (Quercus robur), Weißdorn (Crataegus spp.) sowie Arten der Ge- büsche trockenwarmer Standorte.

Hohlwege
Hohlwege sind Wege in der freien Landschaft, die sich durch die nutzungsbedingt verstärkte Erosion in das Gelände eingeschnitten haben, einschließlich ihrer Steilböschungen und eines nicht genutzten Streifens entlang der Böschungsoberkante. Die Vegetation an Hohlwegen kann entsprechend den Feldhecken und Feldgehölzen, den Gebüschen trockenwarmer Standorte mit ihren Staudensäumen oder den Magerrasen entwickelt sein. Nicht erfaßt sind Hohlwege, die nur wenig eingetieft sind oder die nur eine geringe Böschungsneigung besitzen; in Baden-Württemberg liegt die Grenze bei einer Eintiefung von 1 m und einer Neigung an der steilsten Stelle von weniger als 45°.

Trockenmauern
Trockenmauern sind Mauern in der freien Landschaft, die ohne Verwendung von Mörtel aus Steinen aufgeschichtet wurden. Nicht erfaßt sind sehr kleine Trockenmauern; in Baden-Württemberg liegt die Grenze bei 0,5 m Höhe oder einer Mauerfläche von weniger als 2 qm.

Besondere typische Arten der Trockenmauern sind:
Streifenfarn-Arten (Asplenium spp.), Mauer-Glaskraut (Parietaria judaica), spezielle Moos- und Flechten-Arten, Mauereidechse (Lacerta muralis), Rote Dickfußschrecke (Oedipoda germanica) sowie Arten der offenen Felsbildungen.

Steinriegel (Lesesteinwälle)
Steinriegel sind linienförmige Steinanhäufungen in der freien Landschaft, die dadurch entstanden sind, daß von landwirtschaftlich genutzten Flächen Steine abgesammelt und zumeist an deren Rändern abgelagert wurden. Sie werden auch als „Lesesteinwälle“ angesprochen. Die Vegetation der Steinriegel kann entsprechend den Feldhecken und Feldgehölzen, den Gebüschen trockenwarmer Standorte und ihrer Staudensäume oder der offenen natürlichen Block- und Geröllhalden entwickelt sein.
Nicht unter Schutz stehen Steinriegel von nur kurzer Länge; in Baden-Württemberg liegt die Längengrenze bei 5 m Länge.


Positionen
Unsere Projekte
Unsere Positionen
Unsere Kommentare
Presseerklärungen
   Impressum zum Seitenanfang