Kreisverband WeimarEin Projekt des BUND Region Weimar: Tiefengruben - ein Rundling inmitten von StreuobstwiesenDer BUND REGION WEIMAR fördert mit dem Projekt Streuobstwiese Tiefengruben zugleich wertvolle Lebensräume bedrohter Tier- und Pflanzenarten wie auch durch die Vermarktung gesunder Produkte (Äpfel, Apfelsaft, Schaffleisch) eine nachhaltige Form der Bewirtschaftung der Kulturlandschaft.Gern laden wir Sie zu unseren jährlichen Kursen im Baumschnitt ein. Tiefengruben am Meer - Tiefengruben auf dem Berg Das vom BUND betreute Streuobstprojekt liegt in Tiefengruben, einem Rundlingsdorf ca. 20 Kilometer gleichermaßen südlich von Erfurt und Weimar entfernt. Die Tiefengrubener Landschaft inmitten des Thüringer Beckens ist Teil des Tannrodaer Sattels, einer Schichtenaufwölbung von Gesteinen der Trias, die sich von Blankenhain im Osten und dem Riechheimer Berg im Westen, von Bad Berka (Adelsberg) im Norden und Kranichfeld im Süden erstreckt. Die Aufwölbung des Sattels entlang einer westnordwestlichen Achse entstand durch erdinnere Einengungsvorgänge in der Jurazeit des Erdmittelalters. Der dadurch entstandene hohe Bergrücken wurde bald danach durch Erosion abgetragen. Im Kern des Sattels wurden Gesteine des Buntsandsteins (untere Trias) freigelegt. Da diese weniger widerständig gegen Verwitterung waren als die darüber folgenden Meeresgesteine des Muschelkalks, kam es schließlich zu einer Reliefumkehr: Der Sattelkern wurde zu einer bergigen Senke, die Sattelflanken aus hartem Muschelkalk bildeten steilhängige Höhenzüge. Am Fuß des nördlichen Muschelkalksteilrandes mit dem Kesselberg als höchster Erhebung (470,8 mNN) liegt das Rundplatzdorf Tiefengruben mit seinem halbkreisförmigen Streuobstgürtel. Die plattigen Kalksteine des unteren Muschelkalkes über dem Dorf sind Ablagerungen eines flachen Meeres - Tiefengruben liegt am Meer! Wäre der Tannrodaer Sattel nicht abgetragen worden, läge der "Rundling" auf einem Berg in etwa 450 m Höhe. Dieser erdgeschichtliche Ge-dankengang ermöglicht einen Blick in die geologische Entstehungsgeschichte der Landschaft. Für die beckenartige Vertiefung des Sattels sind jedoch nicht nur Erosionsvorgänge an der Oberfläche verantwortlich, sondern Auslaugungen von lösba-ren Gesteinen (Gips, Steinsalz) im Untergrund. Die Mulde von Tiefengruben ist Folge eines Erdeinbruches über Hohlräumen im oberen Buntsandstein. Der Ort liegt in einem Erdfallkessel. Der tiefste, ohne natürlichen Abfluß auch feuchteste Punkt liegt in den Niederwiesen südöstlich der Rundplatzsiedlung. Die Hänge dieser Einbruchsenke aus roten Tongesteinen des oberen Buntsandsteines sind bedeckt mit lehmigen, stark steinigen, von den Geologen als "Fels-Rendzina" angesprochenen Böden. Sie sind als Ackerland auch wegen der starken Neigung ungeeignet und empfahlen sich deshalb von Alters her für den Obstanbau. Die günstige geschützte Lage dieses Ortes führte zu einer frühen Besiedlung: Acht Siedlungsstellen am Steinberg südwestlich von Tiefengruben, und aus der Ortslage selbst gibt es Funde von Felsstein- und Feuersteingeräten, wahrscheinlich aus der Jungsteinzeit. Im Mittelalter schützten sich die von Erfurter Äbten hier angesiedelten Kolonisten, die den klösterlichen Besitz bearbeiteten, durch einen hohen, mit dichten Hecken bewachsenen Erdwall vor Feinden, der heute als Obstbaulehrpfad begangen werden kann. |
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