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Der Bericht in der Nordwestzeitung von Beatrix Schulte 27.11.01

Auch eine Zitrone birgt in sich Heilkräfte

Vortrag mit vielen praktischen Beispielen in der Umweltstation Iffens
Iffens.
Von ganz anderen Möglichkeiten im Umgang mit einer Zitrone erfuhren die Teilnehmer einer Vortragsveranstaltung des BUND in der Umweltstation in Iffens. Krankenschwester und Pflegerin Britta Eckenbrecht schilderte den äußerlichen Einsatz einer unter Wasser angeschlitzten Zitrone, deren Saft und deren ätherisches Öl bei Mandel-, Lungenentzündung oder Bronchitis angewendet wird.
Auch andere Nahrungsmittel wie Hirse, Meerrettich oder Leinsamen wurden von Britta Eckenbrecht vorgestellt und die verschiedenen Anwendungsgebiete erläutert. Vor allem der äußerliche Einsatz per Wickel oder Auflage kam zur Sprache als begleitende Maßnahme zu medizinischer oder homöopathischer Behandlung.
Schon in der Steinzeit kannten die Menschen die wohltuende Wirkung von kalten oder warmen Auflagen. Heute sind Kirschkern- oder Getreidekissen wieder ganz aktuell und sehr beliebt, um die kleinen und großen Zipperlein zu kurieren. Sowohl die Wärme als auch die Kältebehandlung dringt in tiefe Gewebeschicht und entfaltet dort Teilnehmer mit Fussbad und Wickel Wirkung zusammen mit Stoffen, die die Haut aufnimmt. Ein Wärmewickel fördert die Durchblutung und entspannt die Region, während kalte Auflagen die Blutzirkulation einschränken. Bei akuten Gelenkschmerzen kann man einen kalten Zitronenumschlag anlegen, um die Hitze zu nehmen und die Entzündung wegzudrücken. Allerdings muss man bei der Zitronensäure auf der Haut etwas Vorsicht walten lassen, da . dort kurzzeitig Irritationen und Rötungen auftreten können.

Eine Wärmebehandlung wird bei allen Beschwerden angewendet, die mit fest sitzendem Schleim zu tun haben. So hilft etwa ein heißer Leinsamenbreiumschlag bei Nasennebenhöhlen- und Stirnhöhlen-Vereiterungen. Die Besucher erfuhren in Iffens, wie man eine Kompresse faltet und bestückt und wie sie richtig angelegt wird.

Bei den anschließenden praktischen Übungen wurden die Materialien zubereitet und auch auf die Haut gelegt. Alle Teilnehmer empfanden die Wärmeauflagen als sehr angenehm und entspannend. Bei einem Senfmehlfußbad, das eigentlich belebend prickelnde Wirkung hat, legte sich ein wenig Schläfrigkeit in die Gesichter.
Den zerriebenen Meerrettich, der sehr scharf reagiert, konnten nicht alle Tester gleichlang auf der Haut behalten. Bei Personen mit empfindlicher Haut kam schnell ein brennendes Gefühl. Sehr belebend war die Schale mit der erwärmten Hirse, die bei Durchblutungsstörungen und Taubheitsgefühlen in den Fingern zum Einsatz kommt und durch Krabbeln in der warmen Masse die Sensibilität steigern soll. Die demonstrierten Anwendungen seien auch gut zur Krankheitsvorbeugung geeignet und könnten eventuell helfen, starke Medikamente zu meiden. sagte der Leiter der Umweltstation, Dr. Wolfgang Meiners. Er wies darauf hin, dass diese Methode auch für Kinder geeignet sei, bei denen eine Allergiedisposition vermieden werden könnte.


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