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Aus der Kreiszeitung Wesermarsch vom 20.3.2006:

A-22 - Bau ist noch nicht entschieden

Peter Maiwald (Grüne) zu Gast beim BUND - Folgekosten beträchtlich - Kaufkraft wird abgezogen.

Iffens (rade).
"Der Bau der A 22, der Küstenautobahn, ist noch lange nicht entschieden", versicherte der Grünen-Politiker Peter Maiwald aus dem Ammerland. Er ist Mitglied im Westersteder Stadtrat und war jetzt zu Gast bei der Jahreshauptversammlung des BUND Wesermarsch in der Umweltstation Iffens.
Im Anschluss an die Regularien machte er deutlich, welche Argumente gegen diesen neuen Verkehrsweg sprechen, für den inzwischen zahlreiche Trassenführungen im Gespräch sind. Peter Maiwald gehört der Initiative "Ammerländer Bürger gegen die A 22" an. Auch die Kreisgruppe des BUND hat sich im vergangenen Jahr mit den Planungen des Großprojektes kritisch auseinander gesetzt und informierte sich jetzt bei dem Referenten über den neuesten
Stand. "Es gründen sich immer mehr Bürgerinitiativen gegen diesen Bau", sagte Peter Maiwald - mit Unterstützung der verschiedenen Umweltverbände.
"Die Menschen können es nicht verstehen, dass über ihre Köpfe hinweg entschieden wird", machte er deutlich. Die 112 Kilometer lange geplante Autobahnstrecke würde auf einer Breite von 55 Metern, ob in südlicher oder nördlicher Variante, landwirtschaftlich genutzte Flächen, Moorgebiete und besiedelte Landstriche durchschneiden: "Die Landschaft wird sich durch einen Bau der Küstenautobahn nachhaltig verändern."

Steuerzahler zahlt Zeche
Die veranschlagten Baukosten seien immens und inklusive einer Elbquerung auf rund 2 Milliarden Euro zu beziffern. Eine private Finanzierung würde seinen Worten zufolge auf Grund dieser hohen Kosten nicht zustande kommen, letztendlich zahle der einzelne Steuerzahler die Zeche.
Befassten sich kritisch mit der Küstenautobahn (von links): Referent Peter Maiwald, der Leiter der Umweltstation Iffens und Vorsitzende der '' BUND-Kreisgruppe Dr. Wolfgang Meiners, die 2. Vorsitzende Regina Mattern-Karth und Kassenwartin Petra Leifert. Foto: rade ·,
Auch die Folgekosten seien immens, machte BUND-Vorsitzender Dr. Wolfgang Meiners deutlich. Nach den Zahlen des Bundesrechnungshofes verschlinge der jährliche Erhaltungsaufwand der Bundesautobahnen pro Kilometer 70 000 Euro, bei den Bundesstraße sei dieser Aufwand mit 14 300 Euro geringer. Die durchschnittlichen jährlichen Betriebskosten pro Kilometer Autobahn werden mit 39 500 Euro beziffert (Bundesstraße 10 400 Euro).
Peter Maiwald bezeichnete es als unverantwortlich, dass die jetzt schon bestehenden Verkehrswege nur ungenügend in Stand gehalten würden und man trotzdem neue, seiner Meinung nach überflüssige Verkehrsanbindungen plane. Das Argumente der Befürworter der A 22, es würden dadurch neue Arbeitsplätze geschaffen, entkräftete der Referent mit dem Hinweis darauf, dass vermeintlich neue Arbeitsplätze nur eine Verlagerung darstellten. Zudem werde Kaufkraft in die Oberzentren abgezogen..
Der enorme Flächenverlust durch einen Autobahnneubau und die befürchteten Lärmimmissionen wirkten sich jetzt schon negativ auf jene Gebiet aus, die von den angedachten Trassenführungen betroffen sind, betonte er. Viele Grundstücke und Häuser im Ammerland oder in der südlichen Wesermarsch könnten schon jetzt nur unter Wert verkauft werden.
Auch den erhofften positiven Auswirkungen auf den Tourismus erteilte Peter Maiwald eine Absage: "Die Urlauber wollen nicht in der Nähe eines Autobahndreiecks Urlaub machen."

Keine Priorität
Trotz dieser Einwände würden Interessenvertreter aus Wirtschaft und Politik den Eindruck erwecken, dass über den Bau einer Küstenautobahn längst entschieden sei. Dass dem nicht so ist, konnte der Grünen-Politiker darstellen: Im Verkehrswegeplan der Bundesregierung habe dieses Projekt nämlich keine Priorität, sein volkswirtschaftlicher Nutzen werden als gering eingestuft.


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