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Bericht mit Foto von Rolf Bultmann in der
Nordwest Zeitung vom April 2002
Das Farbfoto ist aus der Kreiszeitung vom 24.4.02

275 Hektar Grünland extensiviert BUND - Kreisgruppe informiert sich über Umsetzung der Kompensationsmaßnahmen.

Zwölf Landwirte haben die extensivierten Flächen in Oberdeich gepachtet. Deren Bewirtschaftung ist an Auflagen gebunden.
Rodenkirchen/Esenshamm.
Jenen Tieren, insbesondere den Wiesenvögeln, die durch den Bau des Wesertunnels und seiner Straßenanbindung ihre vorherigen Lebensräume verloren haben, ist ein neues Zuhause angeboten worden. Dass die ökologischen Kompensations-Maßnahmen nicht nur auf dem Papier stehen, sondern auch umgesetzt wurden, davon überzeugten sich am Mittwoch bei einer Exkursion Mitglieder der Kreisgruppe Wesermarsch des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND).

Durch den Bau der Ortsumgehung Esenshamm (neuer ! Streckenabschnitt der Bundesstraße 212 von Hiddingen bis Hoffe) und der neuen B ) 437 von Beckum zum Wesertunnel gehen auf Dauer knapp 40 Hektar Grünland verloren, wovon 14 Hektar sogar versiegelt werden. Durch das Straßenbauprojekt wurden auch national bedeutsame Wiesenvogelbrutgebiete beeinträchtigt. Die ökologische Kompensation der Vernichtung und Beinträchtigung von Flächen und Lebensräumen erfolgte unter anderem durch die Extensivierung einer insgesamt 275 Hektar großen Grünlandfläche. Eigentümer der 75 Hektar großen Ersatzfläche Abbehausen und der rund 200 Hektar umfassenden Ausgleichsfläche Oberdeich ist der Bund, der die Ländereien von Landwirten erwarb.

Die Ausgleichsfläche in Rodenkircher und Esenshammer Oberdeich war das Ziel der Exkursion der BUND-Vertreter. Wolfgang Briem vom Straßenbauamt Oldenburg, der die Flächen betreut, und Thomas Garden von der Unteren Naturschutzbehörde (Landkreis Wesermarsch) erläuterten den Gästen die Planung und deren Ziele.

Die Ausgleichsfläche Oberdeich wurde 1999 hergestellt. Im Mittelpunkt stand dabei die Neuordnung des Wasserhaushaltes. Durch Anlegung von neuen Gewässern, Aufwertung von vorhandenen Gräben und durch kleine Staubauwerke erfolgte eine Vernässung der Flächen, um sie für die Wiesenvögel attraktiver zu machen.

Ein Novum sei, dass die Ausgleichsfläche nicht nur von der Straßenbauverwaltung hergestellt, sondern von ihr jetzt in Zusammenarbeit mit den Landwirten auch weiter entwickelt werde. Die rund 200 Hektar Wiesen und Weiden sind an zwölf Landwirte verpachtet. Die Ausgleichsfläche ist in die Kernzonen I und II sowie in eine Randzone gegliedert, deren Anteile jeweils rund ein Drittel ausmachen.

Für die einzelnen Zonen sind maximale Bewirtschaftungsauflagen festgelegt, für die die Landwirte eine Entschädigung erhalten, die mit der Pacht verrechnet wird. Die Auflagen für Mahd, Düngung, Viehdichte, Bearbeitung und Bewässerung müssen noch weiter verfeinert werden, berichtete Wolfgang Briem.

Bereits im ersten Jahr nach Fertigstellung der Ausgleichsfläche habe sich die Zahl der Wiesenvogelbrutpaare in dem Gebiet um 25 bis 30 Prozent erhöht. Wegen der MKS sei im vergangenen Jahr auf eine Überprüfung verzichtet worden, die in diesem Jahr und in den kommenden Jahren aber wieder stattfinden werde. Erst dann werde man sehen können, ob diese Ausgleichsmaßnahme ein Erfolg sei.

Dr. Wolfgang Meiners, Vorsitzender der BUND-Kreisgruppe Wesermarsch, stellte erfreut fest, dass die Ausgleichsfläche Oberdeich gut betreut werde und sich im Sinne des BUND zu entwickeln scheine. Wichtig sei, dass es auch weiterhin für die beteiligten Landwirte einen Ansprechpartner vor Ort gebe. Dies wurde während der Exkursion auch von einem Landwirt bestätigt: Er gab zudem kund, dass seine anfängliche Skepsis verflogen sei, weil das Konzept funktioniere.


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