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Wesermarsch
Keine Billigstudien zulassen
Küstenautobahn
BUND - Kreisgruppe erkundet den A 22 - Untersuchungsraum
Die vorgesehenen 2,25 Millionen Euro Planungskosten könnten nicht ausreichen. Das befürchten die Naturschüzer.
KÖTERMOOR/BEA - Die Bodenbeschaffenheiten in der mittleren Wesermarsch lassen keine Billigstudien zu, da wechselnde Böden und Untergründe sowie besonders wertvolle und europaweit anerkannte Schutzgebiete genauestens untersucht werden müssen. Hierauf wies jetzt Dr. Wolfgang Meiners, Vorsitzender Kreisgruppe Wesermarsch des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), hin.
Zu einer Exkursion hatten sich Mitglieder der BUND- Kreisgruppe in den Untersuchungsraum für die geplante Küstenautobahn in das südlich der Bundesstraße 437 gelegene Gebiet in Kötermoor begeben. Mit dem Bohrstock untersuchten die Teilnehmer den Moormarschboden bis in eine Tiefe von 1,50 Meter. Die BUND-Mitglieder nutzten die Gelegenheit, um einen ersten Einblick in die Bodenverhältnisse und die Landschaftsstruktur mit ihrem Fauna und Florabestand zu bekommen.
Während im oberen Bereich der Bodenprobe mineralisierter minderwertiger Torf mit darunter liegendem hochwertigem Weißtorf gefunden wurde, fanden sich in den untersten Schichten Kleiböden, die mit Schilffasern durchsetzt waren. Diese stammen aus einer Zeit vor etwa 1000 Jahren, als die Wesermündung wesentlich breiter war und fruchtbaren Marschboden anspülte. Durch die Verlagerung des Weserdeltas entstanden später Moorgebiete, die irgendwann von Menschen besiedelt wurden.
Aufgrund der für die A 22, die von Westerstede durch den Wesertunnel bis nach Glückstadt führen soll, beschränkten Planungsmittel von 2,25 Millionen Euro befürchtet Wolfgang Meiners, dass aus zeitlichen und finanziellen Gründen eine Untersuchung nicht gründlich genug vorgenommen wird.
Der Exkursion vorangegangen war ein Treffen der Mitglieder der BUND-Kreisgruppe auf dem Arche-Hof Thoelen in Süderschwei mit Vertretern der Bürgerinitiative "Wesermarsch gegen A 22". Nach einer kleinen Hofführung durch Betreiber Helge T'hoelen wurden die Argumentation der Küstenautobahn-Befürworter durchleuchtet und Schwachstellen in Bezug auf die Finanzierung und den wirtschaftlichen Nutzen benannt. Politik und Wirtschaft wollten das Großprojekt trotz Finanzschwäche von Bund und Land mit aller Macht durchdrücken zum Nachteil der Bevölkerung, kritisierten die Diskussionsteilnehmer.
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