Kreisverband Wetteraukreis

Apfelbaumkrankheit - Nachpflanzungen bleiben sinnvoll

BUND warnt vor Panikmache und fordert Schutzkonzept für das Streuobst
Förderprogramme unbedingt fortsetzen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) warnt im Hinblick auf die neuartigen Krankheitsbilder bei Apfelbäumen vor Panikmache. "Nachpflanzungen in den Streuobstbeständen bleiben in jedem Fall sinnvoll", sagt Monika Mischke, Vorsitzende des BUND-Kreisverbandes Wetterau. Bisher treten die Erscheinungen weitgehend räum-lich begrenzt im Osten von Frankfurt, rund um Maintal auf. Aus diesem Befund darf man nach Meinung des BUND kein Horrorszenario vom Untergang des Streuobstes ableiten so wie es teilweise schon geschah. Auch Barbara Fiselius vom Landschaftspflegeverband Main-Kinzig ist dieser Meinung: „Im Gegenteil: die gegenwärtige Altersstruktur der Obstan-lagen ist häufig überaltert, es muss dringend nachgepflanzt werden, sollen die Grundlage für das heimische Stöffchen, die ökologischen Werte als Rückzugsgebiet für Tiere und Pflanzen und die ästhetisch schönen Naherholungsbereiche erhalten werden“.

Da die Ursache und die überörtlichen Konsequenzen aus der neuen Krankheit nicht be-kannt sind, wünscht sich der BUND ein moderates Vorgehen wie beispielsweise die Emp-fehlung einer Pflanzpause von zwei oder drei Jahren auf den betroffenen Grundstücken. Weitergehende Aussagen wie etwa, dass darauf niemals mehr Apfelbäume gepflanzt wer-den könnten, sind nach Meinung des BUND nicht sinnvoll.

Der BUND hat daher den Gießener Regierungspräsidenten, bei dem der Pflanzenschutz-dienst angesiedelt ist, mit Schreiben vom 17.10.06 um Mitteilung zum Kenntnisstand der Behörde gebeten. So möchte der Verband wissen
* in welchen Zeiträumen und Gebieten nach Erkenntnissen seines Hauses Apfelbäume differenziert nach Hochstämmen, Mittelstämmen und Niederstämmen in Hessen von der "rätselhaften Krankheit" befallen sind,
* wie sein Haus die hessischen Streuobstbestände im Hinblick auf Krankheiten und insb. die neu aufgetretene Krankheit überwacht und
* welche Konsequenzen er hinsichtlich der Behandlung im Befallstadium und der Analyse des Krankheitsbildes ergriffen hat und wann mit Erkenntnissen aus den Untersuchungen z.B. der biologischen Bundesanstalt gerechnet werden kann.

Der BUND fordert seit langem vom Land Hessen ein Schutzkonzept zur Erhaltung der Streuobstwiesen, dieser für Hessen äußerst bedeutungsvollen Elemente der Kulturland-schaft. Doch stattdessen ist die Frage des gesetzlichen Streuobstschutzes noch immer ungeklärt. Der BUND bittet daher die Kommunen, ihre Förderprogramme zum Streuobst-schutz trotz des Apfelbaumsterbens unbedingt fortzusetzen und insbesondere in die Pfle-ge alter Bäume zu investieren, denn hier werden nach der Änderung der Finanzierungs-möglichkeiten durch das Land zusätzliche Probleme kommen.

Rückfragen beantwortet Ihnen
Thomas Norgall, Naturschutzreferent des BUND Hessen 069/67737614
Triftstr. 47, 60528 Frankfurt/M. - Niederrad
Telefon: 069 - 67 73 76 14 - Telefax: 069 - 67 73 76 20
eMail: thomas.norgall@bund.net
www.bund-hessen.de


Aktuell
Artenschutz
gentechnikfreie Region Wetterau
Pressemitteilungen
Aktuelles aus den Ortsverbänden
Frankfurter Flughafen
KV Rundbrief
Archiv
   Impressum zum Seitenanfang