Kreisverband WetteraukreisVerkabelung 110 kV-LeitungEin Sieg für Natur, Kultur und Vernunft - Hochspannungsleitung wird erdverkabeltPressemitteilung vom 02. August 2009Hocherfreut zeigte sich Dr. Werner Neumann vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dass die 110 kV-Hochspannungsleitung zwischen Büdingen und Altenstadt nun endlich als Erdkabel gebaut werden kann. Seit 1993 setzte sich der BUND gegen den Bau der 110 kV-Freileitung ein. Bei seinen Bemühungen, die Betroffenen Gemeinden und andere Organisationen an einen Tisch zu bringen, betonte Dr. Werner Neumann immer wieder: „Mit Stromeinsparung ist die Leitung überflüssig, und wenn diese doch gebraucht wird, soll sie als Erdkabel gebaut werden“. Dieses Ziel ist nun erreicht und die seltenen Vögel wie der Große Brachvogel, der Wachtelkönig und die zunehmende Zahl von Störchen werden von der Freileitung verschont. Auch für den Archäologischen Park am Glauberg ist die Gefahr der Landschaftsverschandelung vorbei. Obwohl schon vor einem Jahr ein Vertrag zwischen der OVAG und den Kommunen zum Bau des Erdkabels geschlossen wurde, hat es in letzter Minute dennoch Irritationen gegeben. So sprach sich die CDU Altenstadt am 30. Juli überraschend dafür aus, die Stromversorgung Altenstadts anstelle der 110 kV-Leitung durch mehrere 20 Kilovolt-Leitungen der e.on Mitte (früher EAM) aus Nidderau und Langenselbold sicherzustellen. Einen Vorschlag zum Ausbau von 20 kV-Leitungen hatte der BUND schon im Jahr 1995 eingebracht. Auf Anregung von Dr. Neumann hatte die Fachhochschule Darmstadt dazu sogar eine Diplomarbeit vergeben. Allerdings stellte das Regierungspräsidium im Raumordnungsverfahren fest, dass „der weitere Ausbau des 20 kV-Netzes laut Auskunft der Energieaufsicht geprüft wurde und nicht durchführbar“ sei. Dies führe zu netztechnischen Problemen. Dem stimmte im Januar 1998 auch die CDU in der Regionalversammlung zu. Um die Verkabelung der somit beschlossenen 110 kV-Leitung zu erreichen, reichte der BUND im weiteren Verlauf 1999 beim Hessischen Umweltminister Dietzel und der Europäischen Kommission eine Beschwerde ein, weil die e.on (damals „PreussenElektra AG“) die Vorschriften der Umweltverträglichkeitsprüfung nicht einhielt. Die entscheidende Wende trat dann ein, als der BUND im Jahr 2003 eigenständig Angebote für den Bau von Erdkabeln einholte. Es zeigte sich nun, dass 110 kV-Erdkabel fünfmal weniger kosten als die e.on Netz behauptete. Der BUND konnte im Genehmigungsverfahren schließlich mit einem eigenen Gutachten auch die verharmlosenden Behauptungen der e.on zum Vogelschutz widerlegen. Der Streit über die Hochspannungsleitung ist somit zu einem Lehrstück geworden, wie man mit Beharrlichkeit und Kompetenz viel für den Umwelt- und Naturschutz erreichen kann, stellt der BUND heute fest. Dr. Neumann freut sich besonders über das Ergebnis, weil aktuell am 7. Mai im Bundestag beschlossen wurde, dass eine Erdverkabelung von 110 kV-Freileitungen bei den Netzkosten anerkannt werden muss, wenn diese nicht mehr als das 1,6 fache als eine Freileitung kostet: „Vor 15 Jahren wurden wir als Spinner bezeichnet, heute sind wir Vorreiter! Ich danke allen, die sich gemeinsam mit uns immer für das Erdkabel eingesetzt haben. Wir waren entschieden für Umwelt und Natur und immer etwas schlauer als die e.on! Das hat uns auch persönlich verbunden.“ Kontakt: BUND Altenstadt, Dr. Werner Neumann, Stammheimer Str. 8 B, 63674 Altenstadt www.bund-wetterau.de |
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