| Leserbrief zum Eurogaprojekt Schlupkothen
. . . und andere Bauten vergammeln (WZ am 23.3.01) Betr.: Am Ende des Tunnels (WZ vom 21. März 2000) "Bedauerlich, dass nicht einmal eine Hand voll Bürger der Sitzung des Stadtentwicklungausschusses beiwohnten. Bs war interessant zu sehen, wie in den Zeiten des Haushaltssicherungskonzeptes von Politik und Verwaltung mit nicht mehr vorhandenen Steuergeldern umgegangen wird. Auf der Tagesordnung stand u.a. die Planungsfreigabe für das sog. "Leuchtturmprojekt Schlupkothen“ der Euroga 2002 plus. Veranschlagt waren bisher (Stand Januar 2001) für das Projekt Düsseltal - enthalten war das o.g. "Leuchtturmprojekt" 415 000 Mark, davon vom Land bewilligte 324 000 Mark sowie ein Eigenanteil von 83000 Mark. Widerspruchslos wurde die Planung des "Leuchtturmprojektes Schlupkothen", dessen Kosten nun auf rd. 2,6 Mio Mark geschätzt werden, d.h. abzüglich eines (wahrscheinlichen) 80-prozentigen Landesmittelzuschusses würden rd. 520 000 Mark bei der Stadt verbleiben. Dazu kommen Folgekosten, u.a. für den Personalbedarf des geplanten "Zeittunnels", die allerdings seitens der Verwaltung nicht beziffert werden konnten. Unbegreiflich zu einer Zeit, in der die Kassen leer sind, für jedermann spürbare Sparmaßnahmen ergriffen wurden, städtische Bauten schlichtweg vergammeln und Einrichtungen wie das Heimatmuseum (auf Grund eben von Personalkosten) zur Disposition stehen! Weit entfernt hat man sich auch vom ursprünglichen Gedanken der Euroga, der Vernetzung von Rad- und Wanderwege und vom "schonenden Umgang mit der Natur". Lediglich 150 000 Mark der geschätzten 2,6 Mio. Mark sind nun für diese Wege veranschlagt worden. Dagegen stehen allein 100 000 Mark für einen Parkplatz, der unmittelbar angrenzend an das Naturschutzgebiet in Kocherscheidt geplant ist. Es ist natürlich sehr praktisch: vom Auto auf dem schnellsten Wege zu einem Highlight des Leuchtturmprojektes, einer 30m entfernten Aussichtskanzel - die sich im originären Naturschutzgebiet befindet und 210 000 Mark kosten soll - und dann weiter mit dem Auto nach Hammerstein zum nächsten Highlight, dem oben erwähnten "Zeittunnel". Am Rande bemerkt, weil nicht so leicht zu verstehen: der Vorsitzende sowohl des o.g. Stadtentwicklungsausschusses als auch des Kreisfachausschusses "Umwelt, Landschaft und Naturschutz" wurde vom Stadtentwicklungsausschuss bzw. von der Stadtverwaltung mit der Planung beauftragt, mit einem geschätzten Honorar von immerhin 240 000 Mark. Muss es da nicht zumindest hinsichtlich der Belange des Naturschutzes Interessenskonflikte geben, weil mit dem Umfang .und den Kosten des Projektes auch das Honorar steigt? Klaus Volkmann Kocherscheidt 14 |