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Maxeiner & Miersch: Industrielobbyisten als Journalisten getarnt (Ökooptimismus


Maxeiner / Miersch


Industriegelenkter Ökooptimismus: Maxeiner & Miersch & die "Achse des Guten"




Thomas Leif vom Netzwerk Recherche in Medienhandbuch.de:
"Die PR-Industrie kolonialisiert den Journalismus; oftmals ist Journalismus nur noch die Kommentierung von Marketing."

Axel Mayer vom BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein:
"Die als Journalisten getarnten Industrielobbyisten Maxeiner und Miersch sind gute Beispiele für die Kolonialisierung des Journalismus. Als "offizielle" Vertreter der Gen- und Atomindustrie würden die beiden gut getarnten Industrielobbyisten wesentlich weniger wahrgenommen. Beide hatten früher für die renommierte Zeitschrift Natur gearbeitet und verbreiten jetzt für die Industrie wirtschaftsfreundlichen neoliberalen "Ökooptimismus". Der Wechsel von der Zeitschrift Natur, das Paulus-Saulus Prinzip, wurde so gezielt genutzt um Glaubwürdigkeit zu erreichen. Bei vielen aktuellen Artikeln und Beiträgen dieser "Journalisten" ist nicht deutlich, ob es sich um redaktionelle Beiträge oder oder um Freianzeigen der Atom- und Gentechindustrie handelt. Die Journalisten Maxeiner und Miersch entlarven "Öko-Irrtümer", die gar keine sind, berichtet "Die Zeit" am 31/1998."
Das lesenswerte Buch “Giftmüll macht schlank”
von John Stauber und Sheldon Rampton liefert profundes Wissen über das Innenleben der amerikanischen Desinformationsindustrie. Es beschreibt mit welchen Mitteln die amerikanische Public Relations-Profis im Auftrag von Politik und Wirtschaft die öffentliche Meinung manipulieren: Das Erfinden guter Nachrichten und wie die PR-Industrie immer größeren Einfluss auf die öffentliche Meinung gewinnt – wie Kriege verkauft werden und Konzernen ein grünes Image verpasst wird. Da das Buch die PR-Kampagnen in den USA aufzeigt, kommen die Herren Maxeiner und Miersch darin persönlich nicht vor. Viele der beschriebenen amerikanischen Desinformationskampagen zum Ökooptimismus, zur Verleugnung des Klimawandels, für die Genfood, gegen Bionahrungsmittel und für die “umweltfreundliche Kernenergie” aber kommen einem seltsam bekannt vor, wenn man sich mit den Texten und Internetseiten der Herren Maxeiner und Miersch beschäftigt.




Norbert Schnorbach, Greenpeace-Pressechef, schreibt im greenpeace magazin 5.98 (Auszug)

Echter Fortschritt kann nur durch vermehrte Aufklärung stattfinden“, heißt es im Vorwort des neuen Buches „Lexikon der Öko-Irrtümer“. Das Buch plädiert „für einen Neuanfang in Ökobewegung und Umweltpolitik“. Nachdem „die erste Welle des Umweltschutzes viel erreicht“ habe, müsse man nun „in den Köpfen Platz für das Neue schaffen und eine Menge alten Ballast abwerfen“, schreiben die Autoren Dirk Maxeiner und Michael Miersch. Klingt gut — auf den ersten Blick.

Sie stellen rund 150 Behauptungen auf (zum Beispiel „Der Müllberg wächst und wächst“ oder „Die Wälder sind weltweit in Gefahr“) und prangern diese dann als Öko-Irrtümer an. Die Argumentation folgt simplen Strickmustern: Manche „Irrtümer“ sind teilweise korrekt (viele Waldgebiete sind tatsächlich in Gefahr, aber nicht alle), andere waren früher richtig (damals wuchsen die Müllberge, aber heute wird mehr recycelt). Manche Kapitel lesen sich als flotte Polemik („Omas Küche war gesünder“, „Beton ist böse“), andere sind schlichte Einseitigkeit (Gentechnik, PVC, Brent Spar). Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, daß die beiden einst angesehenen Journalisten in seichten Gewässern segeln. Sie halten keineswegs, was sie im Vorwort versprechen. Statt Fortschritt präsentieren sie Klischees gegen „überzogenen“ Umweltschutz, statt neuer Ideen servieren sie schludrige Informationen aus dubiosen Quellen. Statt Aufklärung enthält das Buch ein manipulatives Gemisch aus Halbwahrheiten und Verharmlosungen.

Wäre das alles, könnte man das Buch zuklappen und in der hinteren Reihe des Bücherregals verstauben lassen. Aber das griffige Motto von den „Öko-Irrtümern“ findet Widerhall dort, wo politischer Umweltschutz ein Dorn im Auge ist. So hat die BILD-Zeitung Gefallen gefunden am Niveau des Lexikons. BILD startete eine Serie mit dem Titel „Die größten Öko-Lügen“. Die Serie ging allerdings schnell zu Ende. Greenpeace konterte mit einer öffentlichen Erklärung über die „Öko-Lügen von BILD“ und legte juristische Mittel ein. Mit Erfolg: Der Springer-Verlag unterschrieb angesichts der sachlichen Fehler im Text eine Unterlassungserklärung. Sind die beiden Autoren Überzeugungstäter? Oder ökologische Wendehälse? Oder surfen sie auf den Wogen des Zeitgeistes? Einst waren Maxeiner und Miersch Umweltjournalisten bei der Zeitschrift „Natur“. Danach nur noch Journalisten, die bei Hoechst „in Lohn und Brot“ standen. Sie machten für den Chemie-Multi „phantasievolle Pressearbeit“ (Handelsblatt) als Textchefs der umstrittenen Hoechst-Zeitschrift „Change“. 1996 fiel ihr gemeinsames Buch „Öko-Optimismus“ unangenehm auf mit verbalen Attacken gegen „Pseudo-Ökos“, „Ökoheuchler“, „Ökopharisäer“, „Ökochonder“, „Ökopriester“, „Ökopäpste“, „Ökoromantiker“, „Öko-Stalinisten“ und so weiter...




Reinhild Bennig schreibt im BUND-Magazin 3/2008 in dem Artikel „Nicht verunsichern lassen! Kontrollen bei Ökolebensmitteln“ (Auszug)


Gesundes Käfighuhn?

„Hennen in Käfighaltung leben vergleichsweise gesünder, und auch ihre Eier sind weniger von Keimen belastet“, schreibt etwa Michael Miersch im Magazin „Cicero“ vom Juli 2008, das den Titel „ Der große Bio-Schwindel“ trägt. Michael Miersch und Dirk Maxeiner sind wegen ihrer Bioschmähungen in der FAZ einschlägig bekannt. Mierschs Behauptung, Käfigeier trügen weniger Krankheitserreger, ist allerdings schlicht falsch. Das Bundesamt für Risikobewertung wies nach, dass Salmonellen in Käfighaltungen viel häufiger vorkommen als in tiergerechter Haltung: Gerade Großbetrieben mit über 30 000 Legehennen sind wahre Salmonellenhorte: In über zwei Drittel der Großbetriebe wurden Salmonellen gefunden, doch nur in 15 Prozent der kleinen Bestände (bis zu 3 000 Tiere). Von Kritikern heißt es häufig auch, Biolebensmittel seien vermehrt mit Schimmelpilzen (Mykotoxinen) belastet. Ein groß angelegtes EU-Forschungsprojekt zeigt aber: Biolebensmittel sind mindestens so sicher wie konventionelle: „Frisch geerntetes biologisches Getreide enthält normalerweise ähnliche oder kleinere Mengen an Mykotoxinen als nichtbiologisches Getreide“…




ZEIT ONLINE 31/1998 S. 27 zum Artikel

Falsche Fakten
Die Journalisten Maxeiner und Miersch entlarven "Öko-Irrtümer", die gar keine sind


Von Helga Keßler

Irren ist menschlich. Irrtümer müssen korrigiert werden, auch wenn die Urheber Umweltschützer sind. Keine Frage. Die beiden Wissenschaftsjournalisten Dirk Maxeiner und Michael Miersch haben ein Buch verfaßt, um mit den schlimmsten "Öko-Irrtümern" aufzuräumen. "Wir wollten für uns selbst und andere etwas Ordnung in die Dinge bringen und wenigstens den gröbsten Unsinn ein wenig ankratzen", schreiben Maxeiner/Miersch. "Wir begehen den schweren Fauxpas, auch solche Wissenschaftler zu Wort kommen zu lassen, die recht hatten", betonen sie. Die "Stimmen der zum Schweigen Gebrachten" wollen sie mit ihrem Werk wieder erwecken. Mut machen wollen sie all den klugen Wissenschaftlern, Ökonomen und Politikern, die es leid sind, dem "schlimmsten Quatsch" zu widersprechen.

Solche Thesen verkaufen sich gut in einer Zeit, in der eine Ökopartei heftigst dafür attackiert wird, daß sie an ihren umweltpolitischen Zielen festhält. Maxeiner/Miersch nutzen die Gunst der ökofeindlichen Stunde und treiben ihren "Öko-Optimismus", den sie vor zwei Jahren in Buchform präsentierten, nun auf die Spitze. Kritisierten sie damals die ihrer Meinung nach allzu pessimistische Haltung der Umweltbewegung, listen sie nun deren Fehler in lexikalischer Form auf. Dafür greifen sie auf veraltete Thesen zurück, um sie dann als "Irrtum" zu widerlegen. Und sie tun das, was sie anderen vorwerfen: Sie stellen selbst Thesen auf, die sich dereinst als Irrtum erweisen könnten.

Ein Beispiel: "Gentechnisch veränderte Lebensmittel bedrohen die Gesundheit" erklären Maxeiner/Miersch zum "Öko-Irrtum". Für Allergiker könnten die neuartigen Lebensmittel zwar Probleme bedeuten, doch die Chance, daß dies passiere, sei sehr gering, weil "überaus gründlich getestet" würde. Völlig unklar ist aber beispielsweise, was es für Folgen hat, wenn das Bt-Toxin, das Ökolandwirte zur Schädlingsbekämpfung nutzen, nicht auf die Pflanzen aufgesprüht wird, sondern das Gift von der Pflanze selbst produziert und vom Konsumenten schließlich verspeist wird. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist die "Angstkampagne gegen die Gentechnik", die Maxeiner/Miersch anprangern, genauso falsch wie die vorbehaltlose Entwarnung.

Nächstes Beispiel: Öko-Irrtum "Die Erde wird immer wärmer". Die Zweifel an der - meßbaren - globalen Erderwärmung und dem Treibhauseffekt kulminieren schließlich in der These, daß das Kohlendioxid ein so wirksames Treibhausgas ist, "daß es bereits zu Goethes Zeiten alles tat, was es tun kann". Ob der Treibhauseffekt menschengemacht ist oder nicht, sei damit egal.

Klimaschutzmaßnahmen seien sowieso müßig, da das Klima ohnehin mache, was es wolle. Maxeiner/Miersch halten es dennoch für sinnvoll, den Kohlendioxidausstoß zu minimieren, weil das "Geld spart und erfinderisch" mache.

"Flüsse und Seen verdrecken immer mehr", "Die Luftverschmutzung nimmt zu", "Wir werden immer mehr durch Dioxin belastet" - auch das sind nach Maxeiner/Miersch Öko-Irrtümer. Doch niemand bestreitet, daß Flüsse und Seen in der Bundesrepublik sauberer geworden sind. Allgemein bekannt ist auch, daß die Belastung mit Schwermetallen in der Bundesrepublik dramatisch zurückgegangen ist - Heinrich Heine würde heute nicht mehr an Bleivergiftung sterben. Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz weiß, daß die Dioxinbelastung in der Muttermilch gesunken ist, und gab deswegen vor Jahren schon Entwarnung für das Stillen. Daß die Belastung von Wasser und Luft mit Schadstoffen in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich zurückgegangen ist, ist auch das Verdienst engagierter Umweltschützer. Maxeiner/Miersch verlieren darüber kein Wort. Alte, teilweise gelöste Umweltprobleme breiten sie aus, ungelösten wie der zunehmenden Belastung des Grundwassers widmen sie nur wenige Sätze. Und manchmal widerlegen sie sich selbst.

So präsentieren sie die These "Die Überfischung der Meere rottet Fische aus" als Öko-Irrtum. Später gestehen sie allerdings, daß tatsächlich einige Fischarten "hart am Rand einer echten Ausrottung" schwimmen. In der Plünderei in den Ozeanen sehen Maxeiner/Miersch einen der größten derzeitigen Umweltfrevel. Das Artensterben, das sie als Problem, wenn auch als ein überschätztes sehen, koppeln sie mit der These, daß unsere Städte zu "Naturparadiesen" geworden seien. Als würde der Artenschwund dadurch weniger dramatisch, daß es einigen wenigen Arten gelungen ist, sich in den Städten niederzulassen.

Ihre Favoriten unter den Öko-Irrtümern sind die Thesen, daß die "natürlichen Ressourcen für Energie immer knapper" werden und daß "der deutsche Wald stirbt". Sicher, der Club of Rome hat sich mit einer Prognose im Jahr 1974 geirrt. Die Energievorräte reichen, anders als damals vorhergesagt, über die Jahrtausendwende. Das liegt auch daran, daß damals die Entwicklung des Energieverbrauchs falsch eingeschätzt wurde und neue Rohstoffvorkommen gefunden wurden. Nun sind - nach derzeitigen Prognosen - die Erdölvorräte in etwa 40 Jahren erschöpft, die Erdgasreserven reichen für weitere 65 Jahre. An der prinzipiell richtigen Überlegung, Ressourcen nicht zu verschwenden, ändert das aber nichts, auch wenn Maxeiner/Miersch meinen, daß die eigentliche Energie und damit die Lösung aller Probleme "im Kopf" stecken. Es stimmt schon: Die Wälder sind nicht großflächig abgestorben. Die Nadelbäume haben sich wieder erholt und zeigen einen erstaunlichen Zuwachs - die Forstwissenschaftler führen das darauf zurück, daß der Schwefeldioxid-Eintrag deutlich gesunken ist, dafür aber mehr Stickstoff zur Verfügung steht. Die langfristigen Folgen dieses Stickstoff-Eintrags sind völlig unklar, und um die meisten Laubbäume steht es nach wie vor schlecht.

Viele Öko-Irrtümer, auf die sich Maxeiner/ Miersch stürzen, sind gar keine.

Andere sind als solche längst erkannt. Das jedoch ist nicht Ergebnis der Recherchen der beiden Buchautoren, sondern das Verdienst von "scharfsichtigen Umweltexperten, Wissenschaftlern, Naturschützern und Fachjournalisten", wie sie selbst schreiben. Maxeiner/Miersch haben zweifellos eine Menge Material zusammengetragen, leider haben sie es allzu zwanghaft durch die rosarote Brille der Ökooptimisten betrachtet. So bleibt weder von den unbestreitbaren Verdiensten der Umweltbewegung viel übrig, noch kommt die Botschaft an, daß es auch heute noch ernstzunehmende Umweltprobleme gibt. Schließlich nützt es wenig, wenn die Autoren versichern, "kein Anti-Umweltschutz-Buch" geschrieben zu haben, wenn sie dann der Bild-Zeitung einen Vorabdruck als Serie erlauben.

Dort werden aus Irrtümern "Lügen", aus "überraschenden Fakten", wie sie die Autoren auf dem Buchtitel ankündigen, "unbequeme Wahrheiten". Schließlich hätten die "Umwelt-Experten" Maxeiner und Miersch herausgefunden, daß von dem, was Umweltorganisationen behaupten, "wenig wahr, manches halbwahr, das meiste aber falsch" sei. Unter diesen Vorzeichen gerät die angekündigte "Korrektur von Irrtümern" selbst zum Irrtum.




Hier einige Bücher von Dirk Maxeiner und Michael Miersch



1. Schöner Denken: Wie man politisch unkorrekt ist
von Josef Joffe, Dirk Maxeiner, Michael Miersch, Henryk M. Broder

2. Biokost & Ökokult: Welches Essen ist wirklich gut für uns und unsere Umwelt
von Dirk Maxeiner, Michael Miersch

3. Frohe Botschaften: Maxeiner und Miersch über den alltäglichen Wahnsinn
von Dirk Maxeiner, Michael Miersch

4. Schöner Denken
von Josef Joffe, Henryk M. Broder, Dirk Maxeiner, Michael Miersch

5. Life Counts. Eine globale Bilanz des Lebens
von Michael Gleich, Dirk Maxeiner, Michael Miersch

6. Das Mephisto-Prinzip
von Dirk Maxeiner, Michael Miersch

7. Lexikon der Öko-Irrtümer
von Dirk Maxeiner, Michael Miersch

8. Öko-Optimismus
von Dirk Maxeiner, Michael Miersch

9. Öko- Optimismus.
von Dirk Maxeiner, Michael Miersch

10. Lexikon der Öko-Irrtümer
von Dirk Maxeiner, Michael Miersch









Dieser Artikel wurde 505 mal gelesen und am 21.11.2008 zuletzt geändert.
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