An das Umweltministerium Baden Württemberg
An die DRIRE Alsace (Direction Régionale de l'Industrie, de la Recherche et de l'Environnement Alsace)
An Monsieur le Préfet du Haut-Rhin
an der Messstation Iffezheim nähert sich die Wassertemperatur des Rheins der (nicht nur für Eschen) kritischen 28 Grad Marke und der Sauerstoffgehalt des Wassers hat in den letzten Tagen stark abgenommen.
In diesem Zusammenhang stellt sich für den BUND die Frage, ob das französische AKW Fessenheim, das nur mit Flusswasserkühlung arbeitet und den Rhein in diesem heißen Sommer zusätzlich massiv erwärmt, nicht abgestellt oder zumindest heruntergefahren werden müsste. Nach unserer Ansicht darf bei einer Betrachtung der vom AKW ausgehenden Wärmeverschmutzung nicht nur die Situation am Ausflußrohr betrachtet werden, sondern die negativen Auswirkungen dieser starken Erwärmung auf das Ökosystem des gesamten Flusses bis zur Mündung.
Bitte beantworten Sie uns die folgenden Fragen:
1. bei welcher Flusstemperatur muss das AKW Fessenheim abgestellt oder heruntergefahren werden?
2. Wie stark erwärmt das AKW bei Volllast den Rhein?
3. Was wird angesichts der (nicht nur) in diesem Sommer erhöhten Wassertemperatur getan, um die vom AKW Fessenheim ausgehende Wärmeverschmutzung des Flusses zu beenden?
Unabhängig von der Beantwortung unserer Fragen erscheint uns die Situation am Rhein aktuell so dringend, dass eine schnelle Lösung der Erwärmungsprobleme im Vordergrund Ihres Handelns stehen sollte.
Mit freundlichen Grüßen
Axel Mayer / Geschäftsführer
Ergänzende Information: Fessenheim, thermische Rheinverschmutzung und Fischsterben
Sehr geehrte Damen und Herren,
unsere gestern verschickten Anfragen zum Themenkomplex "AKW Fessenheim und thermische Rheinverschmutzung" hat viele Mediennachfragen ausgelöst.
Zwischenzeitlich haben wir einige neue Informationen zur skandalösen, umweltfeindlichen Genehmigungspraxis in Sachen Rheinerwärmung durch das flußwassergekühlte AKW erhalten.
Laut Arrêté préfectorale vom 26.05.1972 darf der Rhein durch die beiden Blöcke des AKW Fessenheim im Juni, Juli und August um 4 °C und im September, Oktober, November, März, April und Mai um 6,5 °C erwärmt werden. Im Dezember, Januar und Februar darf der Rhein um 7 °C erwärmt werden. Bis auf 30 Grad darf der Rhein aufgeheizt werden. Diese unglaubliche Genehmigungspraxis spiegelt den verheerenden umweltpolitischen Zeitgeist aus dem Jahr 1972. Nach Ansicht von BUND Geschäftsführer Axel Mayer darf bei einer Betrachtung der vom AKW ausgehenden Wärmeverschmutzung nicht nur die Situation am Ausflußrohr betrachtet werden, sondern die negativen Auswirkungen dieser starken Erwärmung auf das Ökosystem des gesamten Flusses bis zur Mündung. Wenn alle Kraftwerke am Rhein auf Kühltürme verzichtet hätten, dann wäre der Rhein biologisch tot.
"Hitze ist sehr belastend für die Organismen. Im Hitzesommer 2003 seien am Rhein großflächig Körbchenmuscheln und Aale gestorben. Damals hatten die Wassertemperaturen Spitzenwerte von 28,2 Grad in der Mosel und 28,6 Grad im Rhein erreicht. Derzeit betrage die Temperatur der Flüsse etwa 27 bis 28 Grad. Die normale, für die Tiere verträgliche Wassertemperatur im Sommer liege im Rhein jedoch nur bei 18 bis 20 Grad(.....)Ab einer Wassertemperatur von 25,5 Grad müssten die Kraftwerke den gesetzlichen Bestimmungen zufolge die Wärmezufuhr verringern. " Zitat Referatsleiter Tierökologie Koop bei der Bundesanstalt für Gewässerschutz vom 26.07.2006 in der Financial Times Deutschland.
Die reale Erwärmung in Fessenheim liegt sicher unterhalb der genehmigten Werte. Ein Monats- oder Jahresdurchschitt der Erwärmung ist wenig aussagekräftig, da das altersschwache AKW wegen häufiger Störfälle den Rhein nur zeitweise aufheizt. (aktuell ist gerade Block 2 wegen eines Störfalls abgestellt).
In der Anlage senden wir Ihnen zur Information noch einen aktuellen Hintergrundbericht und den Text unserer gestrigen Anfrage
Dieser Artikel wurde 358 mal gelesen und am 26.2.2007 zuletzt geändert.
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