Wasserläufer

Rückblick Frühjahr/Sommer 2008

Beobachtungen des Unscheinbaren: Eintagsfliegen, Steinfliegen und Köcherfliegen

Im Zentrum der Aufmerksamkeit unserer ehrenamtlichen Wasserläufer standen im Frühjahr und Sommer 2008 einige Insektengruppen, deren erwachsene Tiere flugfähig sind, deren Larven jedoch auf verschiedene Gewässerbiotope angewiesen sind. Nachdem im vergangenen Jahr die Larven dieser Arten an den Projektgewässern erfasst und kartiert wurden, sollten nun die flugfähigen, geschlechtsreifen Tiere (Köcherfliegen, Steinfliegen und Eintagsfliegen) ins Netz gehen. Hierzu waren an den 26 Projektgewässern unsere Ehrenamtlichen mit Kescher und Spürsinn in der Uferzone unterwegs. Ganz so einfach ist das alles nicht, denn die Objekte der Begierde messen maximal 3-4 cm Länge und die allermeisten sind kleiner. Wie der Name schon sagt, sind zum Beispiel die erwachsenen Eintagsfliegen auch in nur sehr engen Zeitfenstern überhaupt lebendig am Gewässer anzutreffen.

Nebenbei und etwas leichter zu entdecken, wurden erwachsene Libellen und leere Exuvien von Libellen gesucht und gefunden.



Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo): aufgenommen von Walter Bretz an der Irsen im Juli 2008


Auch Wirbeltiere, die ans Gewässer gebunden sind, standen im Focus der Wasserläufer. Zu den Zielarten gehören hier zum Beispiel die Wasseramsel, die Gebirgsstelze oder der Feuersalamander.
Alle Informationen wurden in Kartierbögen erfasst und stehen nun der Auswertung durch die Biologen zur Verfügung.


Herbstschulung

Kartierung von Krebsen und Muscheln

An den Herbstschulungen des BUND für ehrenamtliche Wasserläufer nahmen 40 Personen teil. Die meisten Bäche waren damit durch ihre ehrenamtlichen Betreuer vertreten. Die Herbstkartierungen dienen dazu die erheblichen Wissenslücken im Hinblick auf die Verbreitung heimischer und nicht heimischer Flusskrebse zu schließen. Die Entdeckung dieser Tiere ist zwar eher selten, nicht heimische Krebsarten sind aber weit häufiger zu finden. Deren Verbreitung muss ebenfalls ermittelt werden, da sie die heimischen Krebsarten verdrängen.



Signalkrebs, nicht heimische Art, Krebspestüberträger (Foto: Stefan Skobel, Mai 2008 am Eisbach)


In Abstimmung mit dem Landesamt für Umwelt, Wasser und Gewerbeaufsicht wurde bei den Schulungen ein besonderes Augenmerk auf die Vermittlung der notwendigen Sachkenntnisse und Sorgfalt bei der Untersuchung gelegt. Damit wird gewährleistet, dass es nicht zu einer Übertragung der „Krebspest“ durch die Wasserläufer kommt.

Themen der Herbstschulungen

  • Ergebnisse der EPT-Fänge und Libellenbeobachtungen; Phänologie der Libellen
  • Gefährdungssituation der heimischen Flusskrebse und Großmuscheln
  • Biologie von Flusskrebsen und Großmuscheln
  • Bestimmung der in Rheinland-Pfalz vorkommenden Flusskrebsarten und Großmuscheln mit praktischen Bestimmungsübungen am lebenden Objakt bzw. anhand der Schalen
  • Vorgehensweise und Sorgfaltspflichten bei der Gewässerbegehung
  • Bachtage mit Kindergruppen
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